18.10.2023, 13:56
Ich hatte schon einmal angemerkt, dass ich ein Skeptiker bei emotionalen Themen bin, und ebenso verhält es sich auch aktuell mit den Meldungen über den angeblichen Angriff auf die Klinik in Gaza.
1. Ich denke nicht, dass die IAF hier verantwortlich zeichnet. Wäre sie es und hätte eine JDAM eingeschlagen, wäre das Gebäude platt wie eine Flunder, ein kollabierter, verschachtelter Trümmerhaufen aus Betonplatten und Deckenteilen. Aber wir würden nicht nur ausgebrannte Fahrzeuge auf einem Parkplatz sehen. Und bislang sieht man überall entweder einen zerdepperten Parkplatz - von grob der Größe eines Tennisplatzes - und rund ein dutzend Fahrzeugwracks sowie teils abgedeckte Dächer und kaputte Scheiben. Das sieht eher nach einem Beschuss mit einem leichten Flugkörper auf den Vorplatz aus, zumindest würde selbst eine 500-Pfund-Bombe ganz andere, deutlich massivere Schäden anrichten.
2. Die Zahl der Opfer muss sehr vorsichtig betrachtet werden. Angesichts der eingrenzbaren Schäden ist es sehr fraglich, ob überhaupt eine solche Anzahl von Menschen auf dieser Fläche hätte sein können, vermutlich hätten es tausende sein müssen, um 500 Opfer zu bewirken. Selbst wenn man sich an die fürchterlichen Mörserangriffe auf Sarajevo in den 1990ern erinnert, wo 120-mm-Mörsergranaten mit entsprechender Splitterwirkung in voll bevölkerte Märkte schlugen - auch dort gab es quasi keinen Krater -, gab es zwar leider dutzende Tote und Verletzte, aber keine 500 Toten. Bislang erachte ich die kolportierte Opferzahl insofern als maßlos überzeichnet.
3. Auch bei manchen Bildern war ich etwas irritiert. Es gibt da einige Bilder, ich verlinke sie nicht, wo zu sehen ist, wie halb abgedeckte Körper auf Bahren reanimiert werden. Das sieht sehr dramatisch aus. Mir fiel aber auf, dass die Körper nicht nur völlig reaktionslos, sondern geradezu "steif" wirkten. Nimmt man nun die beinahe unnatürlich bleiche Körperfarbe und die (möglicherweise, da sind die Bilder zu unscharf) lividen Verfärbungen der auf den Bahren liegenden Körpern an den Extremitäten hinzu, so bin ich mir nicht sicher, ob es sich hier um unmittelbare Opfer eines Angriffes handelt. Beinahe könnte man meinen, es hätten Leichen aus dem Kühlhaus "wiederbelebt" werden sollen.
4. Last but not least: Dass es so oder so Opfer unter palästinensischen Muslimen gibt, davon ist auszugehen. Aber wieso trifft man zufälligerweise die einzige christlich geführte Klinik in Gaza (die auch eine Kirche im Inneren hat)? Wäre es eine gezielte propagandistische Aktion, um die Schuld den Israelis zu geben, wäre es auch für den Islamischen Dschihad oder die Hamas eher schwer intern zu erklären, weswegen man deswegen eine muslimische Klinik beschießt. Bei einer christlich geführten Einrichtung kann man sich noch irgendwie herausreden. Und wenn dadurch auch das Leid der Verletzten und der Bevölkerung verstärkt wird, kann man so oder so die Israelis bezichtigen.
Artikel:
Aber letztlich spielt es keine sonderlich große Rolle mehr. Denn wenn es der Islamische Dschihad war, werden es viele in muslimischen Ländern eh nicht glauben. Und das Ziel wäre auch erreicht: Das massive Hervorrufen von Protesten...
Ansonsten:
POTUS ist vor Ort: https://www.foxnews.com/live-news/octobe...-hamas-war
Scholz war vor Ort: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/...o-100.html
Schneemann
1. Ich denke nicht, dass die IAF hier verantwortlich zeichnet. Wäre sie es und hätte eine JDAM eingeschlagen, wäre das Gebäude platt wie eine Flunder, ein kollabierter, verschachtelter Trümmerhaufen aus Betonplatten und Deckenteilen. Aber wir würden nicht nur ausgebrannte Fahrzeuge auf einem Parkplatz sehen. Und bislang sieht man überall entweder einen zerdepperten Parkplatz - von grob der Größe eines Tennisplatzes - und rund ein dutzend Fahrzeugwracks sowie teils abgedeckte Dächer und kaputte Scheiben. Das sieht eher nach einem Beschuss mit einem leichten Flugkörper auf den Vorplatz aus, zumindest würde selbst eine 500-Pfund-Bombe ganz andere, deutlich massivere Schäden anrichten.
2. Die Zahl der Opfer muss sehr vorsichtig betrachtet werden. Angesichts der eingrenzbaren Schäden ist es sehr fraglich, ob überhaupt eine solche Anzahl von Menschen auf dieser Fläche hätte sein können, vermutlich hätten es tausende sein müssen, um 500 Opfer zu bewirken. Selbst wenn man sich an die fürchterlichen Mörserangriffe auf Sarajevo in den 1990ern erinnert, wo 120-mm-Mörsergranaten mit entsprechender Splitterwirkung in voll bevölkerte Märkte schlugen - auch dort gab es quasi keinen Krater -, gab es zwar leider dutzende Tote und Verletzte, aber keine 500 Toten. Bislang erachte ich die kolportierte Opferzahl insofern als maßlos überzeichnet.
3. Auch bei manchen Bildern war ich etwas irritiert. Es gibt da einige Bilder, ich verlinke sie nicht, wo zu sehen ist, wie halb abgedeckte Körper auf Bahren reanimiert werden. Das sieht sehr dramatisch aus. Mir fiel aber auf, dass die Körper nicht nur völlig reaktionslos, sondern geradezu "steif" wirkten. Nimmt man nun die beinahe unnatürlich bleiche Körperfarbe und die (möglicherweise, da sind die Bilder zu unscharf) lividen Verfärbungen der auf den Bahren liegenden Körpern an den Extremitäten hinzu, so bin ich mir nicht sicher, ob es sich hier um unmittelbare Opfer eines Angriffes handelt. Beinahe könnte man meinen, es hätten Leichen aus dem Kühlhaus "wiederbelebt" werden sollen.
4. Last but not least: Dass es so oder so Opfer unter palästinensischen Muslimen gibt, davon ist auszugehen. Aber wieso trifft man zufälligerweise die einzige christlich geführte Klinik in Gaza (die auch eine Kirche im Inneren hat)? Wäre es eine gezielte propagandistische Aktion, um die Schuld den Israelis zu geben, wäre es auch für den Islamischen Dschihad oder die Hamas eher schwer intern zu erklären, weswegen man deswegen eine muslimische Klinik beschießt. Bei einer christlich geführten Einrichtung kann man sich noch irgendwie herausreden. Und wenn dadurch auch das Leid der Verletzten und der Bevölkerung verstärkt wird, kann man so oder so die Israelis bezichtigen.
Artikel:
Zitat:GAZASTREIFENhttps://www.faz.net/aktuell/politik/isra...51103.html
Ein Raketeneinschlag mit verheerender Wirkung
Nach dem Raketeneinschlag in einem Krankenhaus im Gazastreifen macht die Hamas die Israelis dafür verantwortlich, diese den Islamischen Dschihad. Fest steht nur: Die arabischen Proteste machen eine Deeskalation noch schwieriger.
Es war ein Raketeneinschlag, der auch politisch verheerende Wirkung hatte. Hunderte Zivilisten wurden dabei laut Angaben der Behörden im von der Hamas beherrschten Gazastreifen getötet. Die radikalislamische Palästinenserorganisation erklärte, ein israelischer Luftangriff habe das Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza-Stadt getroffen, dessen Träger die anglikanische Diözese Jerusalem ist. Dorthin hatten sich Zivilisten vor dem Dauerbombardement der israelischen Luftwaffe geflüchtet, die heftige Luftangriffe auf Ziele im inzwischen belagerten Gazastreifen fliegt, seit Hamas-Terrorkommandos am 7. Oktober nach Israel vorgedrungen waren und nie da gewesene Massaker an der Zivilbevölkerung angerichtet hatten.
Die israelischen Streitkräfte schlossen allerdings kategorisch aus, die Klinik bombardiert zu haben, und erklärten, eine fehlgeleitete Rakete der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad sei auf dem Gelände eingeschlagen. Israel bezweifelte außerdem die von der Hamas gemachten Angaben, es seien bis zu 500 Menschen getötet worden. Die Armee veröffentlichte nächtliche Videoaufnahmen, die das alles beweisen sollen.
Aber letztlich spielt es keine sonderlich große Rolle mehr. Denn wenn es der Islamische Dschihad war, werden es viele in muslimischen Ländern eh nicht glauben. Und das Ziel wäre auch erreicht: Das massive Hervorrufen von Protesten...
Zitat:Many Killed In Massive Explosion At Gaza Hospital (Updated) [...]https://www.thedrive.com/the-war-zone/ma...a-hospital
Hamas on its Telegram channel called for Arabs and Muslims “now and immediately to take direct action and show anger everywhere, and to demonstrate in front of the embassies of the Zionist entity, and not wait for tomorrow; This is an urgent response to the heinous Zionist massacre against the ‘Baptist’ National Hospital in Gaza City.”
That response is already taking place, according to the AP.
“Hundreds of Palestinians flooded the streets of major West Bank cities including Ramallah, the seat of the Palestinian Authority, where protesters hurled stones at Palestinian security forces who fired back with stun grenades,” according to the AP. “Hundreds of people joined protests that erupted in Beirut and Amman, where an angry crowd gathered outside the Israeli Embassy.” [...]
Turkish President Recep Tayyip Erdogan late Tuesday blamed Israel for the hospital explosion. "Striking a hospital where there are women, children, and innocent civilians is the latest example of Israel's attacks devoid of fundamental human values," Erdogan said in a post on Twitter. [...] Video of protests at the Israeli consulate in Istanbul are emerging on social media. [...]
Hezbollah too has called for protests, and hundreds of people have gathered around the U.S. Embassy in Beirut in response to the incident in Gaza. [...] The Israeli embassy in Amman, Jordan, is the scene of large-scale protests in the wake of this incident, AFP reported in the video below. [...]
Ansonsten:
POTUS ist vor Ort: https://www.foxnews.com/live-news/octobe...-hamas-war
Scholz war vor Ort: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/...o-100.html
Schneemann