(Europa) Die russische Marine
Zitat:Russlands Schwarzmeerflotte wird total erneuert - „Wedomosti“
12:37 | 24/ 06/ 2010




MOSKAU, 24. Juni (RIA Novosti). Die russische Schwarzmeerflotte soll in den kommenden zehn Jahren 15 neue Kriegsschiffe bekommen.

Das sagte der Befehlshaber der russischen Marine, Wladimir Wyssozki, am Mittwoch.

Dabei werde die Flotte doppelt so viele Schiffe wie U-Boote haben, präzisierte er. Der Bau dieser Schiffe sei im staatlichen Rüstungsprogramm vorgesehen, das im Herbst besiegelt werden soll, verrieten ein Top-Manager der Schiffbauholding OSK und ein hochrangiger Vertreter des Verteidigungsministeriums im Interview für "Wedomosti". Der Etat des Rüstungsprogramm soll bei 13 Billionen Rubel (1 Euro= ca. 38 Rubel) liegen. Präsident Dmitri Medwedew habe dem Etat bereits zugestimmt.

Damit handelt es sich im Grunde um eine totale Modernisierung der Schwarzmeerflotte. Wie ein Offizier der Flotte informierte, verfügt sie derzeit über sechs große Schiffe (Kreuzer Moskwa, zwei große U-Boot-Abwehrschiffe Kertsch und Otschakow, drei Küstenschutzschiffe) und nahezu 20 kleine U-Boot- Abwehrschiffe und Boote. Alle diese Schiffe seien aber alt, einige von ihnen seien bereits Ende der 1960er Jahre gebaut worden und sollen bis 2020 ausgemustert werden. Dazu zählen auch zwei kaputte U-Boote, die der Flotte angehören.

Die Entscheidung des Kreml, die Schwarzmeerflotte komplett zu erneuern, sei absolut richtig, vor allem nach den Erfahrungen aus dem Krieg gegen Georgien im August 2008 und angesichts der geopolitischen Situation in der Region, stellte der Redakteur des Militärfachmagazins „Moscow Defense Brief", Michail Barabanow, fest. Er erinnerte, dass Russland damals fast alle kampfbereiten Schiffe der Schwarzmeerflotte einsetzen musste, und dass die Ankunft eines einzigen modernen US-Zerstörers in Batumi (Georgien) den russischen Militärs viele Kopfschmerzen bereitet hatte. Dieser Krieg sei zu einem der wichtigsten Argumente für die Modernisierung der Schwarzmeerflotte geworden, so der Experte.

Dieser Plan sei seit Perestroika-Zeiten die erste Entscheidung der Staatsführung, einen kompletten Bestandteil der nationalen Streitkräfte völlig umzurüsten, stimmte der Experte Konstantin Makijenko seinem Kollegen zu.

Konkrete Schiffe seien noch nicht bestimmt worden, aber klar sei, dass es um drei U-Boote des Projekts 636 (modernisierte Warschawjanka), drei oder vier Fregatten des Projekts 11356 und sechs kleine Raketenträger des Projekts 21362 (Tornado) geht, sagten die Quelle aus dem Verteidigungsministerium und der Schiffbaumanager.

Der Exportpreis für ein U-Boot 636 betrage etwa 250 Millionen Dollar und für eine Fregatte 11356 etwa 500 Millionen Dollar, so Experte Makijenko. Die Schiffe des Typs 21632 seien viel billiger, weshalb die neue Flotte schätzungsweise 100 Milliarden Rubel kosten könnte.

Barabanow verwies darauf, dass die Wahrscheinlichkeit von realen Kampfeinsätzen der Schwarzmeerflotte viel höher als die der Nord- und Pazifikflotte ist. Deshalb müsse vor allem die Schwarzmeerflotte modernisiert werden, stellte er fest.

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