17.03.2026, 13:01
Mit dem Überfall auf den Iran haben Israel und die USA der aufstrebenden Regionalmacht Indien ziemliche Schwierigkeiten bereitet. So kommentiert die FAZ:
Indien (und die Welt) stehen vor einer Düngerkrise.
Nun lassen die Revolutionsgarden indische Schiffe durchaus passieren, wie erst die letzten Tage gezeigt haben.
Aber die Risiken - etwa für verirrte Drohnen und Raketen oder für Verwechslungen - sind trotzdem hoch, auch wenn keine Minen durch die Straße von Hormus treiben.
Dennoch wird die mangelnde Rücksicht auf die Bedarfe der Inder sicher nicht zur Förderung der Beziehungen zwischen Indien einerseits und Israel wie den USA andererseits beitragen. Es sei denn, beide Staaten können mit Ausgleichsmaßnahmen den Schaden der Inder minimieren. Das muss nicht zwingend ausschließlich die Gasversorgung betreffen. Denkbar ist auch eine Unterstützung bei den Plänen der Inder, sich in der Rüstungswirtschaft möglichst unabhängig zu machen.
Darüber hinaus werden die Inder auch eine Lektion umsetzen, die vor ihnen bereits die Chinesen umgesetzt haben: weg von fossilen Energien und eine möglichst breite Diversifikation. Indiens Küsten bieten gute Verhältnisse für Windkraft (Monsun), die Wüsten im Nordwesten an der Grenze zu Pakistan eignen sich für Solarkraftwerke, Wasserkraft könnte im Himalaya intensiviert werden. Und vor einem guten Jahr hat Indien eine Atomkraftoffensive gestartet. Derzeit hat Indien twa 19 bis 22 Reaktorblöcke (Stand 2022/2025) in Betrieb, was aber nur ca. 3 % der Gesamterzeugung ausmacht.
8 weitere Reaktoren sind im Bau. Die Regierung strebt bis 2047 eine Kapazität von 100 GW an, mittelfristig 22 GW bis 2032.
Indien dabei zu unterstützen und Versorgungslücken zu schließen - das könnte eine dankbare Aufgabe für uns in der EU sein, und das wäre sicher nachhaltiger als die Entsendung einer Kriegsflotte, die den Golf noch unsicherer macht.
Zitat:Energiekrise:paywall - Kopie hier
Indiens böses Erwachen
Der Subkontinent importiert sein Gas fast komplett vom Golf. Das kommt die Inder nun teuer zu stehen.
Noch ist der Irankrieg nicht beendet, doch bereits heute hat er einen überraschenden Verlierer hervorgebracht: Indien, das sich wie kaum ein anderes Land von Energieimporten aus Nahost abhängig gemacht hat. Seit die Revolutionsgarden die Straße von Hormus abgeriegelt haben, wissen die Inder nicht mehr, wie sie ihr Abendessen kochen sollen. Weil der Subkontinent fast sein gesamtes Gas vom Golf importiert, wo derzeit 22 indische Frachter festsitzen, herrscht in Delhi und Mumbai Panik auf der Jagd nach Gaszylindern. Schon kommen Fragen auf, ob es bald noch Lebensmittel gibt, die sich zubereiten lassen – stellt Gas in Indien doch auch die Grundlage für Dünger dar.
...
Indien (und die Welt) stehen vor einer Düngerkrise.
Nun lassen die Revolutionsgarden indische Schiffe durchaus passieren, wie erst die letzten Tage gezeigt haben.
Aber die Risiken - etwa für verirrte Drohnen und Raketen oder für Verwechslungen - sind trotzdem hoch, auch wenn keine Minen durch die Straße von Hormus treiben.
Dennoch wird die mangelnde Rücksicht auf die Bedarfe der Inder sicher nicht zur Förderung der Beziehungen zwischen Indien einerseits und Israel wie den USA andererseits beitragen. Es sei denn, beide Staaten können mit Ausgleichsmaßnahmen den Schaden der Inder minimieren. Das muss nicht zwingend ausschließlich die Gasversorgung betreffen. Denkbar ist auch eine Unterstützung bei den Plänen der Inder, sich in der Rüstungswirtschaft möglichst unabhängig zu machen.
Darüber hinaus werden die Inder auch eine Lektion umsetzen, die vor ihnen bereits die Chinesen umgesetzt haben: weg von fossilen Energien und eine möglichst breite Diversifikation. Indiens Küsten bieten gute Verhältnisse für Windkraft (Monsun), die Wüsten im Nordwesten an der Grenze zu Pakistan eignen sich für Solarkraftwerke, Wasserkraft könnte im Himalaya intensiviert werden. Und vor einem guten Jahr hat Indien eine Atomkraftoffensive gestartet. Derzeit hat Indien twa 19 bis 22 Reaktorblöcke (Stand 2022/2025) in Betrieb, was aber nur ca. 3 % der Gesamterzeugung ausmacht.
8 weitere Reaktoren sind im Bau. Die Regierung strebt bis 2047 eine Kapazität von 100 GW an, mittelfristig 22 GW bis 2032.
Indien dabei zu unterstützen und Versorgungslücken zu schließen - das könnte eine dankbare Aufgabe für uns in der EU sein, und das wäre sicher nachhaltiger als die Entsendung einer Kriegsflotte, die den Golf noch unsicherer macht.
