21.01.2026, 09:26
(21.01.2026, 07:26)Grolanner schrieb: Nunja, selbst wenn man von 15 K130 ausgeht, die nur 20 S-Boote ersetzen sollten, macht das bei aktueller Bewaffnung immer noch ein Minus von 20 FK (2x2 RBS 15 bei 15 K130 vs. 2x2 MM38/MM40 bei 20 143/143A).
Und das bei knapp doppeltem Personalbedarf und 1,5 bis 2 facher Größe.
Ich hab die Planung 97 schon nicht verstanden und tu es auch jetzt nicht. Zumindest nicht als expliziten S-Bootersatz.
Die K130 wurde die ganze Zeit über mit zwei FK-Typen gegen See- und Landziele geplant, einen mittleren bis schweren FK (1997 war der noch nicht festgelegt), und zunächst Polyphem als leichten FK (mit Einstellung des Programms wurde die Forderung einer Ergänzungsbewaffnung nicht aufgegeben, auch wenn sich seitdem nicht mehr viel getan hat). Von lediglich 2x2 AShM 1997 kann also keine Rede sein. Zudem sprechen wir von unterschiedlichen Leistungsklassen an AShM, die MM.38 eurer Schnellboote waren operativ LOS-FK, mit den einzuführenden FK für die K130 (im Raum standen damals beispielsweise ANNG, NSM, etc.) konnten wesentlich höhere Bekämpfungsreichweiten erzielt werden, es brauchte aber eine vom Boot losgelöste Sensorik - die Drohne. Das führte zu einer größeren Einheit, die ihrerseits auch wieder besser geschützt werden musste. Das sind im übrigen auch die Gründe dafür, dass die K130 so aussieht wie sie aussieht. Dass man mit solchen Booten dann natürlich auch viel besser IKM machen kann als mit den Schnellbooten hat sich mehr oder weniger so ergeben.
Mir ist klar, dass du da als Schnellbootfahrer vielleicht etwas anders und vielleicht auch etwas emotionaler siehst, aber meiner Ansicht nach ist das nicht nur in sich alles eine logische Entwicklung, sondern mit dem Ende der Sowjetunion durchaus auch operativ sinnvoll, bis heute. In meinen Augen ist das größte Problem der K130 nicht die Konzeption, sondern die dann tatsächlich stattgefundene Umsetzung. Polyphem wurde gestrichen und ein leichter FK als Ersatz kam nicht an Bord, die Entwicklung der Drohne wurde nicht finanziert und die industrielösungen erfüllten nicht die Anforderungen, der Schutz gegen Unterwasserbedrohungen wurde nicht wie geplant integriert und die Stückzahl nie erreicht. Wenn wir 15 Korvetten mit der ursprünglich geplanten Ausstattung erhalten hätten, dann gäbe es in meinen Augen keinen Grund zur Kritik - außer natürlich aus sentimentalen Gründen.
