25.11.2024, 10:22
(25.11.2024, 07:17)muck schrieb: Exzellenter Artikel der 'Times of Israel', der zwar die Berechtigung des IStGH-Vorgehens anzweifelt, aber der Regierung Netanjahu und den rechten Hardlinern die Schuld dafür gibt, dass es überhaupt so weit kam: (Quelle)Der Artikel stellt die These auf, dass die Einrichtung einer Untersuchungskommission die Anklage verhindert hätte und alles anders gekommen wäre wenn doch diese oder jene Aussage nicht gefallen wäre. Das ist doch hanebüchen.
Jedes Wort darin könnte ich unterschreiben.
Nüchtern betrachtet ist Netanjahus Karriere ganz erstaunlich. Israel hat eine lebendige Demokratie und bringt fähige Politiker hervor, aber dieses Wiesel ist ihnen immer einen Schritt voraus.
Die Anklagen sind ideologisch getrieben - wäre Israel proaktiver gegen das jetzige Narrativ vorgegangen hätte dieser Chefankläger halt andere Argumente aus dem Hut gezaubert. Das ist ein Spiel das schlicht nicht zu gewinnen ist.
Es ist übrigens auch grob irreführend, dass der Artikel überhaupt auf die im Raum stehende Untersuchungskommission und die Streitereien um die genaue Ausgestaltung abstellt. Diese Kommission hätte nur den Auftrag die Geschehnisse des 7. Oktobers und das vorangegangene Versagen zu untersuchen. Der Krieg selber wäre überhaupt nicht Untersuchungsauftrag. Da werden also wieder Sachverhalte vermischt um Netanjahu ans Bein zu pinkeln.
Ist auch nicht verwunderlich, der Autor Alon Tal ist ein ziemlich radikaler Grüner, dessen größter politischer Erfolg darin bestand, das israelische Rechtssystem dazu zu missbrauchen, die Ernennung von Gallant zum Chief of Staff zu verhindern.
(25.11.2024, 00:37)Skywalker schrieb:Ein ekelerregender Anwurf und auch nur wieder Teil der systematischen Kampagne gegen Netanyahu. Genau diejenigen die ihn jetzt dafür kritisieren nicht proaktiv gegen die Hamas vorgegangen zu sein haben in der letzten Dekade massiv darauf gedrängt, dass genau das nicht passiert.Zitat:Hätte die Terrorattacke der Hamas auf Israel verhindert werden können? Laut einem Medienbericht gab es zumindest die Möglichkeit, die Führung der Miliz rechtzeitig auszuschalten. Premier Netanyahu soll sich aber geweigert haben.
Netanyahus Kurs möglichst keine eskalierenden Schritte gegen die Hamas zu tätigen wurde nicht nur vorbehaltlos unterstützt, Netanyahu wurde noch hart dafür kritisiert nicht viel weiter auf die Hamas und Gaza zuzugehen.
Das allerletzte was seine Kritiker gewollt hätten wäre eine Wiederaufnahme der gezielten Tötungen im tiefsten Frieden. Ihm daraus einen Strick drehen zu wollen, ihn dafür zu kritisieren ja Maßnahmen gegen die Hamas-Tunnel ergriffen zu haben anstatt die oberirdischen Grenzanlagen weiter auszubauen ist an Verlogenheit nicht zu überbieten.
Genauso der Anwurf doch nicht proaktiv mit einem Erstschlag einen Krieg vom Zaun gebrochen zu haben oder wie SPON meint Netanyahu andichten zu wollen "das er sich in Militäroperationen geweigert haben die Hamas militärisch zu vernichten".
Was ein zum Himmel schreiender Unfug. Netanyahu hat niemals und zu keinem Zeitpunkt vor dem 7. Oktober irgendwie auch nur in Ansätzen das politische Kapital gehabt einen Vernichtungsfeldzug gegen die Hamas zu führen. Niemand wäre dafür gewesen, national nicht und international erst recht nicht.
Seine jetzigen Kritiker hätten ihn dafür in der Luft zerrissen und hätten stattdessen mit allergrößter Verve auf genau den Kurs plädiert für den man Netanyahu jetzt hart kritisiert.
Aber das spielt natürlich keine Rolle, Netanyahu ist der Bösewicht und wenn er weg ist wird alles gut / wird man eine andere Galionsfigur für den israelbezogenen Antisemitismus finden.