Dollar als weltweite Leitwährung?
Spannungen an den Märkten: Die EZB erweitert den weltweiten Zugang zu ihren Euro-Krediten
La Tribune (franzöisch)
Die Europäische Zentralbank wird den Zugang zu ihren Euro-Liquiditäten für Zentralbanken weltweit dauerhaft erweitern. Diese Entscheidung soll finanziellen Spannungen vorbeugen und die internationale Rolle der Einheitswährung stärken.
Indem sie sicherstellt, dass Finanzmittel in der Einheitswährung „bei Bedarf verfügbar” sind, will die Institution die Märkte stabilisieren.
Reuters
Die EZB bereitet sich auf anhaltende Turbulenzen vor. Angesichts der zunehmenden handelspolitischen und geopolitischen Spannungen wird die Europäische Zentralbank den Zugang zu ihren Euro-Liquiditätskrediten für Zentralbanken weltweit ausweiten.

„Die EZB muss auf ein volatileres Umfeld vorbereitet sein”, erklärte ihre Präsidentin Christine Lagarde in einer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Sie warnte, dass die Durchsetzung der Industriepolitik, die Verschärfung der geopolitischen Spannungen und Störungen der Lieferketten zu „häufigeren” finanziellen Belastungen führen könnten.

Das Ziel der EZB ist klar: Sie will verhindern, dass Liquiditätsengpässe zu Zwangsverkäufen von auf Euro lautenden Wertpapieren führen. Indem sie sicherstellt, dass Finanzierungen in der Einheitswährung „bei Bedarf verfügbar” sind, will die Institution die Märkte stabilisieren. Bislang war dieses Instrument begrenzt und wurde nur punktuell eingesetzt. Künftig steht es „jeder Zentralbank”, die die von der EZB festgelegten Kriterien erfüllt, dauerhaft zur Verfügung.

Ein Hebel für die internationale Rolle des Euro
Konkret handelt es sich um besicherte Liquiditätsdarlehen – sogenannte „Repo-Darlehen“ –, bei denen die EZB als Kreditgeber letzter Instanz für Partnerinstitute außerhalb der Eurozone fungiert. Laut Christine Lagarde wird dieser Mechanismus dazu beitragen, „das Vertrauen in Investitionen, Kredite und den Handel in Euro zu stärken“, auch in turbulenten Zeiten.
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