01.06.2010, 18:01
Wie schon anderswo gesagt, kann ich mich mit dem Konzept nicht richtig anfreunden. Einerseits soll die F-125 für lange Einsätze bei niedriger Intensität ausgestattet werden, andererseits sind auch teure Komponenten eines "echten" Kriegsschiffs vorgesehen - gewissermaßen Kanonenboot und Kreuzer in einem Rumpf.
Meine Meinung zu den wichtigsten Charakteristika:
- lange Standzeit im Einsatzgebiet (ca. 58 Monate zwischen Werftinstandsetzungen):
Macht Sinn bei Einsätzen "östlich von Suez" wenn man sieht, wieviel das hin- und herschippern der Fregatten jeweils kostet. Allerdings kann ich das Verhältnis von Kosten und Nutzen nicht beurteilen; evtl. wären die Kosten bei 49 Monaten insgesamt geringer ?
- verringerte Besatzungsgröße und Zweibesatzungskonzept im 4-Monats-Rhythmus:
Macht Sinn, wird bei Atom-U-Booten schon lange gemacht und funktioniert in der kaufmännischen Seefahrt auch.
- Unterbringung von 50 Mann SEK-M und 4 11m-RHIBs
Macht Sinn.
- Selbstschutzsuite aus MLG, SMG und nichtletalen Effektoren (Wasserkanonen etc.?)
Macht Sinn in der Rolle als "Kanonenboot", das polizeiliche Aufgaben in vielbefahrenen fremden Gewässern übernimmt
- leichte Flugabwehr (RAM) zur Selbstverteidigung
Macht Sinn bei Einsätzen, in denen mit Luftangriffen zu rechnen ist, also eher für die Rolle als Kreuzer
- 127mm-Geschütz
Das ist natürlich im Vergleich zu den bisher verwendeten 76mm-Geschützen eine ganz andere Liga, allerdings ist die reichweitengesteigerte Munition ("Vulcano") noch nicht einsatzbereit. Falls die nicht serienreif wird, muß die F-125 relativ nah an die Küste, um Feuerunterstützung an Land geben zu können, und dann wäre die ganze Stealth hinüber.
- CODLAG-Antrieb (Kombination aus Dieselgeneratoren und Gasturbinenantrieb)
Klingt toll, weil theoretisch robuste Dieselmotoren irgendwo im Schiff verteilt die Hauptarbeit machen und bei Bedarf die Gasturbine den Sprint ermöglicht, indem sie an den Elektromotoren unter die Arme greift. Praktisch bedeutet das extreme Anforderungen an das Getriebe, und die Höchstgeschwindigkeit würde auf "nur" 26 Knoten steigen. Großer Aufwand und ein hohes konstruktives Risiko für einen mäßigen Effekt.
- Phased-Array-Radar
Wunderbar, "State of the Art". Nur gibt es keine Effektoren, welche diese Fähigkeiten nutzen könnten.
- Zwei-Insel-Konzept zur Steigerung der Überlebensfähigkeit
Macht Sinn für eine Kampfeinheit, welche der Besatzung auch nach Treffern von Antischiffsraketen oder Topedos noch Überlebenschancen bieten soll.
Bisher sind mir keine offiziellen Informationen über Sonar oder Torpedoabwehrmaßnahmen bekannt; das wäre m.E. viel effektiver.
Mein Fazit:
Entweder ist die F-125 ein maßlos überteuertes Kanonenboot oder eine unvollkommen ausgestattete Kampfeinheit. Alternativ wäre denkbar, daß die bisher veröffentlichten Pläne nur ein Konzept der ARGE F-125 zeigen und daß die "richtige" F-125 anders ausgestattet wird.
@Tarond:
Woher hast Du die Infos über die Landangriffsfähigkeit von RAM? Das ist mir komplett neu; mir war nur eine sekundäre Fähigkeit zur Abwehr von Speedbooten bekannt. Eigentlich verwendert RAM aber den Infrarot-Suchkopf der "Stinger", und der ist für feste Ziele nicht gedacht..
Oder meinst Du evtl. IDAS (ex Polyphem), das per Glasfaserkabel gesteuert werden kann?
Meine Meinung zu den wichtigsten Charakteristika:
- lange Standzeit im Einsatzgebiet (ca. 58 Monate zwischen Werftinstandsetzungen):
Macht Sinn bei Einsätzen "östlich von Suez" wenn man sieht, wieviel das hin- und herschippern der Fregatten jeweils kostet. Allerdings kann ich das Verhältnis von Kosten und Nutzen nicht beurteilen; evtl. wären die Kosten bei 49 Monaten insgesamt geringer ?
- verringerte Besatzungsgröße und Zweibesatzungskonzept im 4-Monats-Rhythmus:
Macht Sinn, wird bei Atom-U-Booten schon lange gemacht und funktioniert in der kaufmännischen Seefahrt auch.
- Unterbringung von 50 Mann SEK-M und 4 11m-RHIBs
Macht Sinn.
- Selbstschutzsuite aus MLG, SMG und nichtletalen Effektoren (Wasserkanonen etc.?)
Macht Sinn in der Rolle als "Kanonenboot", das polizeiliche Aufgaben in vielbefahrenen fremden Gewässern übernimmt
- leichte Flugabwehr (RAM) zur Selbstverteidigung
Macht Sinn bei Einsätzen, in denen mit Luftangriffen zu rechnen ist, also eher für die Rolle als Kreuzer
- 127mm-Geschütz
Das ist natürlich im Vergleich zu den bisher verwendeten 76mm-Geschützen eine ganz andere Liga, allerdings ist die reichweitengesteigerte Munition ("Vulcano") noch nicht einsatzbereit. Falls die nicht serienreif wird, muß die F-125 relativ nah an die Küste, um Feuerunterstützung an Land geben zu können, und dann wäre die ganze Stealth hinüber.
- CODLAG-Antrieb (Kombination aus Dieselgeneratoren und Gasturbinenantrieb)
Klingt toll, weil theoretisch robuste Dieselmotoren irgendwo im Schiff verteilt die Hauptarbeit machen und bei Bedarf die Gasturbine den Sprint ermöglicht, indem sie an den Elektromotoren unter die Arme greift. Praktisch bedeutet das extreme Anforderungen an das Getriebe, und die Höchstgeschwindigkeit würde auf "nur" 26 Knoten steigen. Großer Aufwand und ein hohes konstruktives Risiko für einen mäßigen Effekt.
- Phased-Array-Radar
Wunderbar, "State of the Art". Nur gibt es keine Effektoren, welche diese Fähigkeiten nutzen könnten.
- Zwei-Insel-Konzept zur Steigerung der Überlebensfähigkeit
Macht Sinn für eine Kampfeinheit, welche der Besatzung auch nach Treffern von Antischiffsraketen oder Topedos noch Überlebenschancen bieten soll.
Bisher sind mir keine offiziellen Informationen über Sonar oder Torpedoabwehrmaßnahmen bekannt; das wäre m.E. viel effektiver.
Mein Fazit:
Entweder ist die F-125 ein maßlos überteuertes Kanonenboot oder eine unvollkommen ausgestattete Kampfeinheit. Alternativ wäre denkbar, daß die bisher veröffentlichten Pläne nur ein Konzept der ARGE F-125 zeigen und daß die "richtige" F-125 anders ausgestattet wird.
@Tarond:
Woher hast Du die Infos über die Landangriffsfähigkeit von RAM? Das ist mir komplett neu; mir war nur eine sekundäre Fähigkeit zur Abwehr von Speedbooten bekannt. Eigentlich verwendert RAM aber den Infrarot-Suchkopf der "Stinger", und der ist für feste Ziele nicht gedacht..
Oder meinst Du evtl. IDAS (ex Polyphem), das per Glasfaserkabel gesteuert werden kann?