(See) Next Generation Frigate F127 (F124 Nachfolger)
„muck“ schrieb:In Anbetracht der hier geäußerten Kritik, würde mich doch eines sehr interessieren: Wann könnte eine komplett ohne amerikanische Technik auskommendes Schiff mit dem Fähigkeitsprofil der F127 zulaufen?
Naja das kommt sehr darauf an, welchen Weg man diesbezüglich gehen möchte.
Wollen wir die F127 auf europäischen Komponenten Klonen, ihre Fähigkeiten ersetzen oder ihren Systemverbund neu erfinden?

Persönlich halte ich bspw gar nichts von einem europäischen ÄEGIS-Äquivalent. Zum einen weil die Mehrleistung eines geschlossenen, aufeinander abgestimmten Systems minimal ausfällt wenn es nicht flächendeckend zum Einsatz kommt. Zum anderen weil das mit der Fülle an Sensor-, Effektor- und Softwareproduzenten und Produkten in Europa nicht realisierbar sein wird. Da können wir uns nochmal in 20 Jahren drüber unterhalten wenn NEREUS und das was folgt seine Wirkung zeigen.

Ein deutsches AEGIS ist hingegen, jedenfalls in der aktuellen Situation, vollkommen unmöglich. Dafür fehlt es hier überall an entsprechender Expertise. Hensoldt war selbst beim TRS-4D LR auf außereuropäische Hilfe angewiesen und die Dose mit deutschen Füwes mache ich gar nicht erst auf. Dazu wäre es auch noch unsinnig, wenn brauchen wir europäische Standartisierung, keine deutsche Eigenbrödlerei.
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Wie ich schon mehrfach betont habe, lassen sich die angedachten Fähigkeiten der F127 fast lückenlos durch europäische Hard- und Software ersetzen. „Lassen sich ersetzen“ im „ist“-Zustand, die meisten Systeme die dafür erforderlich sind, gibt es bereits. Ich sage bewusst fast lückenlos, da man hier nicht von einem 1 zu 1 Klon der F127 sprechen kann, es wird Leistungsunterschiede geben. Was allerdings primär daran liegt, dass die F127 im Bereich Sensorik deutlich stärker ausgestattet ist, als sie es in ihrem angedachten und eingerüsteten Fähigkeitsspektrum sein müsste.

Dazu rührt die lange Bauzeit der F127 meines Ermessens nach nicht durch die Komplexität des Schiffes her (Die in ihren angedachten Komponenten eigentlich ein reiner Stangenkauf ist der kaum neue Integrationsarbeit erforderlich macht), sondern vor allem durch den komplizierten Bauprozess. Denn damit der Beginnen kann, muss Lockheed Martin erst einmal lokale Fähigkeiten angesiedelt und Zweifel ausgebildet haben und die essentiellen FMS Komponenten müssen bereits geliefert und inspiziert worden sein.
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Mit dem im Hinterkopf und der generellen Auslegung auf Hard- und Software die bereits existiert oder sich in der Entwicklung befindet würde ich soweit gehen zu sagen, dass ein europäischer MAD zeitgleich mit der jetzigen F127 zu laufen kann, wenn man nicht zulange mit einer Beschaffung wartet.
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Wie könnte dieser denn aussehen?

Grundlegendes:
Wie ich schon hier dargestellt habe, halte ich es für sinnvoll, keinen gesonderten MAD zu beschaffen sondern eine Doppelklasse von volldimensional befähigten Einheiten, die gesondert mit einem Kit ASW/IKM oder einem Kit AAW ausgestattet werden. Idealerweise teilen sich diese beiden Versionen Rumpf, Powerplant, Layout, Aufbauten, Sensorik sowie die „Grundlagenbefähigung“.

Der Hauptunterschied zwischen beiden würde darin bestehen, dass die ASW/IKM-Version über ein großes Mission Bay mittschiffs verfügen würden, dass modular mit allerlei payload missionsabhängig ausgestattet werden kann.
Die AAW-Version würde an dieser Stelle hingegen einen vergrößerten VLS Komplex aufweisen, wodurch ein Teil der Modularkapazitäten zugunsten von Magazintiefe entfallen würden.

Die folgenden beiden Abbildungen sind KI-generiert und vor ein paar Wochen eigentlich in einem völlig anderen Kontext entstanden.
Sie spiegeln nicht (bzw nicht vollständig) das wieder, was ich mir für eine solche Doppelklasse vorstelle, aber das Prinzip dürfte dadurch ganz gut visualisiert sein.

https://s1.directupload.eu/images/260113/rfpzprmw.png
https://s1.directupload.eu/images/260113/avcpqjux.png

Sensorik und Software:
Wie weiter oben verlinkt tendiere ich für diese Schiffe zu zwei, möglicherweise drei, Radaranlagen die sich gegenseitig komplementieren.
  • Thales SeaFire AESA MFR in der 28x T/R-Module Variante als Hauptradarsystem (S-Band, Reichweite g. Luft-/Bodenziele 500km+/80km+, BMD-fähig)
  • Hensoldt TRS-4D AESA MFR fixed als Sekundärradar (C-Band, Reichweite 250km+)
  • (+ eventuell) Hensoldt Spexer 2000 3D MkIII Nahbereichsradar (X-Band), eventuell auch als Missionsmodul einrüstbar.
Marinetypisch angeordnet in zwei Sensorinseln, jeweils zwei Panel übereinander, SeaFire unten, TRS-4D oben.

Diese Wahl wird primär dadurch bedingt, dass das SeaFire MFR aktuell und auf absehbare Zeit das mit Abstand modernste und leistungsfähigste Radarsystem aus europäischer Produktion ist und sein wird. Das S-Band System ist für die schwere Luftverteidigung auf der Langstrecke ausgelegt, skalierbar und verfügt über eine ATBM- und Frühwarn-Fähigkeit. Die Reichweite gegen Luftziele beträgt dabei über 500km.
Das System kann aufgrund seiner integrierten T/R-Modul-Struktur auf See gewartet und bei bedarf repariert werden. Es verfügt zudem über die Fähigkeit, Uplink für die ASTER Familie zu stellen. Des weiteren ist das System, typisch für Thales Produkte, darauf ausgelegt, Fähigkeiten und Leistungsverbesserungen später per Software Update zu erhalten, wodurch es nur langsam veraltet und flexibel an zukünftige Bedrohungen angepasst werden kann, bspw gegen neue ECM-Fähigkeiten. Ähnlich wie das BMD-Update für das SMART-L damals würde ich auch einen späteren BMD-Sektor mode für dieses System nicht ausschließen.
https://de.scribd.com/document/662126876...a-fire-eng
https://youtu.be/akqplCGScA8?si=InNJMil2fG4pciMw

Und das TRS-4D ist aufgrund seiner C-Band Auslegung schlicht gut für die Aufklärung von kleinkarätigeren Bedrohungen auf der Kurz- und Mittelstrecke geeignet, bspw UAV und SeaSkimmer in Umgebungen mit reichlich Clutter. Es erfüllt hier eine ähnliche Funktion wie das AN/SPQ-9B auf den Arleigh Burkes.

Das TRS-4D LR halte ich aufgrund wahrscheinlicher Zusammenarbeit und Abhängigkeiten gegenüber ELTA bzw Israel, das natürlich außerhalb Europas liegt, für keine Option.
Des weiteren sollten diese Schiffe über das übliche an EO/IR und Sonarsensorik verfügen, also MSP, ASO, ACTAS usw.
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Auf der Softwareseite ist da wieder die Qual der Wahl.
Das CMS-330 ist aufgrund seiner amerikanisch/kanadischen Herkunft für mich vollkommen vom Tisch. Entsprechend muss eine, möglichst offene und flexible, europäische Alternative her. Die "national"-CM Systeme wie bspw SETIS oder Athena funktionieren zwar, allerdings dürften sich Anpassungen darin als schwierig gestalten da diese Systeme nur für einen sehr spezifischen Kontext konzipiert sind.

Deshalb tendiere ich diesbezüglich zu einem deutschen Standart-CMS auf Basis des 9LV, entwickelt von Saab. Das hat unteranderem damit zutun, dass das 9LV inhärent systemoffen, vielseitig und modular angelegt ist. Idealerweise gibt man bei Saab einen modifizierte Version des 9LV in Auftrag, die schon inhärent auf die zu verwendeten Komponenten vorbereitet ist um keine langwierigen Integrationsarbeiten durchführen zu müssen und sich mit IP und co herumschlagen zu müssen. So schafft man die bestmöglichen Voraussetzungen für ein deutsches "Arbeitsumfeld" ohne sich dabei vom europäischen Standard zu entfernen oder sich durch vollständige Eigenentwicklung zu isolieren. Dabei ist es auch vorteilhaft, dass Saab bereits mit einigen der hier zu verwendenden Komponenten, bspw dem SeaFire, SYLVER und ASTER bei anderen Projekten arbeitet. Mit Hensoldt hat man auf Basis des TRS-3D ebenfalls gemeinsame Erfahrungen.
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Effektorik:
Wenig verwunderlich würden diese Schiffe ebenfalls mit europäischen VLS, Lfk, Seezielflugkörpern und Rohrwaffen ausgestattet.

Als Basis der Lfk Magazine dient das SYLVER NG in den Ausführungen A50 und A70. Daraus werden IRIS-T SLM, ASTER 30 B1NT, MdCN sowie spätere ABM-Effektoren verschossen, die Zeitgleich mit der F127 ihre IOC erreichen sollen.

Beide Versionen dieser Schiffe werden im Rahmen der "Grundbefähigung" wie folgt ausgestattet:
  • 4x SYLVER A50NG (32x IRIS-T SLM + 24x ASTER 30 B1NT)
  • 2x SYLVER A70NG (16x MdCN / 16x ASW-Effektoren / 16x ASTER 30 B1NT)
  • 2x SYLVER A50NG/A70NG FFBNW
Diese Ausstattung stellt die lustseitige Grundbefähigung AAW über Eigenschutz, Verbandsflugabwehr und BM-Eigenschutz dar.
Die AAW-Version dieser Schiffe verfügt anstelle des Mission Bays zudem über Platz für bis zu 8x weitere A50NG/A70NG Module, womit sich die maximal einrüstbare VLS-Magazintiefe mit ausgereizter Aufwuchsreserve auf 16x SYLVER Module bzw 128x Zellen beläuft. Wie viel davon zu Beginn ausgereizt werden sollte, steht für mich noch nicht fest. Ich tendiere aber wie @DeltaR95 zu 96x Zellen, allerdings mit eingerüsteten ABM-Effektoren die zu diesem Zeitpunkt (2035) bereits zur Verfügung stehen sollten.

Stichwort ABM-Effektoren. Ich bin mir noch sehr unsicher, ob hier HYDEF oder AQUILLA sinnvoller ist. Primär dadurch begründet, dass HYDEF von deutschen und spanischen Firmen getragen wird, was nahelegt, dass dieser Effektor für ein AEGIS-Ökosystem optimiert sein wird (zumindest aktuell). Was natürlich in diesem Kontext hier problematisch wäre. Da der Weg in die Zukunft dort aber nicht feststeht, fasse ich das einfach unter "ABM-Effektor" zusammen.

Des weiteren sollten wir uns langsam mal Gedanken über die RIM-116 und den Mk49 Launcher machen.
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RE: Next Generation Frigate F127 (F124 Nachfolger) - von DopePopeUrban - Vor 6 Stunden
RE: Fregatte Klasse F 125 - von Milspec_1967 - 25.10.2024, 00:21
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