17.07.2022, 09:47
Ich denke mal, dass die Streitkräfte eine auf einzelne Bundesstaaten beschränkte bürgerkriegsähnliche Situation durchaus bewältigen könnten. Einen landesweiten Bürgerkrieg dürfte es so im "klassischen Sinne" nicht geben, von einigen Hinterwäldlern in den Appalachen oder den Wäldern Oregons abgesehen, die aber auch die lokale Polizei in den Griff kriegen würde. Zumindest hat bspw. die Nationalgarde massive Ausschreitungen, wie etwa die Rodney-King-Riots 1992 oder auch die Lage nach Hurrikan Katrina 2005, recht zügig in den Griff bekommen. Zudem sind von diesen 400 Mio. Feuerwaffen die meisten Pistolen oder Flinten und keine Kriegswaffen, d. h. auch wenn medienwirksam mit Sturmgewehren bewaffnete Milizen sich in der Öffentlichkeit sehen lassen, so ist dies wiederum nicht die "private Standardausstattung" im Wandschrank und die Feuerkraft würde zwar für einen Bandenkrieg, aber nicht für einen Bürgerkrieg gegen ein regulär ausgestattetes Militär ausreichen.
Das Risiko sehe ich dann, wenn zunehmend Militärwaffen ins Spiel kämen. Wenn also etwa Militärs selbst Waffen an die Fraktionen der Auseinandersetzung verkaufen oder wenn gar aus dem Ausland Waffen ins Land geschmuggelt werden (bspw. von Ländern, die den USA Schaden zufügen wollen, indem sie einen Bürgerkrieg befeuern). Interessant als Vgl. hierzu wäre z. B. die Entwicklung in Nordirland während der Troubles zu betrachten. Zunächst hatte das britische Militär die Lage relativ gut unter Kontrolle (und genügend Flinten und Pistolen gab es da schon im Land), nach der politischen Verhärtung der Lage - v. a. nach dem "Blutsonntag" 1972 - kamen indessen mehr und mehr Kriegswaffen ins Land, darunter per Schiff geschmuggelte M60-Maschinengewehre, 12,7-mm-DShK-MGs, Semtex und RPG-7. Einen Teil dieser Lieferungen, wobei da Libyen die Finger drin hatte, konnten u. a. die Franzosen abfangen, aber eben nicht alles.
Und ab diesem Zeitpunkt, grob Mitte der 1970er, kippte die Lage und die Briten verloren nach und nach die Kontrolle. Sicherlich konnten sie nicht voll zuschlagen, es wären ja quasi die eigenen Bürger und Städte gewesen (in den USA wäre es ja genauso, wenn es zu einem Krieg zwischen radikalen Gruppen käme), aber am Ende stand eben ein Friedensprozess, der nicht vom Militär erzwungen wurde, sondern der durch innenpolitischen Druck entstand, nachdem die verschiedenen Milizen und Terrorsplittergruppen sich durch sinnlose und blutige Bombenanschläge völlig desavouiert hatten unter den Menschen auf beiden Seiten des Konfliktes. Zudem hatten die Briten fast 800 Militärangehörige verloren, während die Verluste der radikalen Konfliktparteien (durch britische Waffenwirkung, nicht bei Kämpfen untereinander) sich bei wohl ca. 300 bis 400 Mann bewegten.
D. h.: Die US-Streitkräfte werden ähnlich wie die Briten die Lage in den Griff bekommen können, so lange sich nur übergewichtige Milizionäre mit ihren Poser-Halbautomaten im Gangsterstyle bekämpfen, sobald aber tatsächliche Kriegswaffen ins Spiel kommen, könnte die Lage tatsächlich kritisch werden, da schlicht nicht voll zugeschlagen werden kann in den eigenen Siedlungsgebieten. Hier könnte es dann so sein, dass nur eine Kriegsmüdigkeit und der Zorn der Bevölkerung auf die beiden Konfliktparteien einen Frieden wieder erzwingen könnte.
Schneemann
Das Risiko sehe ich dann, wenn zunehmend Militärwaffen ins Spiel kämen. Wenn also etwa Militärs selbst Waffen an die Fraktionen der Auseinandersetzung verkaufen oder wenn gar aus dem Ausland Waffen ins Land geschmuggelt werden (bspw. von Ländern, die den USA Schaden zufügen wollen, indem sie einen Bürgerkrieg befeuern). Interessant als Vgl. hierzu wäre z. B. die Entwicklung in Nordirland während der Troubles zu betrachten. Zunächst hatte das britische Militär die Lage relativ gut unter Kontrolle (und genügend Flinten und Pistolen gab es da schon im Land), nach der politischen Verhärtung der Lage - v. a. nach dem "Blutsonntag" 1972 - kamen indessen mehr und mehr Kriegswaffen ins Land, darunter per Schiff geschmuggelte M60-Maschinengewehre, 12,7-mm-DShK-MGs, Semtex und RPG-7. Einen Teil dieser Lieferungen, wobei da Libyen die Finger drin hatte, konnten u. a. die Franzosen abfangen, aber eben nicht alles.
Und ab diesem Zeitpunkt, grob Mitte der 1970er, kippte die Lage und die Briten verloren nach und nach die Kontrolle. Sicherlich konnten sie nicht voll zuschlagen, es wären ja quasi die eigenen Bürger und Städte gewesen (in den USA wäre es ja genauso, wenn es zu einem Krieg zwischen radikalen Gruppen käme), aber am Ende stand eben ein Friedensprozess, der nicht vom Militär erzwungen wurde, sondern der durch innenpolitischen Druck entstand, nachdem die verschiedenen Milizen und Terrorsplittergruppen sich durch sinnlose und blutige Bombenanschläge völlig desavouiert hatten unter den Menschen auf beiden Seiten des Konfliktes. Zudem hatten die Briten fast 800 Militärangehörige verloren, während die Verluste der radikalen Konfliktparteien (durch britische Waffenwirkung, nicht bei Kämpfen untereinander) sich bei wohl ca. 300 bis 400 Mann bewegten.
D. h.: Die US-Streitkräfte werden ähnlich wie die Briten die Lage in den Griff bekommen können, so lange sich nur übergewichtige Milizionäre mit ihren Poser-Halbautomaten im Gangsterstyle bekämpfen, sobald aber tatsächliche Kriegswaffen ins Spiel kommen, könnte die Lage tatsächlich kritisch werden, da schlicht nicht voll zugeschlagen werden kann in den eigenen Siedlungsgebieten. Hier könnte es dann so sein, dass nur eine Kriegsmüdigkeit und der Zorn der Bevölkerung auf die beiden Konfliktparteien einen Frieden wieder erzwingen könnte.
Schneemann