13.10.2024, 20:16
(13.10.2024, 17:44)Quintus Fabius schrieb: Israel hat diesen Krieg wirklich immens gut vorbereitet, anscheinend bis ins allerletzte Detail.Was allerdings noch mehr in den Vordergrund rückt, wie wenig strategisch nachhaltig und strukturiert die aktuelle Regierung dieses operativ so starken Sicherheitsapparates agiert.
(13.10.2024, 17:48)Kongo Erich schrieb: Israel hat es trotz intensivster Bombardierungen bisher nicht geschafft, mehr als nur unbedeutende Randstreifen weit auf libanesisches Territorium vor zu dringen.Vielleicht wollen sie auch gar nicht schnell weiter vorrücken. Die tatsächliche Strategie hinter den aktuellen Operationen ist uns ja nicht bekannt.
Zitat:Es wäre keine Gefahrenzone für die UN, wenn Israel nicht deren Stützpunkte bewusst angreifen würde. ... Um hier eine andere Entscheidung zu erzwingen werden die UN-Truppen sogar selbst bewusst und vorsätzlich attackiert.Diese Anschuldigungen entsprechen einfach nicht der derzeit bekannten Quellenlage:
tagesschau.de schrieb:Die UN-Friedenstruppe im Libanon (UNIFIL) hat der israelischen Armee vorgeworfen, mit Panzern in eine Stellung der Blauhelmsoldaten im Südlibanon eingedrungen zu sein und zudem ihre Truppenbewegungen blockiert zu haben.Nun kann man die Begründung und wahre Intention vielleicht in Frage stellen, aber ein Angriff hat defacto nicht stattgefunden, das gibt auch der Vorwurf der Betroffenen so nicht her.
Am frühen Morgen hätten zwei israelische Panzer das Haupttor der Stellung in der Gegend von Ramia zerstört und seien "gewaltsam" eingedrungen, hieß es in einer Erklärung von UNIFIL. Nach 45 Minuten seien diese wieder abgezogen. Am Vortag hätten Soldaten der israelischen Armee zudem "eine entscheidende logistische Bewegung der UNIFIL in der Nähe von Mais al-Dschabal blockiert und ihr den Weg versperrt", hieß es weiter. UNIFIL forderte die Verantwortlichen auf, Erklärungen zu liefern und sprach von "schockierenden Verstößen".
Das israelische Militär teilte dazu mit, dass ein Panzer, der Verwundete transportierte und unter Beschuss lag, beim Wenden einige Meter weit in den UNIFIL-Stützpunkt eingedrungen sei. Zudem seien Rauchgranaten gezündet worden, um den Abtransport der verwundeten Soldaten abzusichern. Anschließend habe der Panzer den Stützpunkt verlassen. Für die UN-Soldaten sei von den israelischen Streitkräften zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr ausgegangen
(13.10.2024, 19:48)Quintus Fabius schrieb: Deine negativen Emotionen in Bezug auf Israel verstellen dir die Wahrnehmung und lassen dich schlicht und einfach zu falschen Schlußfolgerungen kommen.Ein Grundproblem in diesem und auch anderen Konflikten. Sobald man Empathie für die Opfer entwickelt, setzt die rationale Einordnung oft aus. Kommt dann noch die Schwierigkeit hinzu, dass beide Seiten sich erhebliches Fehlverhalten erlauben, spielt es oft keine Rolle mehr, wer "im Recht ist" oder ob die beidseitigen Fehlverhalten in einem direkten Zusammenhang stehen. Man landet auf der Seite, für die man die stärkere Empathie entwickelt und jedes Geschehen wird dem folgend aus der Perspektive dieser Seite gewertet. Und kommt dann noch hinzu, dass die absolute Mehrheit der Öffentlichkeit keine Ahnung von militärischen Aspekten hat, wird das ganze noch schwieriger.
Das soll sich jetzt gar nicht auf Erich beziehen, sondern gilt allgemein für all jene außenstehenden Beobachter, die keinen direkten persönlichen Bezug zum Konflikt haben.