Vor 11 Stunden
(Vor 11 Stunden)Milspec_1967 schrieb: Hast du schon m in der Produktion Branche gearbeitet?
Zählt die Rüstungsindustrie und Kriegsschiffbau für dich dazu? Wenn ja, habe ich und arbeite ich noch.
Allein deshalb kann ich dir mit Sicherheit sagen, dass ein "Kriegsschiff" kein "fertiges Produkt" ist, dass irgendeiner aus dem Regal zieht.
Ich kann dir auch sagen warum: Wenn alle 10 Jahre mal einer eine MEKO A-200 bestellt, wird dann für diesen Kunden das Design und alle verwendeten Komponenten noch einmal geprüft und Obsoleszenzen bereinigt. Wenn man das permanent als Firma "monitoren" würde, verbrennst du pro Jahr Millionen von Euro für nichts.
Allein deine Aussage, "dann bauen wir halt RAM und die TRS-4D drauf" zeigt, dass du keinerlei Ahnung vom Bau eines Kriegsschiffes hast.
Wenn du mal so eben die Radaranlage änderst, kannst du das komplette Oberdecksdesign hinsichtlich EMF, EMV und Störreflexionen neu rechnen. Allein das dauert bei einem Kriegsschiff 12 bis 18 Monate - und wehe, dabei kommt raus, dass noch mal eine Antenne verschoben werden muss oder ein Stück Stahl irgendwo angeschweißt werden muss.
Eine MEKO A-200DEU, so wie du sie dir als "Nachbau" vorstellst, wäre theoretisch nur dann machbar, wenn du die MEKO A-200 für Ägypten oder Algerien 1:1 nachbaust - dann halt inklusive Umkhonto bzw. VL-MICA.
Viel Spaß dabei.
Aber das ist halt typisch deutsch: Hauptsache der Stahl schwimmt und ist grau angemalt. Wenn schert's, wenn das Einsatzsystem nicht "optimal" funktioniert

So leid es mir tut, aber der Stahl des Kriegsschiffes ist so ziemlich das unwichtigste Element am gesamten Projekt. Der ist sprichwörtlich nur ein "Taxi" für die Sensoren und Effektoren.
Was wir hier gerade bei der A-200DEU erleben, hat alle Elemente der größten Rüstungshavarie, die ich je gesehen habe. So etwas komplexes mal eben so über's Knie zu brechen...
Hier wird immer auf die Vertragsschlüsse von TKMS mit Algerien und Ägypten verwiesen und dass es dann nur 3 bis 4 Jahre bis zur Ablieferung gedauert hat. Was nirgends dokumentiert ist, wieviel Zeit VOR dem Vertragsschluss in Design, Konstruktion und Absprachen geflossen ist.
Wenn du in der Industrie arbeitest, solltest du eigentlich wissen, dass "Projekte" immer Stunden und Kosten verschreiben müssen - entweder auf einen existierenden Vertrag oder ein Budget für eine Angebotserstellung.
Keine Firma in der Welt wird die Geld dafür geben, um aus "Jux und Dollerei" eine Fregatte wie z.B. eine MEKO A-200 für einen "Auftrag der vielleicht nie kommt" zu designen und alle Konstruktionsunterlagen zu fertigen. Bei einem Schiff dieser Größe reden wir mal eben über 50 bis 100 Mio. EUR, bis du diesen Punkt erreicht hast.
