26.02.2026, 13:21
(26.02.2026, 12:14)Kongo Erich schrieb: Das verstehe ich nicht:Wenn die Summe der Menschen bei gleicher Leistung/Kopf größer wird, dann wird der Betrag der Wirtschaftsleistung im gleichen Zeitraum stärker steigen als ohne diesen Bevölkerungsaufwuchs, die Wachstumsraten sind also schon beeinflusst davon, wie leistungsstark die Zuwandernden sind. Kommen Personen hinzu, die mit ihrer Tätigkeit (oder Nichttätigkeit) unterdurchschnittlich zum Wachstum beitragen, dann sinkt dieses Wachstum. Tragen sie überdurchschnittlich bei, erhöhen sie es.
egal ob 100.000 Einwohner oder 100 Millionen:
ein Wachstum von - sagen wir mal 1 % - bleibt prozentual ein Prozent, unabhängig von der Zahl der Einwohner.
Was sich ändert ist lediglich der in Währung ausgedrückte Betrag ...
Diese Logik setzt allerdings die Wirtschaftskraft als allein maßgebliches Kriterium. Wenn wir z.B. davon ausgehen, dass die Zuwanderung nicht unerheblich geprägt wird von "billigen" Pflegekräften, die unterdurchschnittlich auf die Wirtschaftskraft einzahlen, dann dämpft diese Zuwanderung das Wachstum.
Man kann also schon etwas aus der Verknüpfung von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum ableiten, jedoch muss ein dämpfender Effekt nicht zwingend negativ für die Gesellschaft sein.
Mangelhafte Pflegeversorgung führt ja bspw. auch zu unfreiwilliger Minderarbeitszeit von Fach- u.a. Kräften, weil sie familiäre Pflege selbst übernehmen und dadurch weniger arbeiten können. Insofern könnte bspw. die o.g. Zuwanderung von Billig-Pflegekräften zwar selbst das BIP-Wachstum drücken, zugleich aber auch stabilisieren, weil ihre Arbeit indirekt auf das BIP einzahlt, da ohne sie der Fachkräftemangel noch weiter steigen würde.
Man kann also in dem Kontext grob unterscheiden zwischen 3 Zwanderungskategorien:
1. wirtschaftlich relevante Fachkräfte
steigert BIP-Wachstum2. gesellschaftlich relevante Arbeitskräfte
stabilisiert BIP-Wachstum3. wirtschaftlich und gesellschaftlich irrelevante Zuwanderung
dämpft BIP-Wachstumund der Sonderfall:
4. dauerhafte Zuwanderung von ausbildungsfähigen Minderjährigen
zeitlich versetzte Auswirkung auf das BIP-Wachstum, weil der Beitrag zum BIP-Wachstum vorläufig negativ, langfristig aber positiv ausfälltInsofern hilft der Blick auf diese Korrelation nur dann, wenn man auch andere Faktoren mit betrachtet, wie bspw. die Teilzeitquote von Fachkräften aufgrund familiärer Pflegetätigkeiten oder die Altersstruktur in der Zuwanderung.
Mit Blick auf den Vergleich Deutschland-Ungarn, oder allgemein Südosteuropa, spielen dann noch viele weitere Faktoren mit hinein, bspw. die Tatsache, dass diese Gesellschaften auch eine stärkere Abwanderung von insbesondere dort nicht auf das BIP-Wachstum einzahlenden Personen verzeichnen, u.a. nach Deutschland, während sie umgekehrt keine erhebliche Zuwanderung dieser Art erfahren oder zulassen.
Ganz so schwarz/weiß ist es dann halt doch nicht.

