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Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat die US-Zollpolitik untersucht. Schlussfolgerungen: - Die US-Zolleinnahmen stiegen 2025 um $200 Mrd.
- Daten von 25 Mio. Transaktionen im Wert von $4 Bio. zeigen, dass die zusätzliche Belastung fast vollständig an den US-Verbraucher weitergegeben wurde
- Nur 4% der zusätzlichen Kosten wurden von den Exporteuren getragen
- Fallstudien zu den US-Handelsbeziehungen mit Brasilien und Indien zeigen, dass die Exporteure die zusätzliche Belastung nicht "geschluckt" haben, die Preise blieben gleich, stattdessen sanken die Handelsvolumina
( Link)
Mit anderen Worten, obwohl Trumps Zollpolitik der US-Wirtschaft langfristig noch nutzen könnten (wenn nämlich der US-Markt weniger importabhängig wird), hat bisher der US-Verbraucher die Zeche bezahlt.
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(19.01.2026, 21:03)Kongo Erich schrieb: John Maynard Keynes sah Staatsverschuldung nicht per se als negativ, sondern als notwendiges Geldmarkt-Instrument in Krisen: Der Staat soll sich verschulden, um durch Ausgaben die Nachfrage zu steigern und die Wirtschaft anzukurbeln (antizyklische Politik), wodurch Schulden in Wachstum umgewandelt werden können und später durch höhere Steuereinnahmen bedient werden können.
Das Problem ist, für die Leute die diese Argumentation verwenden ist immer Krise... Nur weil sich eine Argumentation gut anhört muss sie ausserdem nicht richtig sein.
Staatsschulden bei der eigenen Notenbank sind etwas ganz anderes wie Staatsschulden bei den Bürgern oder im Ausland aufgenommene. Beide sind bei einem hohen Niveau allerdings langfristig schlecht, insbesondere wenn regelmässige Ausgaben damit finanziert werden. Passiert bei uns leider gerade bei Investitionen und den Verteidigungsausgaben. Das ist ein schleichendes Gift und dafür ein Gegenmittel zu finden, wenn es aus dem Ruder läuft ist nicht so einfach, siehe Frankreich.
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(19.01.2026, 21:28)muck schrieb: ...
Mit anderen Worten, obwohl Trumps Zollpolitik der US-Wirtschaft langfristig noch nutzen könnten (wenn nämlich der US-Markt weniger importabhängig wird), hat bisher der US-Verbraucher die Zeche bezahlt. Dazu ergänzend: Zitat: ...
Die Gefahr für den US-Dollar liegt .... woanders: Und zwar in einem Verlust des Status als Weltleitwährung. Denn sollten Zölle nicht mehr reichen, um Trumps extraterritoriale Ambitionen durchzusetzen, dann steigt die Gefahr, dass er auf wirtschaftliche Sanktionen als Druckmittel zurückgreift. Um diese umgehen zu können, kann es für die EU notwendig sein, so weit es geht auf grenzüberschreitende Zahlungen in US-Dollar, die durch die USA einsehbar wären, zu verzichten.
Dies könnte wiederum einen Dominoeffekt auslösen: Wir dürfen nicht vergessen, dass die USA ein massives Leistungsbilanzdefizit fahren, das durch Kapitalimporte finanziert werden muss. Sollten Investoren den Status des Dollars als Weltleitwährung in Gefahr sehen und dementsprechend eine deutliche Abwertung der US-Währung befürchten, könnten diese Kapitalimporte versiegen. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einem Kapitalabfluss. Die US-Wirtschaft wäre zu einer Korrektur der Leistungsbilanz gezwungen, was mit weiterer deutlicher Dollar-Schwäche einhergehen würde.
...
ist nicht von mir, aber bedenkenswert - zumal es gerade eine Meldung dazu gibt:
Zitat:Wegen Trump
Anleiheriese Pimco zieht Geld aus den USA ab
Donald Trumps erratische Wirtschaftspolitik hat Folgen: Die Investmentgesellschaft Pimco will Kapital aus den USA verlagern und spricht von einer »unberechenbaren Regierung«.
19.01.2026, 16.06 Uhr
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(19.01.2026, 21:28)muck schrieb: Mit anderen Worten, obwohl Trumps Zollpolitik der US-Wirtschaft langfristig noch nutzen könnten (wenn nämlich der US-Markt weniger importabhängig wird), hat bisher der US-Verbraucher die Zeche bezahlt.
Also staatl. Mehreinnahmen von 200 Mrd. USD bei gleichbleibender bzw. sogar fallender Inflation?
https://de.tradingeconomics.com/united-s...2021%20war.
Also selbst wenn die Zölle fast zu 100% an die US-Verbraucher weitergegeben wurden müssen andere Konsumgüter signifikanter als die letzten Jahre üblich im Preis gefallen sein. Das zeigt das Trumps Politik im Endeffekt sehr erfolgreich ist.
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(21.01.2026, 16:58)lime schrieb: Also staatl. Mehreinnahmen von 200 Mrd. USD bei gleichbleibender bzw. sogar fallender Inflation?
....
Also selbst wenn die Zölle fast zu 100% an die US-Verbraucher weitergegeben wurden müssen andere Konsumgüter signifikanter als die letzten Jahre üblich im Preis gefallen sein. Das zeigt das Trumps Politik im Endeffekt sehr erfolgreich ist. Nein, das zeigt, dass vor allem sinkende Energiekosten die Zoll-bedingten Preissteigerungen bei Import-lastigen Warenkategorien ausgleichen:
[Bild: https://cdn.statcdn.com/Infographic/imag...34883.jpeg]
Hinzu kommt, dass ein nicht unerheblicher Anteil der US-Importe nicht in die Haushalte, sondern an die Industrie geht, die wiederum selbst auch wieder Teile ihrer Produktion exportiert und die eben durch zollbedingt steigende Einkaufspreise weniger wettbewerbsfähig werden. (Auch wenn da natürlich ebenfalls sinkende Energiekosten einen gewissen Ausgleich bieten.)
So steht dann auch in der von Muck verlinkten Studie wörtlich:
Zitat:Amerikanische Importeure und Verbraucher tragen nahezu die gesamten Kosten
Der Blick auf die Verbraucher-Warenkorb-abhängige Inflationsrate greift da also deutlich zu kurz. Zum einen kann diese Inflationsrate nur dadurch so moderat gehalten werden, dass die Energiepolitik auf kurzfristige Preisreduzierung zulasten langfristiger Nachhaltigkeit ausgerichtet wird. Zum Anderen kommen eben Auswirkungen auf die konkret von den Importzöllen betroffenen Wirtschaftszweige hinzu, die sich nicht in der Inflationsrate widerspiegeln, weil deren Produkte nicht Teil des Verbraucherwarenkorbs sind.
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(19.01.2026, 21:57)Kongo Erich schrieb: Dazu ergänzend: ist nicht von mir, aber bedenkenswert - zumal es gerade eine Meldung dazu gibt:
Kopie hier vor vier Tagen hier im Forum und jetzt schon an den Finanzmärkten spürbar:
Finanz-Beben: Billionen-Anleger werfen US-Anleihen auf den Markt
Zitat:New York/München – Der Anlageriese Pimco, der schwedische Pensionsfonds Alecta oder der dänische Pensionsfonds Akademiker Pension: Inmitten des Grönland-Streits werfen immer mehr Großanleger US-Anleihen auf den Markt. Pimco will wegen der Unberechenbarkeit der US-Regierung sein billionenschweres Portfolio umschichten, Alecta baut seine acht Milliarden Dollar in US-Anleihen aus gleichem Grund ab, die Dänen verkaufen immerhin US-Anleihen für 100 Millionen Dollar. Zudem reduzieren viele Notenbanken den Dollar seit einiger Zeit als Reservewährung und setzen lieber auf Gold. An den Finanzmärkten spricht man deshalb von „Sell America“, dem Ausverkauf amerikanischer Wertpapiere.
... Zitat:Wer läuft schon einen Hafen an, wenn es dort lichterloh brennt?
Jürgen Michels, Chefvolkswirt BayernLB
Schulden als neues Druckmittel?
Seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump stehen US-Anlagen an den Börsen unter Druck. Amerikanische Aktien haben sich deutlich schlechter als europäische entwickelt, weil Investoren lieber im alten Europa als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten investierten – ein seltenes Phänomen. Gleichzeitig verlor der Dollar in einem Jahr zum Euro über zehn Prozent an Wert und die Zinsen für US-Staatsanleihen stiegen. Der Grund: Eine immer unsolidere Finanzpolitik der US-Regierung und immer offenere Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Das alles kratzt am Status des Dollar als weltweiter Leitwährung.
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