Gestern, 17:55
(Gestern, 17:22)Broensen schrieb: Er zieht in dem Moment, als sie von Rückwärts- zu Vorwärtsfahrt wechselt und den Einschlagwinkel der Lenkung umkehrt.Schlicht nein. Es ist für den Schützen in den Sekundenbruchteilen nur erkennbar, dass sich das Fahrzeug von der Rückwärtsfahrt plötzlich in die Vorwärtsfahrt begibt und damit direkt auf ihn zukommt. Womöglich hört er noch das die Räder durchdrehen und weiß damit, dass hier gerade zwei Tonnen Fahrzeug mit hoher Energie im Bewegung gesetzt werden. Er steht dabei viel zu nah am Fahrzeug um noch die Ausrichtung der Räder zu erfassen und er hat keine Zeit mehr abzuwarten, ob die Dame ihn überfahren oder 'nur' entkommen möchte.
Im Moment der Schussabgabe befand sich das Fahrzeug bereits in Fahrt nach rechts, was für den Schützen auch erkennbar gewesen sein sollte, sei es aufgrund der Fahrzeugbewegung, des Blicks auf die lenkende Fahrerin oder auch aufgrund des vorhergehenden Zurücksetzens nach links, das eindeutig dazu dienen sollte, in der Folge nach rechts auf die einzig freie Fahrtrichtung einzuschwenken.
(Gestern, 17:22)Broensen schrieb: Die Aussage ist doch sehr grenzwertig, zumindest zum Zeitpunkt der Schussabgabe. Denn die hat ja an dem Fahrweg nichts verändert und trotzdem wurde der Schütze nicht vom Fahrzeug getroffen, obwohl er keine nennenswerte Ausweichbewegung gemacht hat.Das ist inkorrekt, der Schütze wurde vom Fahrzeug erfasst und druch das Fahrzeug zur Seite gedrängt.
Das er da noch glimpflich davongekommen ist liegt übrigens nur daran, dass die Räder zunächst kein Traktion gehabt haben als die Dame aufs Gas getreten ist und durchgedreht sind. Auf weniger gefrorernen Grund wäre das Fahrzeug sofort direkt nach vorne geschossen und hätte den Schützen voll erwischt. Damit musste er im Moment der Schussentscheidung rechnen.
(Gestern, 17:22)Broensen schrieb: Nein, das musste er nicht. Er hätte die Situation auch korrekt einschätzen können und von Berufs-wegen eigentlich sogar müssen. Man könnte ihm allerdings zugute halten, dass er es aus seiner Perspektive in der knappen Reaktionszeit so wahrgenommen hat, wodurch man -wie ich ja bereits schrieb- davon ausgehen kann, dass er dafür nicht belangt werden wird, obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass er falsch gehandelt hat.Nein, er hat eben richtig gehandelt. Die Situation ist höchst einfach: Er steht direkt vor einem 2t Fahrzeug das im Begriff ist mit durchdrehenden Reifen loszufahren. Mehr Einschätzung ist nicht möglich, er kann nicht wissen ob die Frau nach links oder rechts oder geradeaus fahren, ihn überfahren oder stoppen wird, wenn er unter dem Fahrzeug liegt.
Wir wissen das im Nachhinein, weil wir mit Videos aus anderer Perspektive und den weiteren Fortgang der Situation darauf schließen können, was die Frau vor hatte.
Das ist aber nicht relevant für die Entscheidung des Schützens.
