Vor 9 Stunden
Jakob Wöllenstein (er leitet das Regionalprogramm Politischer Dialog der Konrad-Adenauer-Stiftung im Südkaukasus) schreibt auf n-tv:
Zitat:Europas verwundbare Flanke
Was, wenn der Iran-Krieg in den Südkaukasus überschwappt?[]
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Aserbaidschan droht Iran mit Vergeltung
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Nachdem vergangene Woche mutmaßlich iranische Drohnen auf einem Flughafen in Aserbaidschan einschlugen, ließ der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev die Armee mobilisieren und drohte mit Vergeltung, sollte sich der Iran nicht entschuldigen. Eine Eskalation ist nicht auszuschließen, ist doch das Verhältnis zwischen Baku und Teheran seit Jahren angespannt, auch aufgrund der signifikanten aserbaidschanischen Minderheit im iranischen Grenzgebiet.
Iranische Angriffe auf Aserbaidschan hätten gravierende Folgen für Europa
Vor allem aber ist Aserbaidschan einer der wichtigsten Verbündeten Israels in der muslimischen Welt. Israel bezieht bis zu 50 Prozent seines Rohöls von Baku und liefert im Gegenzug unter anderem Militärtechnik. Die wichtige Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, die aserbaidschanisches Öl über Georgien und die Türkei in die Mittelmeerregion liefert, könnte daher Ziel für iranische Angriffe werden - sei es durch Drohnen oder Cyberattacken. Das Gleiche gilt für weitere Teile der Transportinfrastruktur, die durch den Südkaukasus verläuft und ihn zu einem Kernstück im sogenannten Mittleren Korridor zwischen Europa und Zentral- wie Ostasien macht.
Auch aserbaidschanisches Erdgas ist für mehrere Länder Südosteuropas vital und trägt selbst zum deutschen Gasmix einen Teil bei. Angesichts des Lieferausfalls Katars und der Drohung eines russischen Gasembargos wären Störungen der Südkaukasus-Transportlinien für Europa ein weiterer Tiefschlag für Energieversorgung und Handel.
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