(Europa) Die russische Marine
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RUSSLAND (FRANKREICH)

Von Schleppern gezogen ist die Hecksektion der VLADIVISTOK, des ersten russischen Hubschrauber- trägers der MISTRAL-Klasse, am 23. Juli im französischen St. Nazaire eingetroffen.

Im Juni 2011 waren zwei der 21.000-ts Schiffe in Frankreich bestellt worden; Hauptauftragnehmer ist die französische DCNS. Die Rohbauten entstehen bei STX France in St. Nazaire; russische Werften liefern hier Module zu – u.a. auch die komplette Hecksektion. Nach Montage der Rohbauten werden diese in die Ostsee überführt und dort auf einer russischen Werft mit Anlagen und Systemen zu Ende ausgerüstet.

Bugsektion wird ausgedockt und gedreht (Foto: STX)Einige Tag vor Eintreffen des Schleppzuges mit dem Achterschiff hatte die STX Werft die ebenfalls schon fertige vordere Hälfte der künftigen VLADIVOSTOK aus dem Baudock gezogen, im Wasser gedreht und dann ganz bis zum Ende wieder ins Dock hineingezogen. Hinter dem Bugteil wurde dann auch die eintreffende Hecksektion ins gleiche Dock gezogen.

In den nachfolgenden Tagen wurden beide Teile nun langsam auf „Tuchfühlung“ gebracht. Inzwischen haben auch schon Messungen begonnen, ob beide Teile auch wirklich exakt zusammenpassen (woran man bei STX keinen Zweifel hat). Danach werden Bug- und Hecksektion dann zusammengeschweißt.

In einem ähnlichen Verfahren entstanden übrigens auch die drei französischen MISTRAL. Hier baute STX in St. Nazaire ebenfalls die Vorderteile, die zur Endmontage dann allerdings zur DCNS-Werft nach Brest verfrachtet und mit den dort (aus u.a. auch polnischen Modulen) gebauten Hecksektionen „verheiratet“ wurden.

STX will alle diese Arbeiten noch im Sommer abschließen, denn bereits im Oktober soll der Rohbau der VLADIVOSTOK sich auf Überführungsfahrt in die Ostsee machen. Die Übergabe an die russische Marine ist im dritten Quartal 2014 geplant; Schwesterschiff SEVASTOPOL soll mit einem Jahr Abstand folgen.

Nach einer ursprünglich vereinbarten Option sollten den beiden Hubschrauberträgern noch zwei weitere, dann unter einem Technologietransferabkommen komplett in Russland zu bauende MISTRAL folgen. Ob diese Option wahrgenommen wird, scheint derzeit allerdings sehr fraglich. Die Unterzeichnung von Verträgen wurde bereits mehrfach verschoben. Zuletzt hieß es inoffiziell, die russische Marine wolle aus Kostengründen und „ohne wirklichen Bedarf“ auf eine dritte und vierte MISTRAL verzichten.




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RUSSLAND





Seit mehr als 70 Jahren stellt Ende Juli der „Tag der Seestreitkräfte“ als nationaler Feiertag die russische Marine ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Am 27. Juli 1714 hatte die russische Flotte in der Seeschlacht von Gangut (Hangö) die schwedische Flotte geschlagen und damit ihren ersten historisch wichtigen Seesieg errungen. Im patriotischen Gedenken an dieses Ereignis bestimmte 1939 der sowjetische Diktator Josef Stalin den jeweils letzten Sonntag des Monats Juli als nationalen Feiertag und „Tag der Seestreitkräfte“; diese Festlegung hat bis heute Gültigkeit. In diesem Jahr fällt der Feiertag auf den 28. Juli, und wie üblich wird er an allen Flottenstandorten mit Paraden, kulturellen Veranstaltungen und Vorführungen begangen.

Der „Tag der Seestreitkräfte“ gibt immer wieder auch Anlass, die Modernisierung der Marine öffentlich herauszustellen, und nicht ganz zufällig werden wichtige „Stichtage“ für zahlreiche Neubauvorhaben in unmittelbare zeitliche Nähe zum Feiertag terminiert. Die Tradition geht noch auf kommunistische Zeiten zurück, als der Feiertag immer auch dazu diente, die (Über-)Erfüllung des von der KPdSU vorgegebenen Plansolls zu verkünden.

Das ist in diesem Jahr nicht anders. So legte die Nordwerft in St. Petersburg am 25. Juli mit der künftigen PROVORNIY eine weitere FK-Korvetten der modifizierten STEREGUSHCHIY-Klasse (Projekt 20385) auf Kiel, und der anwesende Vizeverteidigungsminister Borisov verkündete dazu, die Marine werde insgesamt 16 STEREGUSHCHIY bauen lassen (12 davon vom modifizierten Typ).

Die in Severodvinsk am Weißen Meer gelegene Sevmash-Werft gab den Baubeginn für ein weiteres strategisches U-Boot der BOREJ-Klasse (ALEXANDER SUVOROV) und auch gleich noch für das dritte neue Angriffs-U-Boot der YASEN-Klasse (NOVOSIBIRSK) bekannt. Zugleich meldete die Werft, gleich drei U-Bootneubauten (zwei BOREJ und ein YASEN) würden derzeit Erprobungen durchführen.

Der Befehlshaber der Pazifikflotte verkündete stolz, erstmals seit dem Zerfall der Sowjetunion werde das kommende Jahr (2014) für seine Flotte wieder substantielle Verstärkungen durch Neubauten bringen. Er erwarte den Hubschrauberträger VLADIVOSTOK (MISTRAL-Klasse, s.o.), ein strategisches U-Boot der BOREJ-Klasse sowie „mehrere“ Korvetten der STEREGUSHCHIY-Klasse.

Bei Weitem aber nicht nur große, prestigeträchtige Projekte finden durch offizielle Pressemeldungen in diesen Tagen den Weg in die russischen Medien. So hat die Admiralitätswerft in St. Petersburg am 24. Juli mit der „BESTER-1“ den Prototypen eines neuen U-Bootrettungsgeräts zu Wasser gelassen; es soll auf dem neu gebauten U-Bootrettungsschiff IGOR BELOUSOV (Übergabe in 2014) eingesetzt werden und mit einer Kapazität von 22 Personen bis zu 600m Tiefe einsetzbar sein. Auch kleinere binnenländische Werften machen zum „Tag der Seestreitkräfte“ ihre Arbeit öffentlich. So kündigte die Yaroslavl-Werft für den 26. Juli den Stapellauf des ersten Serienbootes neuer Landungsboote der DUGONG-Klasse an, und eine weitere kleine Werft in Schlisselburg (nahe St. Petersburg) gab stolz sogar den Stapellauf eines kleinen Zollbootes bekannt.
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