19.05.2022, 11:47
(19.05.2022, 10:01)Quintus Fabius schrieb: Deinen klassisch clausewitz´schen Skeptizismus in allen Ehren, aber meiner Auffassung nach zeigt sich die Validität einer Strategie eben nicht so sehr im tatsächlichen Ausgang, sondern ist unabhängig davon zu bewerten.
Die Einfachheit meiner Aussage sollte natürlich nicht darüber hinweg täuschen, dass es auch meines Erachtens mehr Faktoren als nur den tatsächlichen Ausgang gibt. Gute Strategien können scheitern und schlechte können erfolgreich sein, das liegt in der Natur der Unschärfe, auf der die Bewertung und letztlich auch die Definition basiert. Das endet dann sehr schnell auf einer Metaebene, denn rein aus praktischer Sicht ist eine gute Strategie, die scheitert, eine gescheiterte Strategie und damit rückblickend ebenso wertlos wie die schlechte Strategie, die scheitert. Wertvoll können allenfalls die Erkenntnisse sein, die man daraus zieht, das gilt aber für beides gleichermaßen. Ich glaube, das ist mal wieder so ein Gigantenthema, dass besser in einem eigenen Strang diskutiert werden sollte.
Zitat:Einfachst ausgedrückt: ich halte dein Einfluss der Strategie auf die taktische Ebene für querschnittlich größer als den Einfluss der Taktik auf die strategische Ebene
Dann können wir festhalten, dass wir da nicht die gleiche Ansicht teilen (was ja nicht schlimm ist, wie wir schon häufiger festgestellt haben).

Zitat:Meiner Kenntnis nach gibt es solche konkreten validen militärischen Planungen auf Eben der Bundeswehr de facto gar nicht, und auf Ebene der NATO meiner rein privaten Einschätzung nach nur in unzureichender Form.
Meine Kenntnisse sind da andere, oder wir sprechen über unterschiedliche Dinge, mehr will ich hier dazu nicht schreiben.