Vor 2 Stunden
(Vor 3 Stunden)Broensen schrieb: Für mein Verständnis stellt sich diese Frage gar nicht, wenn man es mit dem 6thGen-Ansatz ernst meint. Denn darin ergibt sich die Rolle des Jets mMn aus der Zusammenstellung der mit ihm eingesetzten Komponenten. Die Fähigkeiten der bemannten Komponente im Verbund müssen daher primär anhand der für sie zu erwartenden Gefährdung und ggf. der Rahmenbedingungen des Einsatzes definiert werden. Erstere sollte mehr oder weniger gleichartig sein, egal ob die Mission Luftüberlegenheit ist oder Bodenangriff. Entscheidend ist die Gefährdung im Einsatzraum. Unterschiede ergeben sich dann eher aus dem Einsatzprofil hinsichtlich Reichweite, Ausdauer und Infrastrukturbedarf, unabhängig vom jeweiligen Missionszweck.
In der Diskussion geht es nicht um "Wollen wir eine A-10 oder F-22?" sondern eher darum wo der Fokus liegen soll. Beide Varianten wären immer noch Mehrzweckkampfflugzeuge, aber mit einem Fokus auf dem einen Aspekt oder dem anderen. Ähnlich dem Eurofighter der sich aus einem Fokus auf Flugeigenschaften entwickelt hat, obwohl der trotzdem ein Mehrzweckflugzeug ist.
Bei der Diskussion hinsichtlich dem neuen Jet geht es darum ob gute Flugeigenschaften in der Zeit von Kämpfen über den Horizont immer noch ein Fokus sein soll. Die Pro-Seite argumentiert, dass das einen Vorteil in der Offensive (mehr Energie für Flugkörper) und Defensive (bessere Chancen feindlichen Flugkörpern zu entkommen) bringt. Auch wird argumentiert, dass loyal wingman Drohnen hier die reduzierten Kapazitäten in Luft-Boden ausgleichen können.
Ein Jet der eher in die andere Richtung geht ist aktuell die F-35, aber auch GCAP scheint eher ein Fokus auf Nutzlast und Reichweite zu legen, anstatt Manövrierbarkeit, Steigrate, etc...
Auch mit Drohnen bleibt der bemannte Jet der Nexus der Kampfformation, und daher ergibt sich auch bei einem System of Systems Ansatz die Frage auf welche Eigenschaften man den Fokus setzen soll.
