08.01.2014, 18:13
Zitat:Es ist ob solcher Vorfälle natürlich absolut ratsam, die Nachrichten zu hinterfragen und sich die Frage nach dem Motiv einer Veröffentlichung zu stellen. Man muss da gar nicht mal verächtlich in Richtung ausländischer Medien blicken. Gerade was im Bezug zu Syrien; insbesondere hierzulande; veröffentlicht wurde, sollte einem Mahnung genug sein. Da muss man eigentlich nicht die 24 Jahre alte Brutkastegeschichte für ausgraben. Insofern grundsätzlich absolut richtig, dass Du Zweifel anbringst.Hinsichtlich des Hinterfragens der Absichten von Medien oder Agenturen könnten wir nun den Strang von mir über die Medienmacht im Spekulationenbereich weiter nutzen. Zum Rest: Dass es "grundlegende" gausame Verhaltensweisen beider Parteien gibt, steht außer Frage; schlicht arg schwer ist es aber, genau zu verifizieren, wer nun wo wirklich für was verantwortlich ist. In manchen Bereichen (etwa die Enthauptungen durch Radikalislamisten) können wir Eingrenzungen vornehmen, aber etwa bei Verbrechen der Assad-Staatsorgane verschwimmen die Linien oft im gegenseitigen Propaganda- und Meldungssumpf und in reflexhaften Schuldzuweisungen derart, dass man oft nur noch mutmaßen kann. Man kann grob umreißen, dass z. B. die Sicherheitskreise - etwa der Muchabarat - folteren, morden oder Leute verschwinden lassen, aber spätestens bei der Giftgasgeschichte oder bei den "barrel bombs" sind die Informationen wieder sehr vage (ich hatte ja auch geschrieben diesbezüglich, dass ich selbst spekulieren müsste). Und in einem wachsenden Durcheinander von Armee, Geheimdienst, Marodeuren, Deserteuren, Überläufern, Milizen, Kurden, Islamisten, FSA, Clans, irgendwelchen "Dorf-Warlords" etc. wird dieser Informations-Nebel noch zunehmen.
Inzwischen sind Gewaltexzesse in Syrien an der Tagesordnung. Massenhinrichtungen von dutzenden Personen auf einem Markt, vor der örtlichen Post oder direkt im eroberten Krankenhaus (s.o.) sind keine herausragenden Ereignisse mehr.
Schneemann.