08.10.2024, 21:55
Zitat:Was ist das israelische Ziel des Krieges ???
Die von voyageur hier zurecht geäußerte Frage ist in Wahrheit die alles entscheidende. Die Opferzahlen sind demgegenüber nur Statistik, und weder bilden sie das Leid der Palästinenser ab, noch können sie den Fakt verdeutlichen, dass die Palästinenser hier die Opfer eines monströsen Gesamtgeschehens sind - an welchem die Hamas allein die Schuld trägt - welches aber natürlich trotzdem für die Menschen dort eine einzige Katastrophe darstellt.
Vor einiger Zeit hatte sich mal ein Nutzer hier abgemeldet explizit mit der Begründung und dem (berechtigten) Vorwurf, zu viele hier würden viel zu kalt, mechanistisch, und unmenschlich über die Palästinenser schreiben, als wären diese nichts wert.
Daran ist durchaus etwas dran und ich selbst bin da zweifelsohne eine dieser Personen, da ich ohnehin zu solchen mechanistischen rein funktionellen Betrachtungweisen neige, welche ethisch-moralische Fragen oft zu weitgehend außer Acht lassen.
Die Palästinenser sind hier in ihrer Mehrheit die Opfer, und ihr Leid ist für die heutige Zeit und die Umstände extrem. Das muss man schon auch mal festhalten an dieser Stelle. Wenn man jetzt schon zur Frage der Einordnung der Verheerungen ernsthafte große Kriege bemühen muss, ich beispielsweise den meiner Meinung nach besser passenden Vietnamkrieg, andere sogar den Zweiten Weltkrieg, zeigt allein dies schon auf, von welch immensen menschlichen Leid wir hier schreiben. Denn allein schon die Vergleiche zu solchen Kriegen sollten aufzeigen, wie extrem die Lage in Gaza ist.
Was also ist das Kriegsziel ? Und keine Sekunde glaube ich diesbezüglich irgendeine der Äußerungen Netanjahus. Denn damit diese Toten selbst wenn man es rein funktional-mechanistisch betrachtet irgendeinen Zweck haben, müssten sie der Erreichung eines Zieles dienen.
Krieg darf kein Selbstzweck sein, die militärische Gewalt muss daher einer Zielsetzung dienen. Und das ist mein Problem mit der aktuellen israelischen Nicht-Strategie. Man kämpft einfach so vor sich hin, ohne irgendeinen größeren Plan. Das befürworten die einen als Realismus und behaupten, man könne unter keinen wie auch immer gearteten Umständen mehr tun, aber diese Perspektivlosigkeit stellt zugleich hochgradig in Frage, was da militärisch getan wird.