02.11.2024, 11:16
Zitat:Lieber Schneemann, Du reißt hier gezielt Sätze von Aussagen aus dem Kontext.Nein, das tue ich nicht. Und das weißt du auch. Und damit möchte ich es bitte auch auf sich beruhen lassen - zumal wir hier zu weit vom Thema abkommen.
Zitat:Und worauf basieren diese Zahlen, wenn ich fragen darf? Und woher kommt die Ablehnung, wenn diese nichts mit den Handlungen Israels zu tun haben?Meine Beispielzahlen waren nicht stellvertretend, sondern reine, quasi aus der Luft gegriffene Beispiele. Leider habe ich beim Herumsuchen gerade festgestellt, dass meine ausgedachten (fast positivistischen) Beispiele von der Realität leider wieder mal übertroffen werden.
Insgesamt gibt es wenige verlässliche Zahlen und Umfragen aus muslimischen Ländern, wie die dortigen Bevölkerungen zu Israel und zum Judentum stehen. Aber 2008 bspw. gab es Umfragen in Ägypten und dem Libanon dazu, und hierbei äußerten über 90% der Befragten eine eher oder sehr negative Einstellung gegenüber Juden an sich (es wurde dabei nach Juden gefragt, nicht nach dem Staat Israel als solchem). Von 2011 habe ich beim raschen Suchen diese Umfrage gefunden: https://www.pewresearch.org/global/2011/...persist/3/. Und auch da findet sich eine "positive Haltung" gegenüber Juden in Ägypten, der Türkei, im Libanon, in Jordanien und auch in den palästinensischen Gebieten nur bei 2% bis 4% der Befragten. Entsprechend kann man also von einer überaus negativen Sicht ausgehen. Nach der Haltung zu Israel hat man wohl gnädigerweise nicht gefragt...
Dass sich diese extrem negativen Einstellungen nun durch den aktuellen Krieg signifikant ändern, kann man nicht annehmen. Arg viel schlimmer kann es ja bei einer Ablehnungsquote von 90% oder mehr auch nicht mehr werden. Insofern ist die Aussage, wonach der aktuelle Krieg den Hass auf Juden (bzw. in diesem Fall auch überleitend auf "die Israelis") beflügeln würde, so nicht haltbar. Insofern bleibe ich bei der Feststellung, dass der Versuch, es so darzustellen, nicht nur Unsinn ist, sondern auch den Versuch einer unzulässigen, wenn auch bewussten, Verknüpfung darstellt.
Schneemann