(Europa) Die russische Marine
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Zitat:Die noch vor wenigen Wochen geäußerte Zuversicht, die Probleme beim neuen U-Boot-gestützten strategischen Flugkörper (SLBM) Bulava gelöst zu haben, war nicht von Dauer.

Bulava (Foto: russ. Marine)

Nach diversen Fehlschlägen bei Bulava-Testschüssen hatte 2008 eine eigens eingesetzte Untersuchungskommission „Nachlässigkeiten bei Fertigung und Zusammenbau sowie mangelnde Qualitätskontrolle bei der Industrie“ als Ursache ausgemacht. Man gab sich hoffnungsvoll, diese beseitigt zu haben.

Eine neue Testserie sollte dies bestätigen, aber am 15. Juli endete schon der erste Test im seit Juni eisfreien Weißmeer wieder mit einem Fehlschlag. Die Rakete verließ zwar problemlos den Startschacht des zum Erprobungsträger umgebauten U-Bootes DMITRI DONSKOJ (TYPHOON-Klasse), dann aber zündete die erste Stufe nicht richtig. Unter den Augen der auf dem U-Boot eingeschifften Untersuchungskommission kam die Bulava vom Kurs ab und explodierte, als sich der Selbstzerstörungsmechanismus aktivierte.

Nun herrscht erst einmal wieder Ratlosigkeit, gepaart mit Frust und zunehmend auch Wut. Neben unverändertem Industrie-Pfusch wird jetzt auch bewusste Sabotage des Vorhabens nicht mehr ausgeschlossen. Eine sofort eingesetzte neue Untersuchungskommission soll dies klären. Der weitere Zeitplan der Entwicklung von Bulava zur Serienreife steht erst einmal in den Sternen. Unklar ist, ob (bzw. wann) die weiteren noch in diesem Jahr geplanten drei oder vier Testschüsse durchgeführt werden können. Sicher wird das erst nach Abschluss der Ursachenforschung möglich sein.

Auch das neue strategische U-Boot YURI DOLGORUKIY sollte noch in diesem Jahr erstmals eine Bulava schießen. Das erste Boot der BOREJ-Klasse, für die Bulava als Hauptwaffensystem vorgesehen ist, hat eine erste See-Erprobung (24. Juni bis 10 Juli) im Weißen Meer erfolgreich abgeschlossen und ist nun erst einmal zur Bauwerft Sevmash nach Severodvinsk zurückgekehrt. Natürlich wird man trotz aller Fehlschläge wohl an Bulava fest halten. Die neuen BOREJ-Boote sind nun einmal für diesen SLBM ausgelegt. „Umsteigen“ auf einen anderen Flugkörper wie z.B. die neue Variante des auf der DELTA-IV-Klasse verwendeten RSM-54 Sineva (SS-N-23) müsste – einmal abgesehen von Systemintegration - zwangsläufig auch größere bauliche Veränderungen nach sich ziehen. Folgt man Internet-Angaben, ist SS-N-23 fast drei Meter länger als Bulava, dürfte also nicht in die Startschächte der BOREJ-Klasse passen.
(ganzer Text, da Marineforum und nur kurz im Netz)
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