05.05.2021, 20:43
(05.05.2021, 09:09)Quintus Fabius schrieb: Exakt so möchte ich meine Auffassung in diesem Kontext verstanden wissen. Jede andere Ausrichtung ist falsch, weil sie nicht der Natur des Krieges und dem Wesen von Streitkräften entspricht.
Gut. Dann ist ja wenigstens klar, dass wir nicht aneinander vorbei reden, sondern einfach nur anderer Auffassung sind.

(05.05.2021, 09:09)Quintus Fabius schrieb: Es ist daher völlig gleichgültig was eine Gesellschaft in Bezug auf ihre Streitkräfte glaubt, annimmt oder fordert, dies ändert nichts an ihrem grundsätzlichen Wesen.
Dieser Annahme folgend, muss ich dann feststellen, dass die deutsche Gesellschaft keine Streitkräfte/Armee besitzt und dies auch mehrheitlich nicht wünscht, denn:
Art.87a GG schrieb:Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf
Die Aufgabe der Bundeswehr ist nicht Kriegführung, sondern Verteidigung. Deinem Verständnis nach ist sie also keine Armee.
Vermutlich stimmst du mir da sogar zu und ziehst das Fazit, dass hier Fehler in Gesellschaft, Grundgesetz und Bundeswehr vorliegen.
Mein Fazit ist hingegen, dass sich deine Prämissen für Streitkräfte nicht auf die Bundeswehr anwenden lassen, weil diese rein von ihrem Wesen (grundgesetzlicher Auftrag) her nicht dazu bestimmt ist, Krieg zu führen und somit nicht deiner Definition einer Armee entspricht.
(05.05.2021, 09:09)Quintus Fabius schrieb: Man kann auch erklären dass man ein Auto dazu benutzen will Essen zu kochen und dann auf die Idee kommen den Motor und seine Hitze dazu zu benutzen auf dem Metall des Motors Speisen zu erhitzen, alles möglich, und nichts davon ändert etwas daran, dass ein Auto nicht dazu da ist Essen zu kochen.
Schöner Vergleich: Wenn ich mir ein Auto kaufe, die Räder abmontiere, es in den Garten stelle und fortan nur noch als Grill gebrauche, dann ist das ab jetzt seine Aufgabe. Und fahren kann es ohne Räder auch nicht. Nun kann man natürlich drüber streiten, ob dieser Grill dann gleichzeitig immer noch ein Auto darstellt, denn schließlich könnte man ja nach Montage von vier Rädern wieder damit fahren. Aber das wäre nicht mehr seine Bestimmung.
Insofern lässt sich die Bestimmung von Dingen sehr wohl ändern. Wenn ich eine Armee entwaffne und ihr die Aufgabe zuweise, im Verteidigungsfall eine Menschenkette an der Grenze zu bilden, dann dient sie theoretisch weiterhin der Verteidigung, ohne dass sie die Fähigkeit besitzt, Krieg zu führen. Unserem Grundgesetz nach, wären das aber immer noch Streitkräfte.
Ich verweise hier auch auf die Selbstverteidigungskräfte Japans. Diese sind explizit nicht als Streitkräfte definiert, somit ist Krieg führen nicht ihre Aufgabe, trotzdem stellen sie defacto eines der stärksten Militärs der Welt dar. Ohne eine Armee zu sein.
(05.05.2021, 09:09)Quintus Fabius schrieb: Warum sollte sie? Krieg führen zu können und die Kriegsfähigkeit fortwährend zu maximieren bedeutet nicht dass man deshalb zwingend andere Völker angreifen will oder angreifen wird.
Eine weitere Erbse zu zählen:
Wenn es die Aufgabe einer Armee ist, bestmöglich in der Lage zu sein, Krieg zu führen, dann muss sie natürlich nicht putschen. Das muss sie nur dann, wenn sie mit allen Mitteln ihre Aufgabe erfüllen will, die du benannt hattest mit:
Quintus Fabius schrieb:Die Aufgabe einer Armee ist es Krieg zu führen.
Diesen Auftrag kann sie im Frieden nicht erfüllen, also wäre es Teil ihrer Aufgabe, den Krieg herbeizuführen, um ihn führen zu können.