31.03.2026, 21:58
(31.03.2026, 20:39)DopePopeUrban schrieb: Was ich auch für durchaus realistisch halte, aber eben auch nur dann, wenn man aus dem jeweiligen Katalog bestellt. Neuseeland hat 2016 einen HDA-24000 (oder -22000) mit Projektkosten von damals 493 NZ$ (bzw rund 245mio Euro) beschafft, was heute rund 326.5mio Euro sind. Darin sind laut des neuseeländischen MoDs Design, Bau und Supportleistungen enthalten. Da sind 500mio Euro für zwei solche Tanker vielleicht zugegeben ein wenig kurz gegriffen, zumal diese Schiffe auch angepasst werden müssten um die Röhn Klasse wirklich zu ersetzen, aber mit rund 600-650mio Euro wäre man hier mit Sicherheit ausgekommen.
Diese Diskussion hatten wir hier im Strang bereits in Bezug auf die Tide-Klasse, und das gleiche trifft auch auf die HMNZS Aotearoa zu, deshalb von meiner Seite nur kurz: deine Rechnung funktioniert so nicht. Die Preissteigerung bei den schiffbaulich relevanten Ressourcen lag während der Pandemie teilweise bei über 100% und liegt auch heute noch deutlich höher als die offiziellen Inflationsrate, die Wechselkurse müssen zeitgenössisch und gegebenenfalls (da solche Geschäfte üblicherweise über US Dollar abgewickelt werden) mehrfach umgerechnet werden und natürlich gilt es, die hiesigen Nebenkosten auch bei Beschaffungen aus dem Ausland zu berücksichtigen.
Ich erwähnte es bereits, unsere Tanker sind im internationalen Vergleich teuer und überteuert, aber nicht so sehr wie die vielen Medienberichte das gern behaupten. Wenn ich den den gleichen Zeitrahmen ansetzen oder eine neuerliche Beschaffung betrachte sind deine 600 bis 650 Mio. Euro wie erwähnt meines Erachtens unrealistisch.
Zitat:Das sehe ich ja auch so, aber ist sowas realistisch?
Wie immer, möglich ist vieles, realistisch leider weniges. Solange sich die Politik auf nationaler Ebene eher auf symbolische Erklärungen hinsichtlich der strategischen Notwendigkeiten von bestimmten Schlüsselindustrien fokussiert, die eher Lippenbekenntnissen gleichen weil sie keine konkreten Auswirkungen auf den Erhalt der jeweiligen Unternehmen haben, darf es nicht verwundern, wenn diese über eine lokale Lobbyarbeit ihrerseits ihren Anteil am Kuchen sichern wollen. Und die völlig übertriebenen Beschaffungsauflagen und die ständigen Nachforderungen sorgen dafür, dass dieses System auch weiterhin Zukunft hat. Ich bin durchaus der Meinung, dass dies zum Wohle aller geändert werden könnte und glaube, mit dem richtigen Plan dafür sogar explizit die Industrie gewinnen zu können, aber passieren wird das nicht aus den genannten Gründen.
