24.02.2026, 21:04
.loyal: „Wir haben ein verzerrtes Bild von Luftstreitkräften“
Der Inspekteur der Luftwaffe spricht in diesem .loyal Artikel über Lehren aus dem Ukrainekrieg sowie der Zukunft der Luftwaffe.
Wichtige Punkte:
Zitat:Luftwaffeninspekteur Holger Neumann warnt vor einer Reduzierung auf Drohnen, Luftverteidigung und Unterstützerrolle für das Heer.
Beim Sicherheitspolitischen Forum des Reservistenverbands in Frankfurt am Main hat Luftwaffeninspekteur Holger Neumann einen Blick auf die Weiterentwicklung von Deutschlands Luftstreitkräften gegeben. Der zentrale Punkt des Generalleutnants: In der Debatte gebe es eine Reduzierung des Luftkriegs auf Drohnen, Flugabwehr und die Unterstützerrolle der Luftstreitkräfte für die Kämpfe am Boden. Das sei gefährlich, so der Luftwaffeninspekteur. „Wir haben ein verzerrtes Bild von Luftstreitkräften. Sie sind die Waffe der ersten Stunde, um rasch die Luftherrschaft zu erringen und erhalten.“ Das sei entscheidend, damit sich Operationen am Boden entfalten können und nicht degenerieren wie im Falle Russlands in der Ukraine.
Eine weitere zentrale Lehre der Luftwaffe aus der Ukraine betrifft nicht die Luftkriegsführung, sondern die Verlegefähigkeit. Waffensystemlogistik, Hangars für Luftfahrzeuge sowie Unterkünfte samt Schutz müssten in Deutschland viel mobiler aufgestellt werden, so Neumann. Ansonsten drohe eine rasche Vernichtung durch Schläge weitreichender Lenkwaffen, wie die Kämpfe in der Ukraine zeigten. Für Neumann ist der taktische Maßstab bei der Luftkriegsführung, in dichte Luftverteidigungszonen eines Gegners eindringen und dort massive Schläge ausführen zu können. Prägnante Beispiele dafür seien die Operationen „Rising Lion“ der israelischen Luftstreitkräfte und „Midnight Hammer“ der US Air Force gegen den Iran.
Der Inspekteur der Luftwaffe spricht in diesem .loyal Artikel über Lehren aus dem Ukrainekrieg sowie der Zukunft der Luftwaffe.
Wichtige Punkte:
- Der Schutz von Luftfahrzeugen am Boden muss verbessert werden
- Deep Strike ist unentbehrlich um einen Abnutzungskrieg wie in der Ukraine zu verhindern
- Der Aufbau von Flugabwehr ist wichtig, aber das alleine reicht nicht aus. Die Flugabwehr muss einen feindlichen Erstschlag aushalten können, und dann müssen durch rasche Gegenschläge diese Waffensysteme ausgeschalten werden.
- "Jagdbomberdrohnen" sollen in naher Zukunft die Offensivfähigkeit der Luftwaffe steigern
- Auch sollen weitreichende Waffensysteme wie Taurus Neo und bodengestütze Systeme hier die Fähigkeiten steigern.
- Bisherige Munitionsbestände sind nicht ausreichend und es braucht massiv Hochwertmunition. Dazu soll die Luftwaffe ihre Beziehung zu der Industrie ändern. Weg von Kunde hin zu Partner.
- Die Luftwaffe möchte in der Zukunft Satelliten direkt selbst betreiben.
- Neumann kritisiert fehlende Standards innerhalb der NATO. Einfach auf einen Flugfeld landen, betanken, aufmunitionieren und durch starten wie im Kalten Krieg geht nicht mehr so einfach. Die NATO-Mitglieder hätten sich technologisch auseinander entwickelt und müssen wieder näher zusammengebracht werden.
