22.02.2026, 10:37
(31.01.2026, 12:43)Kongo Erich schrieb: Hier ist - wegen der Spezialisierung des Threads - ein zunehmend kultureller Unterschied zwischen Trumps USA und der EU / Westeuropa angesprochen.
Ich denke, es schadet nichts, den Beitrag auch im Kontext dieses Strangs zu lesen.
ein weiterer Artikel zu unterschiedlichen Ansätzen der Gesellschaftskultur in der EU und den USA:
US-Meinungsfreiheit contra Europas Recht auf eigene Regeln
Zitat: „Meinungsfreiheit“-Narrative gegen den Rechtsrahmen der EU für die Digitalpolitik lösen in Europa oft Reflexreaktionen aus: „Das ist unser Land, unsere Union, unsere Gesetze. Haltet euch daran oder verlasst die EU, wir finden schon andere Produkte!“- so reagieren viele Europäerinnen und Europäer, wenn sie Amerikanerinnen und Amerikaner über die digitalen Regeln der EU sprechen hören.
Eines ist klar: Die breite europäische Öffentlichkeit interessiert sich für amerikanische Verfassungszusätze ungefähr so wenig, wie US-Bürgerinnen und -Bürger sich für EU-Richtlinien und -Verordnungen interessieren, nämlich kaum.
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Beide Seiten des Atlantiks stecken deshalb in einer Endlosschleife. Versuche, das Gespräch zu normalisieren – etwa über ein EU-USA-Handelsabkommen – scheitern alle paar Monate an Kräften, die Europa und die USA auseinandertreiben wollen, statt sie einander näherzubringen.
Beide Seiten verstehen
Die amerikanische Sicht lässt sich leicht nachvollziehen.
Soziale Netzwerke sind auf ein weltweit einheitliches Nutzererlebnis ausgelegt. Neue Regeln aus Brüssel verändern deshalb nicht nur ihr Design und ihre Funktionsweise in Europa, sondern weltweit – und damit auch, wie Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Recht auf Meinungsfreiheit ausüben.
Dazu kommt der immer wieder bekräftigte Anspruch der EU, mit dem sogenannten „Brussels Effect“ die globale Regulierung zu prägen. Die USA erzielen im Dienstleistungshandel mit der EU einen Überschuss. Manche EU-Digitalregeln bleiben vage und halten die Branche in einem dauerhaften Regulierungsnebel. Gleichzeitig stehen US-Technologiekonzerne im Wettbewerb mit China. Vor diesem Hintergrund wird der amerikanische Tunnelblick auf die europäischen Digitalvorgaben nachvollziehbar.
Auch die Europäerinnen und Europäer haben gute Argumente. Ein Markt mit 450 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern hat das Recht, Regeln aufzustellen, die zu den eigenen Prinzipien, Werten und Bedürfnissen passen. Das heißt aber nicht, dass der Status quo sakrosankt wäre oder dass Menschen, die an den digitalen Regeln der EU Kritik üben, gleich als Verräter gelten sollten.
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