Vierter Golfkrieg
Nach diesem Bericht mit Bezug auf Reuters wird die Luftherrschaft über dem Iran zunehmend strittig, so führt der Iran ein neues Luftabwehrsystem ein, dessen Erfolge die Nachrichten der letzten Tage geprägt haben.
Dazu kommen Systeme wie etwa Kampfpanzer - über sowjetische Technik (Lizenz des T-72) bis hin zum eigenen Kampfpanzer Karrar - die mangels Bodenoffensive noch gar nicht in das Gefecht eingegriffen haben und möglicherweise unterschätzt werden (Video zur Geschichte der Panzerwaffe im Iran),
genauso wie die Widerstandsfähigkeit der iranischen Führung weit unterschätzt worden ist.
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(Gestern, 18:44)Kongo Erich schrieb: Trump hat sich in einen Erschöpfungskrieg manövriert, aus dem er keinen Ausweg mehr findet.

Das sehe ich nicht so.

Richtig ist, dass der Iran weit widerstandfähiger ist, als zunächst angenommen.

Allerdings kann keiner der Beteiligten und keiner der unbeteiligten Anrainer dulden, dass die Mullahs an der Macht bleiben.
Ansonsten wäre der nächste, dann noch größere, Krieg absehbar.

Die Mullahs können auch nicht das Existenzrecht Israels "anerkennen", weil das ist ihre DNA.
Ohne den kleinen und großen Satan wäre das Mullah-Regime völlig undenkbar.

Ergo werden die Kriegshandlungen fortgesetzt, bis sich die Islamlische Republik von innen auflöst.

Und bitte nicht vergessen: Trump ahnt womöglich in lichten Momenten, dass er nicht wiedergewählt werden kann. Das macht ihn auch autonom (autistisch ist er ja schon.)

Der Kongress wird ihm über das Haushaltsrecht nicht in den Rücken fallen, dazu ist bei allen Kongresslern die Geiselnahme von 1979 und Carters Ohnmacht noch zu präsent.
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@Kongo Erich
Zitat:...genauso wie die Widerstandsfähigkeit der iranischen Führung weit unterschätzt worden ist.

Sowie:

@Schwabo Elite
Zitat:Richtig ist, dass der Iran weit widerstandfähiger ist, als zunächst angenommen.
Das stimmt so nicht.

Alleine die jetzige Rettungsoperation zeigt, dass der iranische Luftraum löchrig ist wie ein Schweizer Käse.

1. Nur um das grob zu umreißen: Die Amerikaner fliegen in den iranischen Luftraum ein - übrigens nicht (nur) mit Kampfjets, sondern teils mit Hercules, die noch nebenbei Helikopter in relativem Tiefflug betanken (ein "Schleppzug" von weniger als 300 km/h Geschwindigkeit). Wenn da irgendwo ein Gepard herumgestanden wäre, wäre es eng geworden.

2. Dann landet man irgendwo in Iran, baut ein "Pfadfinderlager" auf, lädt aus den Transportern vor Ort in der Pampa dann einige Little Birds aus (sic!) - derweilen gibt die CIA laufend die Info über die Position des abgestürzten Piloten durch - und geht nach Indianermanier dann auf die Suche, während man ein paar iranische Einheiten nebenher zusammenschießt.

3. Während der gleichen Zeit, also über rund zwei Tage hinweg, werden im ganzen Land 300 bis 400 weitere Einsätze gegen alle möglichen Ziele geflogen, ohne dass es Verluste gibt (und ohne dass dies großartig gemeldet wird).

Ergänzend:

Unabhängig davon wäre die Frage, welches ominöse neue Flugabwehrsystem dies gewesen sein soll? Wenn, so schätze ich, war es ein Derivat des russischen S-300-Systems, vielleicht ein Bavar-373 oder ein Talaash mit Sayyad-3/4-Raketen. Allerdings dürften diese Systeme relativ rar geworden sein. Optional, im mittleren Bereich, käme vielleicht auch ein Khordad-3 in Frage. Ist aber spekulativ meinerseits.

Hinzu käme, dass die Frage wäre, wieso diese Systeme, so man sie denn hat, nicht bereits bei der Abwehr eingesetzt wurden? Weil man sie bewusst zurückhält? Eher unwahrscheinlich, wenn man sich die bisherigen Schäden und Ziele anschaut.

Gleichwohl, wenn es tatsächlich ein bislang zurückgehaltenes Hochleistungssystem gewesen sein sollte, so lohnt es sich sicher, dort mal genauer nachzuschauen. Vielleicht findet man da dann eine noch unbekannte Atomanlage, die die Iraner "vergessen" haben, der "hier- und stichfest" ermittelnden IAEA zu melden. Cool

Schneemann
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(Vor 10 Stunden)Schneemann schrieb: @Schwabo Elite
Das stimmt so nicht.

Alleine die jetzige Rettungsoperation zeigt, dass der iranische Luftraum löchrig ist wie ein Schweizer Käse.

Natürlich haben die USA und Israel die faktische Luftherrschaft über dem Iran.
Und die Möglichkeiten der iranischen Flugabwehr sind sehr begrenzt, auch wenn natürlich auch einzelne Treffer gelingen.

Mit "widerstandsfähig" meine ich das Gesamtpaket aus Regime, Anhängern des Regimes, aus der Größe des Landes, aus seiner Topografie, aus fehlender Opposition, etc.

Allein aus der Luft werden die USA den Krieg aber nicht gewinnen.

Die einzige Möglichkeit zum Regimechange ist, den Iran so lange aus der Luft anzugreifen, bis die Verluste und Risiken für die Unterstützer des Regimes so groß werden, dass sie abtrünnig werden.

Das wird auch mit Sicherheit passieren, aber es wird dauern.
Ich schätze bis in den Spätsommer oder Herbst 26.
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Trumps Ultimatum bzgl. Hormuz, das er ja völlig unpräsidentenhaft und wüst-vulgär untermalt hat, läuft bekanntlich morgen aus. Und er hat dann angedroht, alle möglichen Kraftwerke und Brücken anzugreifen. Bleibt natürlich die Frage, ob er das auch macht oder ob es nicht nur wieder heiße Luft ist. Aber wenn es geschieht und die Energieinfrastruktur des Iran zerschlagen wird, dann könnte ein Kollaps schneller als erwartet eintreten.

Schneemann
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(Vor 9 Stunden)Schwabo Elite schrieb: ...

Mit "widerstandsfähig" meine ich das Gesamtpaket aus Regime, Anhängern des Regimes, aus der Größe des Landes, aus seiner Topografie, aus fehlender Opposition, etc.
und ich habe hinzu gefügt, dass der Iran wohl auch militärisch widerstandsfähiger ist als es anfänglich vermittelt wurde.
Zitat:Allein aus der Luft werden die USA den Krieg aber nicht gewinnen.

Die einzige Möglichkeit zum Regimechange ist, den Iran so lange aus der Luft anzugreifen, bis die Verluste und Risiken für die Unterstützer des Regimes so groß werden, dass sie abtrünnig werden.

Das wird auch mit Sicherheit passieren, aber es wird dauern.
Ich schätze bis in den Spätsommer oder Herbst 26.
das wird genauso wenig passieren wie im WK ii, wo trotz massiver Bombardements der Widerstand ungebrochen war - erst die Präsenz der alliierten Truppen unmittelbar "vor Ort" hat der Terrorherrschaft von "Wehrwolf & Co." ein Ende bereitet ...
und weder in Vietnam noch in Afghanistan haben die zusätzlichen Bodentruppen der USA oder anderer Nationen einen solchen Erfolg bewirkt.
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(Vor 7 Stunden)Kongo Erich schrieb: das wird genauso wenig passieren wie im WK ii, wo trotz massiver Bombardements der Widerstand ungebrochen war - ...

Daraus würde ich schliessen, dass es wesentlich mehr Nazis gegeben hat, als man heute wahrhaben will.
Möglichweise waren einfach 80% der Deutschen Nazis.

Wenn 80% der Iraner Mullah-Fans sind, wird das System selbst dann nicht zusammenbrechen, wenn alle Iraner ohne Strom in Höhlen sitzen.

Es sind aber vermutlich nur 20% Mullah-Fans ..

Deshalb ist der Bombenkrieg gegen Nazideutschland nicht mit dem Irankrieg vergleichbar.
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Für alle die nach Ostern noch Zeit haben um sich detailreicher zu informieren möchte ich den Call me Back Podcast von Dan Senor empfehlen.
Dan Senor ist ein US-amerikanischer Autor und Politikberater aus der neokonservativen Ecke und produziert in seinem Podcast sehr hochwertigen Content zu den laufenden Nahostkriegen aus primär israelischer Sicht.
Seine primären Gespräschpartner sindf die israelischen Journalisten Amit segal und Nadav Eyal.

https://www.youtube.com/@CallMeBackPodcast
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(Vor 7 Stunden)Schwabo Elite schrieb: Daraus würde ich schliessen, dass es wesentlich mehr Nazis gegeben hat, als man heute wahrhaben will.
Möglichweise waren einfach 80% der Deutschen Nazis.
...

Deshalb ist der Bombenkrieg gegen Nazideutschland nicht mit dem Irankrieg vergleichbar.
Deine Schlussfolgerung ist falsch.
Ich nehme das Beispiel Penzberg / Oberbayern, das ich recht gut kenne - aber die Forschung bestätigt ähnliche Verhältnisse in anderen Orten.
Sowohl bei den letzten freien Wahlen vor dem Nazi-Terror wie auch den ersten Wahlen danach gab es eindeutig starke, überwiegend gewerkschaftlich geprägte Mehrheiten "links von der Mitte". Kommunisten und Sozialdemokraten stritten sich um die Vorherrschaft. Bei den ersten Wahlen nach dem Krieg gab es sogar weniger sozialdemokratische als kommunistische Stadträte,
Während des Krieges gab es latenten Widerstand, zugleich kam es bei den Arbeitern des Bergwerkes immer wieder zu gezielten Verhaftungen und jahrelangen Aufenthalten insbesondere im KZ Dachau. Dennoch wurde der kurz vor der Ankunft der Amerikaner zutage tretende Widerstand ("Penzberger Mordnacht") am 28. April 45 brutal niedergeschlagen - von ortsfremden "Werwolf-Gruppen" mit örtlichen Kollaborateuren.
Der erste - von den Amerikanern eingesetzte - Nachkriegsbürgermeister Josef Raab war Kommunist und während der Nazi-Herrschaft in den internationalen Brigaden (Spanien) und danach in der Resistance. Dennoch hat der in der ersten demokratischen Wahl - die er organisierte - gegen seinen SPD-Komkurrenten Prantl verloren. Also wenn, dann waren das vielleicht 10 % Nazi-Fans im Ort.
Natürlich gab es auch "braune Ortschaften" in der Umgebung. Aber dennoch - eine Terror-Herrschaft lässt sich nicht mit der Schlussfolgerung "das sind 80 % Regimetreue" erklären. Das sind eher 80 %, die sich wegducken, und 10 % Aktive auf der jeweiligen Pro- und Contra-Seite.

Massendemonstrationen wie zuletzt im Iran sind schon das äußerste, was eine Zivilgesellschaft in einem repressiven Staat an "Aufmüpfigkeit" leistet bzw leisten kann. Und dieser Widerstand lässt sich von repressiven Staaten und deren Hilfsorganisationen relativ leicht unterdrücken. Die Angst marschiert da immer mit.

Und deshalb sind beide Bombenkriege durchaus miteinander vergleichbar. Aus massiven Bombardements erwächst eher die Trotzhaltung der Machthaber, die dann auch auf eine verängstigte Gesellschaft durchschlägt.
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(Vor 7 Stunden)Schwabo Elite schrieb: Daraus würde ich schliessen, dass es wesentlich mehr Nazis gegeben hat, als man heute wahrhaben will.
Möglichweise waren einfach 80% der Deutschen Nazis.

Und am 09. Mai waren dann 80% plötzlich Christdemokraten, Sozis und Kommunisten? Der größte Teil einer Gesellschaft besteht immer und überall aus Opportunisten, die sich an die gerade herrschende Macht anpasst.
[/quote]
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