15.07.2022, 07:01
(14.07.2022, 21:51)iRUMO schrieb: Entschuldigt falls der Beitrag nicht in diesen Strang gehört (hatte mich nicht zwischen dem F125- und dem F127-Strang entscheiden können).
Ich lasse es mal hier, bitte aber darum, es nicht zu spekulativ werden zu lassen

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Zitat:Ihr merkt schon ich ziele wieder auf Vereinheitlichung und Varianzreduzierung beim Großgerät ab. Der Vergleich hinkt mit Sicherheit, aber die US Navy hat ihr größeres Aufgabenspektrum meines Wissens bis zur Einführung der LCS bzw. der künftigen Constellation-Klasse fast ausschließlich über einen Schiffstyp (Arleigh Burke-Klasse in mehreren Entwicklungsstufen) abgedeckt.
Selbst wenn der Vergleich hinkt, welche Lehren sollte man aus der Situation der US Navy ziehen? War die Fokussierung auf die Burke-Klasse nun eine gute Idee, oder zeigt nicht vielmehr der Druck, der nun mit der Constellation-Klasse gemacht wird (und in gewisser Hinsicht auch das Versagen der LCS), dass es ein falscher Weg war?
Das Problem mit Vereinheitlichung und Varianzreduzierung ist aber auch ein anderes. Nehmen wir mal abstrakt an, dass die tatsächliche Nutzungsdauer pro Einheit bei 30 Jahren liegt (was aktuell nicht realistisch ist), und wir wirklich zehn F127 als Einheitsklasse beschaffen wollen. Wie sollte diese Beschaffung aussehen? Jedes Jahr eine neue Fregatte würde nach knapp dreizehn Jahren Werftauslastung eine Lücke von fast 20 Jahren für die Industrie hinterlassen, irgendwo unterbrochen dann noch für einen F126-Nachfolger. Alle anderthalb oder zwei Jahre ein neues Schiff, und es würde zwischen Indienststellung des ersten und der letzten Einheit 15 bzw. 20 Jahre liegen - wie realistisch wäre da noch eine einheitliche Ausrüstung?
Die Zielsetzung ist durchaus gut, im Marinebereich so aber meines Erachtens nicht zu erreichen, weil dafür schlicht unsere Marine zu klein und die europäische Kooperation keine solche ist. "Vereinheitlichung und Varianzreduzierung" funktioniert nicht über einen fiktiven Großserienbau, sondern über eine langfristige und verstärkt auf Auftraggeberseite konzentrierte Marineplanung, die nicht nur reine Bestandszahlen und Anforderungen, sondern auch technische Fähigkeiten insbesondere im elektronischen Bereich umfasst. Erste Schritte dahin sind durchaus gemacht.
Man muss es schaffen, die F127 auf Basis der Systeme der F126 zu entwickeln, und eine später dann zu bauende F128 entsprechend aus Basis der Systeme der F127, jeweils in den notwendigen Bereichen zeitgemäß aktualisiert. Dadurch wird man aber immer bei kleineren Produktionslosen bleiben (vier oder sechs Schiffe).