09.06.2024, 11:08
(08.06.2024, 14:10)Schneemann schrieb: Was im Grunde und zudem ein Faktor sein könnte, dass man die Hamas an der langen Hand verhungern lassen will. Bzw. dass sie keine größere Eskalation wert ist, zumal man die IDF mit dem Überfall am 7. Oktober und seitdem ja zumindest in erheblichem Maße beschäftigt - was sicherlich im Interesse der Iraner ist (unabhängig davon, wie tief die Verstrickungen zwischen Iran und Hamas nun waren oder nicht waren).
Hä? Die Juden wollen zwar zweifelsohne die Palästinenser als Volk verhungern lassen bzw. auslöschen. Aber niemand will die Hamas verhungern lassen. Die Hamas ist doch für alle Seiten hoch nützlich.
Zitat:d. h. wonach die Hamas bzw. die Muslimbrüder auch ein Vehikel der Israelis seien - ist aber in der Pauschalität nicht haltbar.
Das sieht Du falsch. Nur als Beispiel:
Zitat:‘Buying Quiet’: Inside the Israeli Plan That Propped Up Hamas
Prime Minister Benjamin Netanyahu gambled that a strong Hamas (but not too strong) would keep the peace and reduce pressure for a Palestinian state.
By Mark Mazzetti and Ronen Bergman
Reporting from Tel Aviv and Jerusalem
Dec. 10, 2023
Just weeks before Hamas launched the deadly Oct. 7 attacks on Israel, the head of Mossad arrived in Doha, Qatar, for a meeting with Qatari officials.
For years, the Qatari government had been sending millions of dollars a month into the Gaza Strip — money that helped prop up the Hamas government there. Prime Minister Benjamin Netanyahu of Israel not only tolerated those payments, he had encouraged them.
During his meetings in September with the Qatari officials, according to several people familiar with the secret discussions, the Mossad chief, David Barnea, was asked a question that had not been on the agenda: Did Israel want the payments to continue?
Mr. Netanyahu’s government had recently decided to continue the policy, so Mr. Barnea said yes. The Israeli government still welcomed the money from Doha.
In interviews with more than two dozen current and former Israeli, American and Qatari officials, and officials from other Middle Eastern governments, The New York Times unearthed new details about the origins of the policy, the controversies that erupted inside the Israeli government and the lengths that Mr. Netanyahu went to in order to shield the Qataris from criticism and keep the money flowing.
https://www.nytimes.com/2023/12/10/world...hamas.html
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Zitat:Du möchtest doch nicht ernsthaft abstreiten, dass z. B. die Hisbollah ein verlängerter Arm Teherans ist und auch Weisungen von dort erhält?
Aha und welche "Weisungen" sind das?
Zitat:Wenn es nun zu einem größeren Krieg mit Israel käme, würde das Land diesen sehr wahrscheinlich nicht überstehen, sondern es würde in neuen Wirren, vielleicht sogar in einem neuen Bürgerkrieg entlang der konfessionellen Grenzen versinken. Und das wiederum würde die recht gute innenpolitische Position bzw. die weitgehend gefestigte Machtbasis der Hisbollah mittelfristig gesehen extrem gefährden. Ein Umstand, den weder die Hisbollah noch in Iran irgendwer brauchen könnte. Insofern sehe ich keinen Sinn darin und verstehe es auch nicht, wenn die Hisbollah nun in Nordisrael herumzündelt bzw. deswegen nenne ich diese aktuellen Aktionen einen strategischen Fehler (aus der iranischen Perspektive gesehen, ohne nun Sympathien damit ausdrücken zu wollen).
Die Israelische Armee ist eine Air Force und heißspornige, unterfahrene Reservisten Armee mit ein paar wenigen Profis in Bezug auf Kriegsführung dazwischen. Nur ein Bruchteil der Kräfte hatte jemals Kontakt mit Gegnern die mit mehr als mit einem Stein bewaffnet waren. Dank potenter Panzerabwehrmittel aus dem Iran bieten die gepanzerten Fahrzeuge der Israelis kaum noch effektiven Schutz. Das wird hohe Verluste geben auf Seiten der israelischen Truppen. Viele davon sind gerade mal 18, 19, 20 Jahre alt. Mit 21 jährigen Offizieren und so einem Quatsch.
Und bereits jetzt ist die israelische Wirtschaft seit dem 7.10.2023 um 20%(!) geschrumpft. Also aus einem militärischen Nichts heraus, insbesondere verglichen mit dem, was noch kommt oder kommen kann. Sanktionseffekte, die ganz unabhängig von einem von Dir angedeutet schmutzigen Krieg gegen den Libanon noch eintreten werden, sind dabei gar nicht berücksichtigt. Ebenso wenig materielle Schäden durch das Raketenarsenal der Hisbollah, wenn dieses in einem von Dir skizzierten Szenario entfesselt wird. Und können wir ausschließen, dass das die einzige Front bleibt?