Vor 4 Stunden
(24.05.2025, 11:14)Turin schrieb: Ein nuklear getriebener Eisbrecher ist denkbar, aber ich sehe nicht, was sich aus den bisher bekannten Bildern in der Hinsicht gross ableiten laesst. Wir wissen nicht, ob das Kielblock-Arrangement komplett ist. Wir sehen bisher nur zwei Module im Dock. Beide sind, soweit ich weiss, etwas ueber 40 Meter breit, was zu einem Traeger passt.China wird mit Sicherheit einen Nuklearantrieb für einen Träger erst einmal testen - das Risiko, dass der Antrieb nicht hält, was er verspricht, ist bei den Herstellungskosten für einen Träger zu groß.
Damit ist quasi schon Ende Gelaende. Ansonsten, wie sicher bekannt, sind hinter dem Trockendock die Mockups fuer J-15 etc geparkt und man findet dort auch etwas, das wie ein Testmodul fuer den Traeger aussieht, ziemlich genau wie in Jiangnan einige Zeit, bevor wir die ersten richtigen Module zu sehen bekamen fuer Fujian.
Lange Rede, kurzer Sinn: Abwarten und gruenen Tee trinken.
Die Frage ist, ob das in einem Eisbrecher passiert (wie ich für den Neubau in Dalian erwarte), oder in einem anderen Schiffstyp. Da geistern schon seit längerer Zeit immer wieder Meldungen zu einem "Nuklearfrachte" durch die diversen Foren.
Diese Pläne zum "Nuklearfrachter" landen nun langsam auch in den Medien:
Zitat:Bericht: China plant nukleares Frachtschiff, das jahrelang ohne Tankstopp fahren sollberichtet die Berliner Zeitung. Der Hinweis auf die staatliche Unterstützung zeigt, dass - ganz primitiv gesagt - Chinas Regierung ein großes Interesse an der Entwicklung dieses Antriebs hat. Aus welchen Gründen sei einmal dahin gestellt. Vordergründig liegt es auf der Hand, einen Musterantrieb für künftige CVN zu vermuten.
In China soll ein nuklear betriebenes Frachtschiff entwickelt werden, das lange Zeit ohne Tankstopp fahren kann. Was ist bisher bekannt?
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Das Konzept des Schiffes wurde erstmals 2023 vorgestellt, es waren aber nur wenige technische Details bekannt. Ein leitender Ingenieur der Jiangnan Shipbuilding Group, Hu Keyi, erklärte dem Bericht zufolge gegenüber der chinesischen Fachzeitschrift Ship & Boat im Oktober, dass die vom Reaktor erzeugten 200 Megawatt Wärme nicht direkt zum Antrieb des Schiffes genutzt werden sollen.
Hürden bei Entwicklung des Schiffs
Stattdessen sei vorgesehen, dass die Wärme einen Generator mit überkritischem Kohlendioxid (sCO2) antreibt, der nach dem Brayton-Kreisprozess arbeitet. Dabei handelt es sich um ein thermodynamisches Verfahren, das Wärme effektiver in Strom umwandelt als herkömmliche Dampfturbinen. So soll genug Leistung erzeugt werden, um das Schiff jahrelang ohne Tankstopp fahren zu lassen. Zudem sei ein Dieselgenerator für Notfälle geplant.
Hu zufolge sei der Reaktor sicher, unter anderem weil er zusätzlich zu den vorgesehenen Sicherungsmechanismen als versiegelte, modulare Einheit verbaut werden soll, die nach 10 Jahren nicht nachgetankt, sondern ausgetauscht wird. Dies verringere das Risiko von Lecks. Der Reaktor arbeite außerdem unter Atmosphärendruck, wodurch das Risiko eines explosionsartigen Druckaufbaus entfalle.
China verfolgt laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua über bedeutende Thorium-Vorkommen. Dennoch verbleiben große Hürden bei der Entwicklung des Schiffs. „Es wird erwartet, dass die Investitionskosten für ein nuklear betriebenes Handelsschiff deutlich höher sein werden als die für ein konventionelles Schiff“, so Hu. Neben Baukosten sei unter anderem mit laufenden Kosten für Reaktorwartung oder Entsorgung von Brennelementen zu rechnen.
„Private Unternehmen allein können ein so enormes Bau- und Betriebsrisiko nicht tragen“, sagte er weiter. Möglicherweise seien also staatliche Unterstützungen oder Garantien für eine kommerzielle Entwicklung notwendig, hieß es.
Ob China darüber hinaus generell bei Marineantrieben für größere Schiffe auf fossile Brennstoffe und deren Belastungen verzichten will, kann eine weitere Vermutung sein.
