05.05.2021, 17:00
Ottone:
Der Kampf ist nur ein Bestandteil des Krieges.
Deshalb neige ich ja zu einer isolationistischen Grundhaltung in Bezug auf alles außerhalb des EU Gebietes und schrieb explizit, dass man sehr gründlich überlegen sollte bevor man einen Krieg beginnt. Und es gibt für viele Probleme auch schlicht und einfach keine Lösung, weder militärisch noch auf anderem Wege. Einen Feind im Krieg vernichtend zu schlagen bedeutet aber eben nicht immer zwingend dann eine "ewig" währende Feindschaft und dass der Feind dadurch in fortwährenden Folgekonflikten "trainiert" wird, deshalb schrieb ich ja auch schon explizit, dass es hier keine Axiome gibt.
Nimm mal als Beispiel Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: daraus erwuchs ebenso keine Todfeindschaft gegen die ehemaligen Feinde. Oder sind Malaysia und Großbritannien heute Todfeinde? Selbst Vietnam und die USA finden langsam wieder zu einem normalen Umgang miteinander. Es gibt hier eben keine Axiome. Die Grundvoraussetzung jedes Krieges ist, dass man ihn richtig führen kann, dass also zumindest die Chance dazu besteht ihn richtig führen zu können. Dazu bedarft die Streitmacht der dafür notwendigen Freiheit in der Handlung. Das schließt kriegsvorbereitend ausdrücklich die Frage der Beschaffung ein:
Helios:
Das Wort dass wir hier nicht verwenden aus deinem Munde?! Aber mal ernsthaft: Goldrandlösungen sind eben nicht die unmittelbare Maximierung der Befähigung Krieg zu führen, also das genaue Gegenteil dessen was ich hier propagiere. Eine Armee welche die Kriegsfähigkeit als oberste und einzige Richtschnur nimmt ist daher zwingend eine Armee die weniger Goldrandlösungen anstrebt.
Ich würde es eher der vorherrschenden sozialkulturellen Grundströmung zuschreiben (Pazifismus, Anti-Bellizismus, Defätismus, Schwäche, Feigheit, Angst) und weniger dem Freiheitsgrad. Auch in einer sehr freien Gesellschaft könnte die Armee hier wesentlich mehr Freiheit in ihren Angelegenheiten haben und umgekehrt sehe ich den Freiheitsgrad in unseren Gesellschaften zur Zeit nicht gerade im Steigen begriffen, eher im Gegenteil (Nanny-Staat).
Die alles erstickende und lähmende Bürokratie ist genau so wenig ein Ausdruck des Freiheitsgrades wie die zu weitgehende Ausrichtung der Beschaffung auf nicht-militärische Zielsetzungen.
Zitat:Vorschlag zur Güte: Kampf statt Krieg?
Der Kampf ist nur ein Bestandteil des Krieges.
Deshalb neige ich ja zu einer isolationistischen Grundhaltung in Bezug auf alles außerhalb des EU Gebietes und schrieb explizit, dass man sehr gründlich überlegen sollte bevor man einen Krieg beginnt. Und es gibt für viele Probleme auch schlicht und einfach keine Lösung, weder militärisch noch auf anderem Wege. Einen Feind im Krieg vernichtend zu schlagen bedeutet aber eben nicht immer zwingend dann eine "ewig" währende Feindschaft und dass der Feind dadurch in fortwährenden Folgekonflikten "trainiert" wird, deshalb schrieb ich ja auch schon explizit, dass es hier keine Axiome gibt.
Nimm mal als Beispiel Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: daraus erwuchs ebenso keine Todfeindschaft gegen die ehemaligen Feinde. Oder sind Malaysia und Großbritannien heute Todfeinde? Selbst Vietnam und die USA finden langsam wieder zu einem normalen Umgang miteinander. Es gibt hier eben keine Axiome. Die Grundvoraussetzung jedes Krieges ist, dass man ihn richtig führen kann, dass also zumindest die Chance dazu besteht ihn richtig führen zu können. Dazu bedarft die Streitmacht der dafür notwendigen Freiheit in der Handlung. Das schließt kriegsvorbereitend ausdrücklich die Frage der Beschaffung ein:
Helios:
Zitat: bloß frage ich mich, ob sie sich damit nicht selbst im Weg stehen und die Lage sowohl kurzfristig und selbst langfristig noch weiter verschlimmern. Zumal, wie gesagt, die Goldrandlösungen von Seiten der Streitkräfte gefordert werden.
Das Wort dass wir hier nicht verwenden aus deinem Munde?! Aber mal ernsthaft: Goldrandlösungen sind eben nicht die unmittelbare Maximierung der Befähigung Krieg zu führen, also das genaue Gegenteil dessen was ich hier propagiere. Eine Armee welche die Kriegsfähigkeit als oberste und einzige Richtschnur nimmt ist daher zwingend eine Armee die weniger Goldrandlösungen anstrebt.
Zitat:Mit steigendem Freiheitsgrad der Gesellschaft wird dies immer weniger gelingen, meines Erachtens ist es daher in unseren westlichen Demokratien (und ich räume der Bundesrepublik dabei nicht einmal eine Sonderrolle ein) de facto unmöglich, auch nur annähernd eine hinreichende Selbstverwaltung, geschweige denn eine Selbstregulierung zu erreichen.
Ich würde es eher der vorherrschenden sozialkulturellen Grundströmung zuschreiben (Pazifismus, Anti-Bellizismus, Defätismus, Schwäche, Feigheit, Angst) und weniger dem Freiheitsgrad. Auch in einer sehr freien Gesellschaft könnte die Armee hier wesentlich mehr Freiheit in ihren Angelegenheiten haben und umgekehrt sehe ich den Freiheitsgrad in unseren Gesellschaften zur Zeit nicht gerade im Steigen begriffen, eher im Gegenteil (Nanny-Staat).
Die alles erstickende und lähmende Bürokratie ist genau so wenig ein Ausdruck des Freiheitsgrades wie die zu weitgehende Ausrichtung der Beschaffung auf nicht-militärische Zielsetzungen.