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(05.01.2026, 03:28)muck schrieb: Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew, heute Vorsitzender der Regierungspartei "Einiges Russland", hat sich im Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur 'TASS' dafür ausgesprochen, Bundeskanzler Friedrich Merz durch russische Geheimdienste entführen zu lassen und in Moskau vor Gericht zu stellen. Medwedew berief sich auf den Präzedenzfall der US-Intervention in Venezuela. (Quelle)
Die Übersetzung dazu:
Zitat:Und noch etwas: Die Entführung des (Beleidigung entfernt) Mertz könnte eine hervorragende Wendung in dieser karnevalesken Serie sein. Hier kann einen kaum noch etwas überraschen. Auch ein solches Szenario hat einen Realitätsbezug. Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen. Daher wäre es kein Verlust. Zumal die Bürger umsonst leiden.
Aus dem Kontext ergibt sich dass es eher nicht ernst gemeint ist. Daraus obiges herzuleiten ist schon etwas gewagt.
Interessant im Text ist dass das Vorgehen von Trump zwar verurteilt wird aber gleichzeitig lobt er ihn für seine harte Durchsetzung von US-Interessen.
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Derzeit läuft ein Krimi im Nordatlantik um den flüchtigen Tanker Bella-1. Das Schiff kommt aus den Iran und versucht derzeit ins russische Nordmeer zu entkommen.
Zitat: The Saga of the Bella 1 and the Mysterious U.S. Special Forces Movements
As rumors swirl over the deployment of 160th SOAR aircraft to the UK as the sanctioned tanker Bella 1, or Marinera, approaches the GIUK gap, let’s look at what we do and don’t know about the bizarre situation.
https://theaviationist.com/2026/01/06/th...movements/
U.S. Coast Guard Cutter Seen Pursuing Fleeing Russian Oil Tanker For First Time (Updated)
https://www.twz.com/news-features/u-s-co...oil-tanker
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Inzwischen sollen russische Kriegsschiffe den Tanker eskortieren
US-Medienberichte
Zitat:Russland soll U-Boot als Eskorte für venezolanischen Öltanker entsendet haben
Im Nordatlantik bahnt sich eine brenzlige Situation an: Das US-Militär verfolgt ein Schiff aus Venezuela, das plötzlich unter russischer Flagge segelt. Moskau gibt sich unschuldig – und schickt offenbar Begleitschutz.
...
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Zitat: The United States is carrying out an operation to seize the Russian-flagged Venezuela-linked oil tanker Marinera, formerly known as Bella 1, officials tells Reuters.
https://x.com/sentdefender/status/2008880372327796855
https://x.com/visegrad24/status/20088884...89/photo/2
Angeblich ein Foto vom Tanker aus - Little Bird ginge nur mit Zwischenbetankung auf See.
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Scheint sich wohl tatsächlich erledigt zu haben.
Zitat:US says it has seized tanker in Atlantic linked to Venezuelan oil [...]
[14:55]
The US European Command says the US Department of Justice and Homeland Security have "today announced the seizure of the M/V Bella 1 for violations of US sanctions". In a post on X, they add: "The vessel was seized in the North Atlantic pursuant to a warrant issued by a US federal court after being tracked by USCGC Munro."
https://www.bbc.com/news/live/cwynjdqgellt
Schneemann
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Heikler Einsatz im Nordatlantik
Zitat:USA bringen russischen Öltanker unter Kontrolle
07.01.2026, 14:54 Uhr
Zwei Wochen lang verfolgen die USA einen Öltanker, der wohl für Russland fährt. Plötzlich tauchen russische U-Boote und Militärschiffe auf, um den Tanker zu begleiten. Dann schlägt das US-Militär zu: Es entert das Schiff aus der Luft.
Die USA haben nach einer mehr als zweiwöchigen Verfolgungsjagd einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker vor der Küste Islands unter ihre Kontrolle gebracht. Der russische Staatssender RT hatte zuvor berichtet, US-Kräfte hätten offenbar versucht, von einem Hubschrauber aus an Bord des Tankers "Marinera" zu gelangen, und veröffentlichte dazu ein entsprechendes Bild.
Der Tanker sei gesichert, sagte ein US-Beamter der "Washington Post". "US-Bundesbeamte der Strafverfolgungsbehörden befinden sich derzeit an Bord", so der Beamte. Der Frachter "wurde wegen Verstößen gegen US-Sanktionen beschlagnahmt", teilten die Streitkräfte auf X mit. Der Einsatz sei ohne Störungen durch russische Schiffe verlaufen. In der Nähe des Einsatzortes befänden sich ein russisches U-Boot und ein Kriegsschiff, sagten zwei US-Vertreter dem "Wall Street Journal" und Reuters.
...
Ein Video soll US-Zugriff auf Tanker in der Karibik zeigen
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Das MARINEFORUM befasst sich mit den Folgen des US-Boardings:
Zitat: ...
Völkerrechtliche Grauzone mit Eskalationspotenzial
Unabhängig vom operativen Erfolg bleibt der rechtliche Kern umstritten. Ein Boarding auf Hoher See gegen den erklärten Willen des Flaggenstaats bewegt sich selbst bei Sanktionsdurchsetzung in einer Grauzone. Der US-Ansatz, den Flaggenwechsel für nichtig zu erklären und daraus Staatenlosigkeit abzuleiten, ist völkerrechtlich keineswegs unumstritten.
Ein Zugriff auf ein russisch registriertes Schiff kann von Moskau jederzeit als Angriff auf eigene Interessen interpretiert werden. Auch wenn Russland im Fall "Marinera" nicht reagierte, bleibt der Präzedenzfall bestehen. Sollte sich ein Muster etablieren, bei dem Schattenflottenschiffe gezielt russischen Schutz beanspruchen und westliche Kräfte dennoch zugreifen, verlagert sich die Frage von der Rechtsdurchsetzung zur Bündnispolitik. Im äußersten Fall stünde die NATO vor der Frage, ob eine solche Konfrontation als sicherheitsrelevant für das Bündnis zu bewerten wäre – einschließlich der Diskussion um Artikel 5.
Europas Antwort jenseits des Boardings
Für Europa ist der Fall eine Warnung. Einerseits darf die systematische Umgehung von Sanktionen nicht hingenommen werden. Andererseits kann eine Militarisierung der Durchsetzung auf See in eine Eskalationsspirale führen.
Der wirksamere Hebel liegt dabei eindeutig an Land. Ein Tanker kann auf See operieren, bleibt aber abhängig von Klassifikation, Versicherung, Finanzierung, Hafenstaatkontrolle, Bunkerung und Ersatzteilen. Werden diese Schnittstellen konsequent genutzt, verliert die Schutzflagge ihren Wert. Sie schützt vor dem Zugriff auf See – nicht vor der wirtschaftlichen Realität im Hafen.
Mehr als ein Einzelfall
Das Boarding der "Marinera" war kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer Entwicklung. Datenanbieter wie Windward verzeichnen seit Monaten eine Häufung von Umflaggungen exponierter Schattenflottenschiffe nach Russland. Damit wird aus opportunistischem Flaggen-Shopping eine strategische Schutzbehauptung. Für die maritime Ordnung ist das eine ernste Herausforderung – nicht wegen eines einzelnen Tankers, sondern wegen der Frage, wie weit Sanktionen auf See durchgesetzt werden können, ohne neue sicherheitspolitische Fronten zu eröffnen.
Wobei sich durchaus die Frage erhebt, wer ein Land mit Sanktionen belegen darf, wer diese im konkreten Fall verhängt hat und wieso ggf. Drittstaaten eine "systematische Umgehung von (einseitig national verhängten) Sanktionen" rechtlich verbindlich beachten müssen.
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Moskau will nichts von den Europäern wissen Zitat: Die russische Führung sieht in den Europäern nur lästige Störenfriede. Sie sollten ihr durch Einigkeit und Härte zeigen, dass sie falsch liegt.
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richtig
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Bundeswehr schickt Soldaten nach Grönland Zitat:... Grönland gilt derzeit als geopolitischer Brennpunkt wegen seiner strategischen Lage für arktische Seewege und dem Interesse mehrerer Großmächte an der Region.
Dabei scheint Russland - möglicherweise auch infolge der Belastungen durch den Krieg gegen die Ukraine - am Rande seiner Kapazitäten zu operieren.
Arktis: Russische Experten warnen – Infrastruktur steht vor dem Kollaps
Zitat:In der Arktis kämpfen die verschiedenen Großmächte der Welt um Einfluss. Gerade Russland ist schon seit Jahrzehnten damit beschäftigt. Doch das Land stößt aktuell stark an seine Grenzen, wie verschiedene Seiten bestätigen.
Arktis: Russland muss baggern
Das jedenfalls meint der ukrainische Militärgeheimdienst in einer brandneuen Analyse der russischen Infrastruktur in der Arktis. Dort heißt es unter anderem, dass die Möglichkeiten des Landes am Nordpol „unzulänglich“ seien. So müssten die dortigen Häfen, um den Anforderungen, die die Handelswege auf der Nordroute an die Gegend stellen, um insgesamt etwa 60 Millionen Kubikmeter vertieft werden. Dabei nutzte Russland früher vor allem Subunternehmen aus anderen Ländern, um seine Häfen ausbaggern zu lassen.
Doch durch Sanktionen ist das nahezu unmöglich gemacht worden. Insgesamt konnte der Flächenstaat in ganz 2025 laut dem Nachrichtendienst nur ungefähr 2,2 Millionen Kubikmeter Material ausheben. Obwohl Moskau den Ukrainern zufolge darauf hofft, dass China die Lücke füllen könnte, die der Westen dabei gelassen hat, ist dies noch keine Realität geworden. Offenbar bedeutet das zunehmend, dass es großen Frachtschiffen wie der russischen Schattenflotte erschwert wird, die Häfen der Föderation anzulaufen.
Das könnte die Lösung sein
Als mögliche Lösung, um die Handelswege durch die Arktis beizubehalten, gilt, sich auf einige wenige Häfen und Regionen zu konzentrieren. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine Reihe russischer Wissenschaftler*innen in einer aktuellen Studie vom Dezember 2025. Dort bestätigen die Forschenden die ukrainischen Befunde größtenteils. Demnach steht Russland tatsächlich vor gewaltigen Herausforderungen in seiner Infrastruktur am Nordpol.
So gelinge es unter anderem zahlreichen Regionen, die dafür in Frage kommen, nicht, die notwendige Spezialisierung aufzubauen. ...
das alles deutet nicht unbedingt darauf hin, dass Russland kurz davor steht, Grönland zu besetzen - wie GröPaZ meint.
Tatsächlich sollten sich die USA mehr um Alaska und die nasse Grenze zu Sibirien kümmern.
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„Die Bundespolizei geht offenbar konsequenter gegen die russische Schattenflotte vor. Nach Informationen von NDR, WDR und SZ haben Bundespolizisten unlängst mehreren russischen Schiffen die Fahrt durch das deutsche Küstenmeer verwehrt.“
Härtere Gangart gegen russische Schattenflotte - Tagesschau
Die Tagesschau berichtet, dass die Bundespolizei am 10. Januar den Tanker „Tavian“ bei der Einfahrt in die deutsche Nordsee aufgefordert hat die Identifikationsnummer mitzuteilen. Es ergab sich sodann, dass diese - sowie auch die Flagge, unter der das Schiff fuhr - gefälscht gewesen sein soll und das die „Tavian“ auf einer US-Sanktionsliste steht.
Als das Schiff dann durch die Gewässer Dänemarks erneut in die deutschen Meere einfahren wollte wurde die Einfahrt durch die Bundespolizei untersagt. Der Tanker drehte ab und verließ die Ostsee.
Fraglich wäre hier für mich, ob es nicht effizienter gewesen wäre das Einfahren in die deutschen Gewässer hinzunehmen, nur um dann - wohl legitimerweise - das Schiff zu beschlagnahmen und ein Strafverfahren zu eröffnen.
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Dann hat man das Schiff aber auch an der Backe und muss eventuell auftretende Kosten bezahlen oder das sonst welche schweinereien ausbaden . Den trau ich auch das herbeiführen einer Umweltkatastrophe zu.
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„Geisterflotte“: Die französische Marine hat einen „aus Russland stammenden“ Tanker im Mittelmeer aufgebracht, verkündet Emmanuel Macron
Figaro (französisch)
Der Tanker, „der internationalen Sanktionen unterliegt und im Verdacht steht, unter falscher Flagge zu fahren“, wurde „mit Unterstützung mehrerer unserer Verbündeten“ abgefangen, präzisiert der französische Präsident in einer Nachricht auf X.
Die französische Marine hat am Donnerstagmorgen im Mittelmeer „einen Tanker aus Russland“ aufgebracht, der im Verdacht steht, zur „Geisterflotte“ zu gehören, die „den Angriffskrieg gegen die Ukraine“ finanziert, wie Emmanuel Macron mitteilte.
Dieser Tanker, „der internationalen Sanktionen unterliegt und im Verdacht steht, unter falscher Flagge zu fahren“, wurde „mit Unterstützung mehrerer unserer Verbündeten“ abgefangen, präzisiert der französische Präsident in einer Nachricht auf X und fügt hinzu, dass „das Schiff umgeleitet wurde“ und eine „gerichtliche Untersuchung eingeleitet wurde“.
Der Präfekt der Mittelmeerflotte gab in einer Erklärung weitere Einzelheiten zu dieser „Maßnahme in Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten, darunter das Vereinigte Königreich”, die „auf hoher See” zwischen Spanien und Nordafrika an Bord des „Öltankers Grinch aus Murmansk”, einem arktischen Hafen an der Barentssee, durchgeführt wurde.
Eine Aufbringung „unter strikter Einhaltung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen“
Diese Operation „diente der Überprüfung der Nationalität (des) Schiffes”, wobei „die Prüfung der Dokumente die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der geführten Flagge bestätigte”, was zu einer „Warnmeldung an die Staatsanwaltschaft von Marseille“ führte, so die Präfektur der Marine, die angibt, dass das Schiff „derzeit von der französischen Marine zu einem Ankerplatz eskortiert wird, um die Überprüfungen fortzusetzen“.
Für Emmanuel Macron zeigt diese „unter strikter Einhaltung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen“ durchgeführte Aufbringung, dass Frankreich „entschlossen ist, das Völkerrecht durchzusetzen und die Wirksamkeit der Sanktionen“ gegen die russische „Geisterflotte“ zu gewährleisten, deren „Aktivitäten zur Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine beitragen“.
Der Tanker Grinch ist unter diesem Namen auf der Liste der Schiffe der russischen Geisterflotte aufgeführt, gegen die das Vereinigte Königreich Sanktionen verhängt hat, aber unter dem Namen „Carl“ auf der von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten erstellten Liste. Laut der auf die Verfolgung von Schiffen spezialisierten Website marinetraffic befand er sich zum Zeitpunkt seiner Aufbringung auf dem Weg nach Osten zwischen Almeria (Spanien) und Oran (Algerien) und fuhr unter der Flagge der Komoren.
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