(Allgemein) Bundeswehr – quo vadis?
(Vor 5 Stunden)alphall31 schrieb: Im Video wird auch noch erklärt wann es zur Anwendung kommt das schlagen mit dem Gewehr . Also warum sollte ich de Waffe nicht einsetzen wenn sie eh kaputt ist oder keine Munition mehr vorhanden

Wenn keine Mun mehr vorhanden ist, kann man..
1) sterben vom offensichtlich stsrk überlegenen angreifenden Feind getötet ... oder...
2) Rechtzeitig(!) fersengeld geben = schnellen Rückzug in gesicherte Position antreten

Nahkampf mit Gewehrkolben ohne Munition setzt voraus, dass der Gegner auch keine Waffen!/ Munition mehr hat... Das ist, sorry, Blödsinn!
Einer von beiden hst immer sowas... Und gewinnt!

Ansonsten ist das für mich Nahkampf nur ein Szenario für Hinterhalte durch Sabotage oder SOF Kräfte in inland.
(allerdings garantiert im Krieg hier häufiger anzutreffen)
Aber auch da wird garantiert nicht mit Gewehrkolben verteidigt.

Ehrlich gesagt frage ich mich, in was fur einer Situation im BV/LV ein BW Soldat dem Feind so nahe käme...Ohne Knarre MIT MUNITION?

Hsuserkampf?
Ernsthaft?
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alphall31:

Nahkampf mit dem Gewehrkolben setzt voraus, dass man damit überhaupt irgendeine sinnvolle Wirkung erzielt. Fast alle hier gezeigten Techniken würden den Gegner keineswegs ausschalten, den Nahkampf siegreich beenden oder sonst ausreichende Wirkung erzielen. Wenn ich mit dem Kunststoffklappschaft eines G36 oder der Einschubschulterstütze eines HK416 jemanden schlage, hat das schlicht und einfach zu wenig Wirkung und es ermöglicht es dem Gegner darüber hinaus nahe heran zu kommen.

Das gleiche gilt für die völlig absurden Stöße mit dem Magazin voran oder die seitlich mit dem Lauf. In diesem Kontext ist auch noch zu bedenken, dass der Gegner etwaig doch ein feindlicher Soldat ist, der Helm trägt, eine Weste usw. so dass die gezeigten Techniken nochmals viel weniger Wirkung haben. Kurz und einfach: das gezeigte ist falsch weil: unwirksam, zu begrenzt, zu artifiziell, zu wirklichkeitsfremd.

So wie hier der Nahkampf mit dem Gewehr gelehrt wird, würde man schlicht und einfach wegen dieser Techniken verlieren. Vom ganzen Rest, Boxen usw. fange ich erst gar nicht an.

Zitat:warum sollte ich de Waffe nicht einsetzen wenn sie eh kaputt ist oder keine Munition mehr vorhanden

Oder sie hat eine Ladehemmung oder ein Zivilist greift einen unbewaffnet an und man hat strikten Befehl keine unbewaffneten Zivilisten zu erschießen oder man greift selbst einen unbewaffneten an um ihn unter Kontrolle zu bringen (Gefangennahme als Ziel / Kontrolle der Situation als Ziel) - natürlich gibt es Situationen in welchen man dann ohne zu schießen agiert.

Und ja, man kann dann dafür in manchen / bestimmten Situationen auch die Feuerwaffe einsetzen. Nur halt nicht so wie hier gezeigt (größtenteils). Da es sich um ein extrem spezielles Szenario handelt, ist zudem hochgradig in Frage zu stellen, wieviele Techniken und was für Techniken genau man hier beibringt für den Einsatz der Feuerwaffe im Nahkampf. Das muss so weit reduziert werden wie möglich. Die hier gezeigten Kombinationen aus: Stoß mit der Seite (Magazin voran), seitlicher Hieb mit dem Lauf, Stich mit dem Lauf, Schlag mit dem Gewehrkolben, und wie diese kombiniert und wechselnd eingesetzt werden ist für den Einsatz des Gewehrs im Nahkampf bereits zu viel, sachlich falsch (weil wirkungslos / zu wenig gesicherte Wirkung) und konzeptionell falsch, weil es dem Gegner erlaubt zu nahe heran zu kommen und problematisch weil die heutigen modernen Gewehre für so etwas ziemlich ungeeignet sind.

Aber selbst in früheren Zeiten, im Ersten Weltkrieg, als die dort verwendeten Feuerwaffen noch explizit für den Nahkampf geeignet waren, einschließlich eines Gewehrkolben mit Metallbeschlag am Ende, setzten sich für die damals noch häufig auftretenden Nahkämpfe an allen Fronten Dolche durch. Der Grabendolch ersetzte sehr schnell Gewehrkolben und Bajonett und dies keineswegs nur im Graben. Ringen und Dolch, beides kombiniert, war das was sich evolutionär aus einer enormen Zahl an Nahkämpfen durchsetzte. Mit den heutigen flimigen leichten "Plastikgewehren" gilt dies noch umso mehr.

Stattdessen lehrt die Bundeswehr Boxen und Kolbenschläge......

Das ganze zeigt nur einmal mehr auf, wie artifiziell die Awendung von Gewalt bei der Bundeswehr gelehrt wird. Reine Theoretiker die sich da durchaus bemüht etwas ausdenken und dann in die Soldaten rein drillen, so dass diese genau deshalb dann im Nahkampf verlieren werden. Weil sie genau das tun werden, was hier so einprägsam in sie hinein trainiert wurde.

Damit stellt sich die Frage, ob die Bundeswehr dieses Training überhaupt durchführen sollte, und inwieweit hier nicht mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird. Das einzig positive ist die psychologische Seite dieses Trainings. In dieser der Gewalt zu weitgehend entwöhnten "Gesellschaft" führt es die jungen Soldaten zumindest geistig ein klein wenig hin zur Gewaltanwendung.
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