Vor 2 Stunden
Terror-Epizentrum „Neuer Kurs“ – Warum Washington plötzlich Militärregime in Afrika umwirbt
Zitat: US-Präsident Trump hat eine überraschende Kehrtwende in seiner Afrika-Politik vollzogen. Nach Jahren der Distanz verstärkt Washington die Zusammenarbeit mit Militärregierungen in der Sahelzone. Vieles spricht dafür. Europa dagegen wirkt orientierungslos.
... Das US-Außenministerium entsendet Nick Checker, den Leiter seines Afrika-Büros, nach Bamako. Er soll dort den „Respekt für Malis Souveränität“ betonen und einen „neuen Kurs“ in den Beziehungen einleiten.
Parallel kündigt Washington an, auch mit Burkina Faso und Niger enger zusammenarbeiten zu wollen, insbesondere in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen. Die Sahelzone gilt inzwischen als Epizentrum des islamistischen Terrors, in dem sowohl al-Qaida-nahe Netzwerke als auch der IS-Ableger in der Großsahara aktiv sind.
[Bild: https://www.welt.de/ig/ea26f04d-fb2a-4a0...op/desktop]
Alle drei Staaten werden von Militärregierungen geführt. Themen wie Demokratie, Menschenrechte oder das Schicksal des in Niger entmachteten Präsidenten Mohamed Bazoum treten also auch hier bei der US-Außenpolitik in den Hintergrund.
...
Im Vergleich dazu wirke die Europäische Union orientierungslos. Laessing verweist auf das erneute Scheitern eines seit Langem geplanten Hilfspakets über 195 Millionen Euro für Niger, Mali und Burkina Faso. „Das passt in ein Muster, warum die EU als Block in internationalen Krisen und Konflikten – von der Ukraine bis zum Sudan – häufig nur am Rand steht“, sagt er. Zwar habe die EU nach rund 18 Monaten interner Debatte im vergangenen November eine neue Sahel-Strategie verabschiedet, doch das Ergebnis sei ernüchternd: „Es enthält kaum Konkretes.“
...
