18.01.2026, 01:50
(15.01.2026, 13:49)Broensen schrieb: Frankreich und in geringerem Maße auch Großbritannien haben das schonmal getan 1939. Und Frankreich wurde zumindest als eigenständiger Staat dann auch defacto vernichtet, wenn auch nur vorübergehend.
Außerdem ist der Kern dieser Überlegung ja die nicht-Abgrenzbarkeit eines nuklearen Vernichtungskriegs. Da geht es nicht darum, ob sie einen Verbündeten zur Hilfe kommen, sondern darum, ob die Vernichtung des Verbündeten nicht auch zugleich die eigene Vernichtung mit sich bringt.
Es geht dabei ja um die strategische Zweitschlagsfähigkeit, also im Endeffekt die Abschreckung durch Androhung gegenseitiger, vollumfänglicher Vernichtung.
Also ich weiß nicht wie du dir einen Atombombeneinschlag vorstellst, aber in Osaka hat man keine direkten Auswirkungen von den nuklearen Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki gemerkt. Ja, ein nuklearer Vernichtungskrieg wäre eine ganz andere Hausnummer, aber für einen solchen braucht es 2 Atommächte, sprich bei Deutschland vs. Russland wird es keinen Vernichtungskrieg geben, weil Deutschland nach der ersten Explosion kapituliert.
Und ob Frankreich einen Vernichtungskrieg riskiert wegen einer Atombombe auf Hamburg?
Eine realistische Option auf einen brauchbaren nuklearen Schutzschirm wäre in einer neu zu gründenden gemeinsamen Armee einer europäischen Koalition der Willigen zu finden. Die NATO ist tot, wir müssen endlich die Kleinstaaterei aufgeben in Europa. Wenn die Deutschen, BeNeLux, Spanien, Portugal und die Skandinavier eine gemeinsame Armee aufstellen würden, würde man sich leichter tun, eine eigene nukleare Zweitschlagfähigkeit aufzubauen, als in einem nationalen Rahmen. Denn: Derselbe Schutz, aber die Verantwortung dafür ist diffus.
Allerdings wäre DANN natürlich ein Vernichtungskrieg denkbar ...
