Gestern, 12:05
(Gestern, 11:01)Kongo Erich schrieb: Du verstehst den Mechanismus nicht, der einer UN-Mission zugrunde liegt.Übersetzt: Du meinst es sei Aufgabe der UNIFIL durch ihre Präsenz zu verhindern, dass Israel die Hezbollah im Libanon angreift. Das ist defakto sicher richtig. Der tatsächliche politische Sinn der UNIFIL-Mission war es stets den Status Quo ante möglichst zu erhalten und ein Umfeld zu gestalten, in der die Hezbollah ihre Fähigkeiten im Libanon möglich ungestört ausbauen kann.
Der besteht nicht darin, eine hoch gerüsteten Seite nieder zu kämpfen. Das - wenn ich mich recht erinnere - war allenfalls noch im Korea-Krieg der Fall.
Dieser Mechanismus besteht darin, jeden Angriff auf die andere Seite zugleich zu einem rechtswidrigen Angriff auf die UN-Truppen zu machen. Wer das vermeiden will, muss sich zurück halten. Der Respekt vor den Blauhelmen und dem durch sie sichtbaren Völkerrecht soll die Waffenruhe stärken.
Dass UN-Friedenstruppen präsent sind und alleine durch ihre Präsenz die Operationsfreiheit der Beteiligten einschränken - wenn sie denn rechtstreu handeln wollen - ist der entscheidende Faktor. Sonst könnte man bei hochgerüsteten Staaten wie Israel gleich auf solche Missionen verzichten.
Dummerweise sagt das offizielle Mandat dieser Mission halt was anderes. Demnach wäre man nicht nur verpflichtet gewesen die Libanesischen Streitkräfte bei der Entfernung der Hezbollah aus dem Südlibanon zu unterstützen, man wäre auch mandatiert gewesen selbst proaktiv militärische Gewalt gegen die Hezbollah im Südlibanon anzuwenden.
Offizielle Intention des Mandats war es jenseits der eigentlichen politischen Zielsetzungen diverser Mandatsträger insofern eben nicht, lediglich für eine "Befriedung" des Konflikts durch bloße Präsenz zu sorgen, sondern im Gegenteil, den Konflikt durch militärischen Zwang gegenüber der Hezbollah zu beenden.
Dazu ist es freilich nie gekommen, zuvorderst weil weder die Libanesische Regierung noch die Truppensteller von UNIFIL irgendwie Bock gehabt hätten sich mit der Hezbollah anzulegen und es den allermeisten ganz recht gewesen ist, das die Hezbollah ihre Fähigkeiten im Südlibanon unter dem Schutzschild der UN-Blauhelme ausbaut.
Zweit Jahrzehnte nach 2006 ist ihr böses Spiel allen Beteiligten um die Ohren geflogen. UNIFIL hat gemessen an ihrem Auftrag komplett und vollständig versagt, Leidtragende ist in erster Linie die libanesische und durch einen Kriegsverlauf den man irgendwo zwischen 'mehr Glück als Verstand' und 'Gottes Fügung' einzuordnenden Kriegsverlauf in weitaus geringeren Umfang auch die israelische Zivilbevölkerung.
Sicherlich frustet das so manche Player, ändert aber nicht daran, das diese Schimäre jetzt zu Ende geht und dank Donalds UN-Allergien aller Wahrscheinlichkeit nach auch kein Revival erfährt.
(Gestern, 11:01)Kongo Erich schrieb: Und wer fordert, die Blauhelme nachhause zu schicken, weil sie gerade der politisch vorgegebenen "Auftragslage im Wege" stehen, der kann gleich von Anfang an auf die Blauhelme verzichten.Tatsächlich ist das historisch betrachtet die primäre Aufgabe von UN-Truppen. Lediglich wenn es um, verzeihung, gegen Israel geht findet sie eine gewisse Standfestigkeit. Schon komisch das.
UN-Truppen sind nicht dazu da, nach Lust und Laune einer Seite hin- und hergeschoben zu werden.
Die Truppe hat nach Strich und Faden versagt, ihren Auftrag bewusst nicht erfüllt und behindert die auch angesichts des Versagen der UN völlig legitime Selbstverteidigung Israels. Es wäre klug sie endlich abzuziehen (was in ein paar Monaten eht gesschehen wird) andernfalls wird sie weiterhin zwischen die Fronten geraten. Nicht weil die IDF es groß darauf anlegen würde sonderlich schlicht weil es nicht zuletzt wegen der bestehenden Verflechtungen mit der Hezbollah nicht zu vermeiden ist.
