(Amerika) Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.)
(07.01.2026, 14:06)voyageur schrieb: ...
Pfeiler einer Souveränität ist doch die Fähigkeit die eigene Bevölkerung ernähren zu können, und wir opfern unsere Landwirte für Export einiger BMW.
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dieses traditionelle Verständnis scheint mir schon seit Jahrzehnten überholt, wiewohl die landwirtschaftliche Lobby in ganz Europa darauf drängt. Und da haben schon die nationalen Landwirte ihre Probleme miteinander, die sie auf die pöse EU abwälzen:
die bayerischen Mittelständler fürchten schon seit Jahrzehnten die Großbauern aus Norddeutschland mit ihren riesigen Kartoffelfeldern. Die Norddeutschen Landwirte hatten wieder Angst vor den Ostdeutschen LPGs mit ihren noch größeren Anbauflächen, und die wiederum haben die polnischen und niederländischen Landwirtschaftsfabriken gefürchtet.
Es stimmt, bei den Landwirten kommt "zu wenig an". Nur - ist das die Schuld aller anderen Bauern, die insgesamt zu viel produzieren um die Güter knapp und die Preise hoch zu halten, oder ist das nicht der Zwischenhandel, der bis zum Ende der Kaufpreisspirale beim städtischen Verbraucher satte Margen drauf schlägt und trotzdem die Erzeuger im Preis drückt wo er kann?

Aber schauen wir uns doch die Sache genauer an.
Was produziert die Landwirtschaft in Europa selbst?
Das ist doch schon jedes Land unterschiedlich. Lebensmittel sind erst mal nur ein Teil der landwirtschaftlichen Produktion. Und die französischen Winzer werden sicher nicht von den Kartoffelbauern aus Deutschland und den Niederlanden oder den Rinderhaltern in Norddeutschland an die Wand gedrängt.
Nur wenige Lagen in Deutschland können dagegen bei der Weinproduktion mit den romanischen Ländern - von Frankreich über die iberische Halbinsel bis Italien - und Griechenland mithalten.
Und alle miteinander werden kaum - trotz diverser Überseegebiete - die Absatzmengen für Bananen, Kakao. Kaffee und Tee erzeugen, die wir in Europa verspachteln.

Die einzige, für mitteleuropäische Verhältnisse maßgebliche, Konkurrenz aus Mercosur-Ländern könnten die Gauchos aus Argentinien mit ihren Rindern sein (ja, ich esse Rindfleisch, schon aus Klimaschutzgründen um die Methan-Produktion zu reduzieren).
Aber ob das abgehangene Steak aus dem Massentransport von Argentinien wirklich mit dem Angus-Rind aus heimischer Produktion (von der Wiese frisch auf den Grill) mithalten kann?
Letztendlich sind die Rinderherden aus Argentinien keine Konkurrenz für die europäischen Bauern, sondern vielmehr für die nordamerikanischen Rancher.
Das ist aber Konkurrenz zugunsten der Verbraucher. und nicht zu Lasten der europäischen Winzer.
Im Gegenteil: zu einem guten Rindersteak gehört nach einer Vorspeise aus Gougères ein perfekter Rotwein, der dann in den Abend mit guten Häppchen aus Gruyère, Comté oder Emmentaler überleitet.
Und ehrlich gesagt - ich habe nichts dagegen, mich beim Steak von den Cowboys etwas unabhängiger zu machen.
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