22.02.2026, 15:12
(22.02.2026, 13:11)lime schrieb: Kommen allerdings weitere Einschränkungen könnte man einen staatlichen US-VPN als eine Art Radio Freies Europa oder Westfernsehen betrachten.Könnte man, sofern man dem Narrativ folgen möchte, wir würden in einem Unrechtsstaat leben.
Für die technischen Vorteile eines VPN ist der Standort außerhalb der EU nicht entscheidend. Die "Einschränkungen", denen man durch die Verwendung von außereuropäischen VPN-Servern entgehen kann, sind allesamt rechtlicher Natur: Jugendschutz, Urheberrecht, strafrechtlich relevante Inhalte, Datenschutz. Man kann sich also per VPN über diese vermeintlichen "Einschränkungen" hinwegsetzen, unterliegt dann aber mit allen Handlungen immer noch dem hiesigen Recht. Das VPN hilft also dabei, Rechtsbruch zu begehen, auch wenn es sich meist nur um geringfügige Delikte handeln mag wie Jugendschutz- und Urheberrechtsbruch oder das Erschleichen von Leistungen.
Etwas anderes ist da nur der Blick auf den Datenschutz, weil es sich dabei um Auflagen handelt, die keine direkte Verbindung zu anderen Rechtsgütern haben und nur dem Nutzer selbst schaden/nutzen. Aber da ist natürlich ein US-VPN das Gegenteil von dem, was die meisten (gesetzestreuen) VPN-Nutzer hierzulande sich wünschen. Niemand verwendet ein VPN, um dadurch weniger Datenschutz zu erreichen, das ist aber bei einem US-Server der Fall.
Insofern ist ein US-VPN-Server nur dann als Vorteil gegenüber einem europäischen (zwecks Datenschutz) oder dubiosen (zwecks Kriminalität) zu werten, wenn es darum geht, europäische oder nationale Gesetze ungestraft brechen zu können, die in den USA nicht verfolgt werden oder weil man Dienste nutzen möchte, die z.B. aufgrund mangelnder Kontrolle strafrechtlich relevanter Nutzung oder unzureichendem Datenschutz in Europa gesperrt wurden.
