01.11.2008, 12:12
Zitat:Falscher Stolz
von Gerd Höhler
Der türkische Ministerpräsident Tayyip Recep Erdogan glaubt, sein Land sei gegen die Finanzkrise gut gewappnet. Auf den Beistand des Internationalen Währungsfonds will er verzichten, vor allem aus innenpolitischen Gründen. Das ist ein riskantes Spiel mit dem Feuer. Entweder hat Erdogan den Ernst der Lage nicht erkannt. Oder er verschweigt ihn bewusst.
"Minimale" Auswirkungen der Krise seien zu erwarten, wiegelt der Premier ab. Ein Rettungspaket für die türkischen Banken? Überflüssig, heißt es in Ankara. Höhere Garantien für Spareinlagen? Das wäre ein falsches Signal, wehrt Erdogan ab. Jahrelang hieß es, die Türkei spiele wirtschaftlich in der globalen Oberliga. Jetzt versuchen die Politiker, ihr Land und die Krise plötzlich kleinzureden. Finanzminister Kemal Unakitan bemüht ein türkisches Sprichwort, um seine Landsleute zu beruhigen: "Wer klein ist, verliert auch klein."
Nun beginnt Erdogan gegen den Iwf zu polemisieren, den er mehr oder weniger seinen politischen Aufstieg der letzten Jahren verdanken zu hat.
Zitat:Aber Ministerpräsident Erdogan will keine Kredite. Er polemisiert gegen den Währungsfonds. Sich den Forderungen des IWF zu beugen, bedeute, die Türkei "in eine finstere Zukunft zu führen"; der Fonds wolle "die Gelegenheit nutzen, um der Türkei an die Gurgel zu gehen".
Es wäre mal schön wenn Herr Erdogan definiert was er mit seiner Aussage" die Türkei in einefinsteren Zukunft führen" meint ! Wenn dieser Trend weiterhin anhält kann man in ein paar Jahren nicht mehr davon sprechen das die Türkei eine Brückenfunktion zwischen Orient und Oxident übernimmt. Die jüngsten Aussagen Erdogans sollten Politiker in Europa darauf aufmerksam machen das Erdogans viel beschworene Absicht sein "Land in die EU zu führen" nicht mehr als ein reines Lippenbekenntnis darstellt und es in der jetzigen Situation das beste wäre die EU-Beitrittverhandlungen mit der Türkei ganz einzustellen.
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