10.12.2013, 02:25
Schneemann schrieb:Was so nicht ganz stimmt.
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Zitat:Pakistan hosts over 1.6 million registered Afghans, the largest and most protracted refugee population in the world. Since March 2002, UNHCR has facilitated the return of almost 3.8 million registered Afghans from the country. As of October 2012, UNHCR had assisted over 62,000 refugees to return to Afghanistan in 2012.
Es kommt ganz darauf an, welche Zahlen man zu Rate zieht. HRW schätzt, dass sogar 3 Mio. Afghanen in den Iran ausgewandert sind, von denen die Hälfte illegal und unregistriert dort lebt.
Zitat:Only around 800,000 of the 3 million Afghans estimated to live in Iran have legal status as refugees. Another 400,000 to 600,000 Afghans hold temporary visas, while others are undocumented. Many are migrant workers.<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.hrw.org/news/2013/09/09/iran-honor-afghans-right-seek-asylum">http://www.hrw.org/news/2013/09/09/iran ... eek-asylum</a><!-- m -->
Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte war, dass es mit der hier suggerierten Inkompatibilität der Bevölkerungen nicht weit her sein kann. Die Völker verbindet außerdem Sprache, Geschichte und Religion. Wenn das nicht gewichtig erscheint, muss man sich doch um so mehr die Frage stellen was dort Amerikaner und Europäer jemals gesucht und versucht haben, wenn selbst das Naheliegende so fern sein sollte. Ich gehe übrigens fest davon aus, das beide Länder von einer wirtschaftlichen Kooperation sehr profitieren können. Mit den Taliban muss man sich (insbesondere Karzai) arrangieren und dabei kann auch ein vernünftiger Dialog mit Pakistan dienen. Die Kunst, Afghanistan zu regieren, wird eh darauf beruhen, die verschiedenen Volks- und Interessensgruppen unter einen Hut zu bekommen. So wird man zangsläufig auch die Taliban ins Boot nehmen müssen, auch in dem man ihnen zeigt, dass sie selbst auch davon profitieren.
Die Auswahl der Taliban als DAS Feindbild der Amerikaner war dogmatisch, religiös-fundamentalistisch, rassistisch und irgendwo von Sinnfreiheit geprägt. Man kann sie weder auslöschen, noch missionieren. Das ist die Hauptursache, warum die Amerikaner bis heute kein Arrangement finden konnte und dass das Land nicht zur Ruhe kommt.
Die Voraussetzung für Frieden und Aufschwung ist Stabilität. Ich bin mir sicher, dass Europäer, Amerikaner und Saudis sehr viel Einsatz daran setzen werden, hier nach ihrem Abzug gezielt zu destabilisieren und einen Keil in das Land zu treiben um zumindest Resteinfluss-Sphären zu haben. Und ganz einfach weil Afghanistan Potential hat, seinen dogmatisch verhassten Nachbarn zu schaden. Darin, also im Westen & Terror, liegt die Hauptgefahr für den Frieden.
Zitat:Taliban-Iran Talks Aim to Increase Tehran's Influence, Analysts Say<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.voanews.com/content/analysts-say-taliban-iran-talks-aim-to-increase-tehrans-influence-in-afghanistan/1674104.html">http://www.voanews.com/content/analysts ... 74104.html</a><!-- m -->
June 03, 2013
ISLAMABAD — Members of the Afghan Taliban say they have met with Iranian officials and clergy in Iran, despite deep differences in Muslim ideology between the two.
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According to a Taliban statement released in Kabul, two groups of Taliban militants were recently in Iran at the invitation of the Tehran government. One group was on an unspecified three-day visit, while a second took part in an Islamic conference.
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Davood Moradian, a former senior policy adviser to Afghan leader Hamid Karzai, said the contacts have been quietly going on for years.
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