Kampfmesser
#16
Die GDK wird immer erwähnt. Ich weiss nicht, ob das die anerkannte Veteranenorganisation unserer Spezialkräfte ist.
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#17
Das GDK Messer von Eickhorn ist schonmal besser als dieses völlig absurde Klappmesser von ER. Bei der Klingenform und Klingenlänge täte es aber ein einfaches Mora Heavy Duty für UNTER 20 Euro ganz genau so. Statt 328 Euro für die praktisch exakt gleiche Leistung.

Von den 343 Euro für dieses lächerliche und völlig untaugliche Klappmesser fange ich da erst mal gar nicht an.
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#18
Danke für den Tipp. Kann ich gut gebrauchen.
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#19
Wenn du irgendwelche Tipps über Messer willst, schreib mich einfach per PN an und sag mir was konkret du willst und ich kenne eine extrem günstige und weit überlegene Lösung für dich.
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#20
Macht das doch ruhig öffentlich, ist für andere doch sicherlich auch interessant. Ich finde das Thema Messer durchaus spannend, nur die Preise erscheinen mir teilweise absurd hoch. Aber als unbeleckter Billigmessernutzer (der sich nie Gedanken über die Unterschiede gemacht hat) kann ich das auch nicht wirklich bewerten.
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#21
Hängt halt stark von Zweck und Zielsetzung ab. Daher ist es sehr schwer hier allgemein etwas zu empfehlen. Die Frage ist immer: was genau will ich mit dem Messer tun ?! Und dann: für was für ein Geld kriege ich diese Leistung? Die gezeigten Messer von ER und Eickhorn sind halt nicht ansatzweise das Geld wert, und das Messer von ER ist darüber hinaus konzeptionell einfach auch nur schlecht.

Aber wenn man ein Messer für alles will (Generalist; für alles brauchbar), in einem militärischen Kontext, und im Kontext von Spezialkräften (was auch immer das dann heißen soll) dann muss das Messer gewisse Eigenschaften aufweisen.

1. Es muss so leicht wie möglich sein

2. Es sollte eine gerade klassische Dolchklinge haben

3. Es sollte dennoch auf der Rückseite nicht durchgehend geschliffen sein

4. Es muss eine Parierstange haben damit man nicht auf die Klinge rutscht

5. Es sollte rostfrei sein

6. Es sollte keine Sägezahnung oder ähnliche Sachen wie Wellenschliff etc haben

7. Die feststehende Klinge sollte zwischen 15 und 20 cm lang sein.

Ironischerweise hat Eickhorn hier vor einigen Jahren mal ein meiner Meinung nach perfektes Messer (Generalist; eines für alles) hergestellt:

https://www.eickhorn-solingen.de/WebRoot..._-_Web.jpg

https://www.eickhorn-solingen.de/epages/...s/825224TI

Natürlich auch preislich völlig überteuert und dazu noch seit Jahren vergriffen. Schlussendlich wäre ein Preis von um die 200 Euro dafür realistisch und bei einer Großserie auch machbar..

Das erfüllt praktisch gesehen alle genannten Anforderungen. Nur nützt das keinem, weil dieses Messer so nie in Serie gegangen ist, was ich nicht nachvollziehen kann, weil es tatsächlich genau das ist, was für den genannten Einsatzbereich perfekt wäre. Insbesondere das geringe Gewicht von nur 110 Gramm ist bemerkenswert.

Es gibt das gleiche Messer von Eickhorn auch aus konventionellem Stahl, und dann natürlich schwerer:

https://www.eickhorn-solingen.de/FS-2014

Ich mag da vor allem die Scheide nicht. Warum nicht einfach eine ganz normale Kydex Steckscheide ?! Man wird es nie verstehen.

Konzeptionell gleich, jedoch leider schwerer:

https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B3%C5...owy_wz._98

Findet man wenn man etwas sucht eigentlich immer unter 70 Euro. Beispielsweise (wobei ich speziell diesen Laden nicht so empfehlen kann, aber gibt auch andere Quellen dafür):

https://www.spec-shop.de/product-ger-104...query_id=2

https://www.spec-shop.de/product-ger-359...query_id=3

Das sind aber nicht die Originale von Gerlach, die qualitativ besser sind. Aber wenn man die richtig schleift (schleifen kann), sind die natürlich auch vollkommen brauchbar.

Will man ungefähr dass doppelte investieren, gäbe es noch das M3 Kampfmesser, dass ebenfalls konzeptionell in die gleiche Richtung geht als Neufertigung von Böker:

https://en.wikipedia.org/wiki/M3_trench_knife

Gibt es allerdings aktuell im Sonderangebot:

https://www.boker.de/m3-trench-knife-2.1-02bo119

Griff allerdings aus Leder und Kohlenstoffstahl und natürlich auch zu schwer im Vergleich. Und der Werksschliff ist lächerlich.
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#22
Wer kauft sowas , und für was überhaupt ?
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#23
Meinst du damit jetzt die zwei Messer welche Frank353 hier vernetzt hat oder das was ich geschrieben habe?

Ansonsten (wenn man das will was das vermeintliche GDK / KSK Messer von Eickhorn kann):

https://www.grube.de/p/morakniv-messer-c...5573082498

Nur 77 Gramm und 13,90 Euro. Und es ist rein praktisch in keinster Weise anders oder schlechter.
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#24
Noch ein wesentlicher Aspekt:

Viele Messer, und insbesondere Kampfmesser die man (Soldat) so kauft sind vom Werksschliff her grauenhaft und teilweise regelrecht stumpf. Auch Firmen wie Eickhorn und Böker liefern traurige Klingen die nicht ansatzweise so scharf sind wie sie sein könnten und sein müssten.

Wer auch immer sich ein Messer zulegt, sollte sich daher auch parallel mit dem Schleifen der Klinge befassen und sich entsprechende Ausrüstung diesbezüglich zulegen. Es macht überhaupt keinen Sinn ein Messer zu haben, welches stumpf ist.

Die Klingen von Extrema Ratio (ich besitze ein paar Messer dieser Firma; ich bin nicht beeindruckt; sie sind viel zu teuer!) sind zwar deutlich schärfer im Vergleich, aber natürlich stumpfen auch diese ab.

Entsprechend ist die Frage, wie man sein Messer im Feld scharf hält eine gar nicht so unwesentliche.

Gerade Dolche werden oft mit einem erstaunlich schlechten Schliff geliefert und allgemein Kampfmesser. Das wird dann hingenommen bzw. wie zum Hohn noch damit verkauft, dass das ja Stichwaffen wären es um den Stich ginge bei einem Dolch. Und deshalb die Schneide nicht so scharf sein müsste.

Aber es ist das genaue Gegenteil der Fall: gerade wenn ich eine Stichwaffe habe, die primär stechend eingesetzt werden soll, die also gar nicht groß schneiden soll, müssen die Schneiden besonders scharf sein, um durch den Stich möglichst viel Schaden anzurichten.

Ein gröberes Werkzeugmesser, ein Faschinenmesser etc. dass kann stumpfer sein, aber je mehr ein Messer auf den Stich und auf den Kampf ausgelegt wird, und am meisten eigentlich bei Dolchen, Stiletts usw. müssen die Klingen so scharf wie möglich sein.

Rein persönlich verwende ich das folgende, weil sehr leicht, klein, kompakt. Vermutlich nicht das beste, aber ich bin es halt gewöhnt und ich kriege damit meine Messer draußen richtig gut scharf:

https://www.schmiedeglut.de/diafold-diam...-fein-fwfc

https://www.schmiedeglut.de/diafold-hard...in-fwmef-h

https://www.youtube.com/watch?v=w_y1kZQKC_E
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#25
Bevor ich mir selber die Finger wund schreibe - der folgende Artikel gibt recht brauchbar viele meiner Ansichten bezüglich Kampfmessern wieder:

https://en.topwar.ru/34346-boevye-nozhi-...ument.html

Noch ein Kampfmesser welches ich rein persönlich herausragend finde, und welches zugleich als Machete, Faschinenmesser, Werkzeug, zum Graben usw. dient wäre das Smatchet, welches heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

http://www.macdonaldarms.com/armoury/Fai...atchet.php

Ein Hybrid zwischen Machete und Messer, ideal für den Kampf und zugleich als vielfältiges Werkzeug.
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#26
Zufällig habe ich gerade erst den heutigen Nachmittag mit Messer- und Axtwerfen verbracht, also nur wenige Stunden, bevor Du das geschrieben hast, sehr geschätzter Quintus. Die Messer waren die Bundesheermesser von Glock und dem Typ Smatchet ähnliche Wurfmesser von Cold Steel. Auf meine Bitte hin hat der beste unter uns sowohl nach plötzlichem Umdrehen als auch sitzend mit weggestreckten Beinen geworfen. Zu erwarten ist, daß unter beiden genannten Umständen die Zielgenauigkeit wie auch die Wurfkraft halbiert wird. Das war auch hier so. Interessanter war aber, daß die notwendige Technik beinahe auf das Niveau von Tollpatschigkeit gefallen ist. Wir hatten jeweils mehrere Messer des jeweiligen Typs, quasi eine ganze Batterie. Es lag also nicht etwa zufällig an einem bestimmten Produktionslos, daß er es nicht fertig brachte, ein Messer einfach nur zum Feststecken zu bringen. Er erzeugte fast nur das, was man in der Schußwaffen-Ballistik "Keyholing" nennt, nämlich das seitliche Aufschlagen des Projektils. Auch aus einer Distanz von weniger als 3 Meter.

Das sind freilich nur Spielereien. Aber die ausgewiesenen Wurfmesser waren sowohl in ihrer Handhabbarkeit als auch in ihrer Zielwirkung den Feldmessern überlegen, was ohnehin keine Überraschung war. Gilt doch auch für Messer, was für Schußwaffen gilt: Kombinationswerkzeuge sind nie so gut wie Spezialwerkzeuge.

Wenn ich, und das ist jetzt wirklich nur meine Präferenz, ein Messer wählen sollte, dann eines vom Typ Spezialwerkzeug. Und es wäre ein Jakutenmesser.

Mechanische Tests haben gezeigt, daß Knochen sich an wechselnde Belastungen anpassen und wegen ihrer konkav-konvexen Geometrie extremen Drücken standhalten. Dasselbe Prinzip findet sich im markantesten Merkmal des Jakutenmessers: dem ausgeprägten Hohlschliff auf einer Klingenseite, der diese konkav macht, während die andere Seite linsen- oder bogenförmig – also konvex – geschliffen ist. Diese Geometrie verleiht der Klinge von Natur aus eine höhere Stabilität und Festigkeit als flach geschliffenen Klingen. Zudem bewirkt die konkav-konvexe Geometrie der Jakutenklinge einen minimalen Oberflächenkontakt mit dem Schnittmaterial und damit einen sehr geringen Widerstand - man bleibt nicht im Holz stecken. In Kombination mit dem Hochkohlenstoffstahl, aus dem sie geschmiedet wird, ergibt das eine Klinge, die durch Krafteinwirkung menschlicher Gliedmaßen nur sehr schwer zu zerstören ist.

Dazu kommt die einfache Schärfbarkeit der Jakutenklinge im Feld: Da nur die konkave (flache) Seite geschärft werden muß, halbiert sich dieser Aufwand. Auch das präzise Einhalten eines konstanten Schärfwinkels, das beim herkömmlichen Messer stets erforderlich ist, entfällt beim Jakutenmesser. Und die Messerspitze lässt sich durch ihre Form sehr gut als Bohrer nutzen.

Schließlich hat ein traditionelles Jakutenmesser einen Birkenholzgriff und verwendet nirgendwo Kleber – Birkenrinde nimmt kein Wasser auf und verrottet nicht. Es schwimmt damit, es sinkt nicht.
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#27
Ergänzend:

https://warriorpublications.wordpress.co...the-yakut/

https://www.youtube.com/watch?v=XxSD-roERjM

Eine der wesentlichsten Vorteile dieses Klingendesign ist darüber hinaus, dass das Gewicht des Messer sinkt und es wird damit auch etwas rücklastiger weil sich das Gewicht nach hinten verschiebt. Die Klinge ist genau so stabil wie eine deutlich massivere Klinge, aber das Messer ist viel leichter. Und ein möglichst geringes Gewicht eines Messers ist gerade für jedwede miltärische Verwendung wesentlich.

https://www.youtube.com/watch?v=s-WaTDViVbw

Ansonsten stimme ich dir bezüglich des Yakutenmessers absolut zu, mit einer einzigen Ausnahme: der Griff stellt bei wuchtigen Stichen im Kampf ein Problem dar, da man damit leicht nach vorne auf die Klinge rutschen kann. Der Griff ist einfach nicht für den Kampf gestaltet.

Zu dem Cold Steel Wurfmesser - ich vermute mal stark ihr habt das folgende verwendet?

https://www.cold-steel.de/shanghai-shado...sser?c=505

Die Form ist zwar wie beim Smatchet, aber es ist natürlich kleiner. Es gab aber einen Vorgänger der praktisch die Größe eines Smatchet hatte und leider heute vergriffen ist: den Shanghai Warrior Dolch. Der hatte praktisch die gleichen Abmessungen wie ein Smatchet, war für 50 Euro zu haben und man musste nur noch den Griff ein wenig modifizieren, dann war das de facto ein Smatchet.

Die wesentliche Eigenheit dieser Klingenform, was sie für ein Kampfmesser so hervorragend macht ist die Breite der Klinge und damit die Mannstoppwirkung der dadurch verursachten Verletzungen und dass man damit dann auch sehr wuchtige Hiebe und Schnitte durchführen kann. Und durch die Länge hat man damit schlussendlich zugleich eine kurze Machete bzw. ein Faschinenmesser. Gerade diese Befähigung als Faschinenmesser vewendet zu werden wäre der wesentlichste Einsatzzweck und der primäre Unterschied zu normalen Messern, weil es eben mehr eine messerartige Machete ist als ein Messer. Gab auch die Smatchet Machete von Cold Steel, die ich mal für 30 Euro kaufen konnte, aber auch die ist leider heute vergriffen. Allgemein hat die Qualität bei Cold Steel deutlich nachgelassen. Aber völlig unabhängig von Cold Steel: das wesentliche beim Smatchet ist, dass es praktisch gesehen kein Messer ist, sondern eine Machete, die man eben auch als Kampfmesser verwenden kann, also ein Kampfmesser/Machete Hybrid. Genau genommen wäre Kampfmachete also der beste Begriff. Deshalb muss vor allem anderen die Klinge nicht zu dick sein, sondern schlank und machetenartig. Es muss ein Verbrauchsgegenstand sein und es muss robust und schlicht sein und nicht so überschnörkelt wie das was Böker heute als Smatchet produziert.Und es sollte günstig sein (wie das die Cold Steel Produkte mit dieser Klingenform mal waren). Stattdessen kann man heute auch hier Unmengen an Geld ausgeben, wobei sich hier erneut Böker besonders negativ hervor tut.

Aus diesem Grund kann ich zur Zeit keinen Hersteller bzw. kein Produkt diesbezüglich empfehlen, weil keiner die Kriterien einhält. Es ergibt keinerlei Sinn hunderte von Euro für eine solche bloße Kampfmachete zu zahlen.

Und um das beschließend noch mal zu betonen: Kampfmachete ungleich Kampfmesser ungleich Allzweckmesser.
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#28
Optisch war es eher das Modell Sure Balance Thrower. Sie waren auffällig schwer mit dem Vorteil, daß man sie über deutlich größere Distanzen "versenden" kann (nicht, daß ich das nutzen hätte können). Die Qualität kann ich nicht beurteilen, es weist jedenfalls nichts auf besondere Qualität hin. Sieht billig aus, fühlt sich billig an.

Ein Jakutenmesser ist freilich kein Kampfmesser, das man zum Arbeiten zweckentfremdet – sondern umgekehrt. Ich sehe es als Arbeitsmesser mit behelfsmäßiger Kampftauglichkeit. Im Feldeinsatz wird ein Messer weit häufiger zum Hebeln, Schneiden, Stechen oder Schaben gebraucht als zum Kämpfen – und das sowohl nach Häufigkeit als auch nach Zeitanteil. Das legitimiert es für mich.

Die Gewichtsersparnis bei gleichbleibender Stabilität war mir nicht bewußt. Und das ist ja nicht einfach nur interessant, sondern ein echter Vorzug, wie Du deutlich gemacht hast.
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#29
Sehe ich ebenso: ein Jakutenmesser ist ein perfektes Allzweckmesser.

Problem ist, dass man die hochwertigen Originale aus Yakutien aus Gründen die natürlich offensichtlich sind nicht mehr kriegt. Und die im Westen bzw. der Ukraine hergestellten halten qualitativ nicht mit. Das sind of deutlich schlechtere Repros. Aber wer mutig ist, das Geld nicht scheut, und bereit ist etwaig damit auch mal herein zu fallen, kann bei Etsy etwaig ein gutes kriegen.

Noch ein Punkt: viele behaupten, die Mulde hätte als Hintergrund, dass die Yakuten so wenig Eisen gehabt hätten. Dem ist nicht so. Es dient tatsächlich nur dazu die Klinge stabiler zu machen weil sie dann steifer ist und deutlich widerstandsfähiger und das Gewicht zu reduzieren und dem Messer eine andere Balance zu geben. Mit Materialmangel hat das nichts zu tun, liest man aber immer noch häufig in westlichen Messerforen etc.
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#30
Die "Mulde", also die charakteristische Auskehlung der Klinge, bewirkt einen sehr geringen Kontakt mit dem zu schneidenden Gegenstand. Das führt zu einem sehr geringen Widerstand. Und ganz praktisch bedeutet das: man bleibt nicht im Holz stecken.

Die Anforderung an das Messer, auch bei der kältesten Temperatur, die jemals auf dem Planeten zu spüren war, gut zu arbeiten, hat zu dieser eigenartigen Klingengeometrie geführt. Die Stahleigenschaften selbst ändern sich bei diesen extremen Temperaturen tendenziell drastisch, und eine konkave und konvexe Konstruktion gewährleistet ein Höchstmaß an Haltbarkeit unter ebendiesen Bedingungen.
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