Gestern, 11:34
Mal eine etwas andere Sichtweise auf die doch recht einseitigen Reaktionen zum US-Zugriff:
Es ist schon relativ erfrischend, dass einer der großen deutschen Nachrichtensende nicht gleich sofort wieder in das Horn des Völkerrechtsbruches hineinstößt, sondern auch einmal die kleinen Leute, wenn auch nur die bei uns im Land, zu Wort kommen lässt. Und hier zeichnet sich ab, dass die Venezolaner, auch wenn sie manches in der Zukunft skeptisch sehen, in der Masse erst einmal froh darüber sind, dass Maduro abgesetzt wurde.
D. h. wenn man schon das Völkerrecht bemüht, dann sollte man sich in Erinnerung rufen, dass dieses (so denn der Name) den Völkern ja eigentlich dienen sollte - und nicht irgendwelche Tyrannen de facto Schutz gewähren darf.
Schneemann
Zitat:Nach Trumps Militärschlaghttps://www.zdfheute.de/politik/deutschl...n-100.html
Wie Venezolaner in Sachsen in die Zukunft schauen [...]
Es war am Morgen des 3. Januar, als mancher zunächst nicht glauben wollte, was da als Eilmeldung durch die Medien ging: US-Kampflugzeuge über Venezuelas Hauptstadt. Eine Elitetruppe der US-Armee hatte Präsident Maduro und dessen Ehefrau gefangen genommen und per Flugzeug in die USA überstellt. [...] Trotz Kritik der Vereinten Nationen, die den Militäreinsatz von US-Präsident Trump als "Untergrabung des Völkerrechts" einstufen, ist der Sturz Maduros für viele Exil-Venezolaner in Deutschland erst einmal ein lange ersehntes Zeichen der Hoffnung. [...]
In Sachsen gibt es die größte venezolanische Community deutschlandweit. Rund 9.000 Frauen und Männer aus Venezuela leben und arbeiten dort, bestätigt das Sächsische Innenministerium. [...] In Dresden und Leipzig fanden am Sonntag spontane Kundgebungen von Exil-Venezolanern statt. [...] Erst einmal hätten alle auf das Ende von Maduro in der fernen Heimat angestoßen, berichtet der 36-jährige. [...]
Noch seien die Machtverhältnisse in Venezuela nicht entschieden, die Lage fragil und gefährlich, mahnt der 24-jährige Jeremy Salazar, der im Restaurant von Richard Serrano arbeitet. Der Highschool-Absolvent, der 2023 nach Deutschland kam, hatte seine Mutter in Venezuela von Leipzig aus über den Sturz Maduros informiert. "Ich habe meiner Mutter gesagt, dass Maduro weg ist." Seine Mutter wollte das zuerst gar nicht glauben, berichtet er. [...] Und wie bewertet Salazar das Eingreifen der USA? "Komplex", zitiert er den deutschen Bundeskanzler. Es könnte ein Wendepunkt in der Weltpolitik sein, der Ausgang ist offen. [...]
Es ist schon relativ erfrischend, dass einer der großen deutschen Nachrichtensende nicht gleich sofort wieder in das Horn des Völkerrechtsbruches hineinstößt, sondern auch einmal die kleinen Leute, wenn auch nur die bei uns im Land, zu Wort kommen lässt. Und hier zeichnet sich ab, dass die Venezolaner, auch wenn sie manches in der Zukunft skeptisch sehen, in der Masse erst einmal froh darüber sind, dass Maduro abgesetzt wurde.
D. h. wenn man schon das Völkerrecht bemüht, dann sollte man sich in Erinnerung rufen, dass dieses (so denn der Name) den Völkern ja eigentlich dienen sollte - und nicht irgendwelche Tyrannen de facto Schutz gewähren darf.
Schneemann
