Militärische Lehren aus dem Ukraine-Krieg
Ein meiner Meinung nach äußerst sehenswerter Film mit vielen kritischen Äußerungen des vormaligen Stabschef von Azov:

https://www.youtube.com/watch?v=jm_vo6iS3Cg

Zitat:The Kyiv Independent's Francis Farrell sits down with the former chief of staff of Ukraine's Azov Brigade, Lieutenant Colonel Bohdan Krotevych, to discuss the situation on the front line after three years of Russia's full-scale war, why he thinks Ukraine should change its culture of military leadership, why the U.S. army doctrine wouldn't work for Russia's war against Ukraine, and shares his takes on Russia's next steps after a potential ceasefire. Krotevych took part in the heroic defense of the Azovstal steel plant in Mariupol in 2022; he went through Russian captivity and was released during the prisoner exchange the same year.

Aus den Reihen von Azov sind etliche militärische Vordenker und RMA Vertreter hervor gegangen, welche in der Ukraine wesentliche Dinge voran gebracht haben. Einer der wesentlichsten Punkte dabei war und ist Selbstkritik und eine kritische Analyse des eigenen Versagens.

Zur Person:

https://en.wikipedia.org/wiki/Bohdan_Krotevych

Praktische Kriegserfahrung in allen denkbaren Funktionen (vom Gruppenführer bis zum Brigade-Kommandeur) und das durchgehend seit 2014. Das sind die Leute, denen man zuhören sollte.

https://babel.ua/en/news/115775-lieutena...on-at-azov

https://babel.ua/en/texts/116220-bohdan-...roffensive
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Über die russischen Streitkräfte in der Ukraine:

https://www.youtube.com/watch?v=iSpnLSHyy1E

Zitat:Macer Gifford is a former currency trader who volunteered to fight for the Ukrainian army against Russia in 2022.

Gifford speaks with Business Insider about what it was like being in Kyiv during the outbreak of the war and his motivations for joining as a volunteer fighter. He recounts stories from his reconnaissance unit, the 131st, and their activities in Lyman and Kherson. He also explains how FPV drones and antidrone technology are used.

He is the author of "Fighting Evil."

https://www.amazon.de/Fighting-Evil-Ordi...author_mpb

Zitat:

Zitat:The russian war machine is incredibly efficient, incredibly big and incredibly dangerous. So for them it is a war of annhiliation. And the people you are fighting against are incredibly dangerous, often times fanatical, or desperate people, that would torture you and kill you if they call you.
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Was haltet ihr eignetlich von den Gräben in diesem Krieg? Ich muss sagen nach drei Jahren Krieg bin ich echt überascht, wie schlecht ausgebaut die Gräben und Bunkersysteme sind. Wenn ich sie mit den Gräben aus dem WW1 vergleiche (nach der Somme), dann habe ich eine ganze Reihe an fundamentalen Fehlern.

1. Die Gräben sind nicht tief genug. Ein guter Graben muss mindesten mannshoch sein damit ein Soldat sich schnell und geschützt duch den Graben bewegen kann. Zum schießen baut man eine kleine Stufe über die komplette Länge des Grabens ein.

2. Die Gräben sind nicht breit genug. Nach meinen Beobachtungen sind Gräben nicht breit genug damit 2 Menschen gut aneinander vorbei kommen. Das ist jedoch extrem wichtig da sonst ein ein Einsturz des Grabens, etwa durch einen Treffer der Atillerie oder anderer Wirkmittel, diesen blockiert was das Bewegen und damit auch das Verteidigen des Grabens deutlich erschwert. Auch ein Verwundeter oder Gefallener blockiert den Graben was zusätzlich auch das Versorgung des Getroffenden hemmt.

3. Alle Bunker die ich gesehen hab haben nur einen Ausgang. Mehrere Ausgänge sind ein muss, da man sonst leicht eingekesselt und zerstört werden kann. Auch vor Verschüttung durch Direkttreffern oder Angriffen mit schweren Bomber-Drohnen schützt es. Auch scheinen die meisten Bunker nicht sehr tief zu sein was eine leichte re Vernichtung durch diverse Wirkmittel ermöglicht.

4. Die meisten Gräben scheinen nicht oder nur unzureichend gegen den Einsturz des Grabens gesichert zu sein. Das beste was ich gesehen habe ist eine Verbretterung des Grabens, das ist jedoch eine nur mäßige Lösung da es viele Probleme mitbringt. Bretter werden von Wasser unterspült was diese ungesehen und leichter zum Einsturz bringt. Eingestürzte Bretter blockieren gut den Graben und man sollte die Splitterwirkung von Holz nicht unterschätzen. Besser als Bretter ist ein Geflecht aus Zweigen.

5. Die meisten Gräben sind nicht von Netzen geschützt. Diese haben aber wichtige Funktionen wie zum Beispiel, Tarnung, Schutz vor Drohnen und etwas Schutz vor Thermaloptiken.




Ich verstehe nicht warum beide Seiten so schlecht im Bau von Grabensytemen sind. nicht nur kann man auf über hundert Jahre Erfahrung zurück schauen, sondern die führen ja jetzt seit mindestens 2 Jahren hauptsächlich einen Grabenkrieg. Ich kann mir eigentlich nur vorstellen das es an der geringen Mannstärke in den Gräben liegt, denn sonst ist das sicher einer der größten Fehler der Armeen die viele tausend Männer das Leben kostet oder kosten wird. Man könnte denen das Lehrbuch für deutsche offiziere von 1911 geben, da steht das meiste dazu schon drin (auch wenn das bei den meisten deutschen Offizieren erst 1916 nach der Somme angekommen/ beachtet worden ist).

Wie sieht es eigenlich heute mit der Bundeswehr aus, lernen da die Offiziere noch richtig und gut Gräben zu bauen?
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Man fängt bei der Bundeswehr meiner Kenntnis nach gerade wieder damit an. Auch Grabenkampf wird jetzt wieder trainiert.

Im übrigen könnte man noch mehr zu den Gräben schreiben, von den Winkeln in welchen sie abknicken (relevant in Bezug auf die Reduzierung von Druckwellen im Graben, über die Bermen, wo man das ausgehobene Material wie hin tut bis hin zur Frage der Drainage usw usw

Das ist schon sehr auffällig. Ebenso der geradezu verblüffende Mangel an Stacheldraht, dabei ist dieser dort wo er vorhanden ist immer noch sehr effektiv (gibt etliche Filmaufnahmen davon). Im 1WK verbaute man schier unfassbare Mengen von Stacheldraht und heute sind Bandstacheldraht-Rollen noch viel besser als das was die damals hatten, wären immer noch günstig.

Spezifisch aber noch zu Gräben und Bunkern:

Aktuell lässt die Bedeutung von beidem nach ! Das liegt an der Drohnenkriegsführung. Die ausgehobenen Gräben welche du da siehst sind sehr oft weitgehend nicht besetzt und größtenteils übrigens vermint. Deshalb gibt es beispielsweise ein aktuelles Verbot für russsische Soldaten in nicht besetzte ukrainische Gräben zu gehen. Im übrigen sind Gräben natürlich jeweils von der Position her bekannt und sind AGS-17, Mörser und Artillerie bereits auf ihre Position eingestellt. Entsprechend führt das Erstürmen eines Grabens oft schnell dazu, dass der Feind dort massiv mit Artillerie wirkt. Auch wenn man dann selbst im Graben sitzt, ist dass schnell hochproblematisch wenn der Feind auf seine eigenen Gräben feuert welche er ja von der Position her genau kennt. Aktuell sind übrigens russische AGS-17 darin verblüffend gut geworden. Die stehen dann üblicherweise ungefähr 600 m bis 1600 m weit entfernt davon, und treffen trotzdem oft erstaunlich gut in den Graben. Wo man derweilen festsitzt bzw. beim Bewegen dann in Minen / Sprengfallen läuft.

Die Gräben welche benutzt werden, dienen meist nur als vorübergehende Verbindungswege für Hit-and-Run Taktiken aus den eigentlichen Stellungen. Die Gräben sind also zunehmend keine Kampfpositionen mehr.

Die primäre Stellung "ganz vorne" ist ein unterirdisches Versteck. Von diesem aus steuert man Drohnen bzw. setzt Drohnen ein und wenn möglich macht man davon aus kurze Ausfälle und kehrt dann sofort wieder in das Versteck zurück. Die Front besteht also nicht aus besetzten Gräben (die sind meist weitgehend leer), sondern aus einem Gewirr aus lauter Löchern - teilweise tief im Boden in welchen die Soldaten sind. Viele dieser Verstecke sind nicht direkt an die Gräben angebunden, sondern es gibt von dort verdeckte Wege welche dann zum Graben führen. Der Graben führt also nicht zur eigentlichen Stellung.

Ein weiteres Problem ist, dass die Russen aktuell fortwährend derartigen Druck machen, dass die Gräben meist nicht lange gehalten werden können. Man hebt diese also (auch aufgrund sinkender Bedeutung) meist nur als temporäres System aus und investiert daher nicht so viel Mühe darin. Meist gräbt man weiter hinten schon neue Gräben und dahinter nochmal neue Gräben während man vorne gerade noch neue Gräben fertigt.

Aktuell dienen die Gräben dann oft nur dem Ausfall um in das ukrainische Stellungsystem eingedrungene Russen vernichten zu können. Das sind also keine Kampfstellungen, sondern de facto das moderne Äquivalent zu Poternen, also Ausfall"pforten" (manche Ukrainer sprechen sogar von Ausfall-Gräben).

Es gibt aber immer noch einzelfallweise auch sehr tiefe, sehr gut ausgebaute Grabensysteme. Dann aber meist in Positionen die schon länger gehalten werden und wo die Russen nicht so stark sind (Grenze zu Belarus beispielsweise) und wo im Verhältnis zum gehaltenen Raum viele Ukrainer stehen.

Denn dass ist abschließend dazu noch einer der wesentlichsten Punkte zur Erklärung: die Mannzahl der Ukrainer welche unmittelbar "vorne" in den Gräben kämpft ist insgesamt erstaunlich gering. Die Front ist teilweise sehr dünn besetzt. Das ist kein Vergleich mit dem 1WK. Die Ukrainer kompensieren dass aktuell (noch) durch Drohnen, aber die Schwäche was Infanterie "vorne im Graben" angeht, die geringe Quantität an Infanterie also, ist einer der wesentlichsten Gründe warum die Gräben teilweise sehr schwach ausfallen.

Und übrigens auch warum die Russen immer wieder und wieder mit ihren Sturmtruppen in die ukrainischen Stellungssysteme eindringen können und die Ukrainer dann zurück gehen müssen (auf das nächste Graben / Verstecksystem).

Die heutigen ukrainischen "Bunker" sind übrigens meist mehr Verstecke als echte Bunker. Man hat gar nicht mehr die Zeit, das Material und die Kraft richtige Bunker zu bauen. Die dienen also vor allem dem Schutz vor Drohnen, und der Tarnung. Aktuell geht der Trend weg vom Bunker zum bloßen Versteck.
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PS:

Die Ukrainer haben im übrigen einige Einheiten aufgestellt, die sich primär auf den Grabenkampf spezialisiert haben, und die einzelfallsweise sogar Brigadestärke aufweisen, beispielsweise die 3 selbstständige Sturm-Brigade (3 seperate Assault Brigade).

https://www.youtube.com/@ab3army/videos

Eine der wenigen Einheiten übrigens, die im Grabenkampf Gefangene machen, weil man sich üblicherweise im Graben nicht damit aufhält Gefangene zu nehmen. Die sehen das aber als wertvolle Gelegenheit für HUMINT.
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(31.03.2025, 23:22)Quintus Fabius schrieb: Spezifisch aber noch zu Gräben und Bunkern:
Aktuell lässt die Bedeutung von beidem nach ! Das liegt an der Drohnenkriegsführung.

Kannst du das noch etwas ausführen? Weil für mich ist das keine zwingende Logik. Ich hätte gedacht das man dann zum Beispiel eine Art von Vorhängen in Gräben einbaut durch die eine FPV-Drohen einfach nicht durchfliegen kann, und das mit den Netzen zur Tarnung und zum Schutz gegen bomber Drohnen habe ich ja auch schon geschrieben. Am Ende ist es warscheinlich echt die geringe Mannstärke die zu diesen schlecht ausgebauten Stellungen führt. Und das die Ukraine ein Problem mit Korruption und inkompetenz im Festungsbau ein paar Kilometer hinter der gehaltenen Front hat ist ja auch bekannt.


Noch eine andere Frage. Ich sehe auch recht viele Angriffe an Tag und nur wenige in der Nacht. Haben Wärmebildoptiken den Angriff in der Nacht überflüssig gemacht oder haben die Sachen die ich sehen einfach einen Bias?
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Die Russen machen das sehr beständig und auch genügend in die Tiefe gestaffelt.durch denn beständigen vormarsch der letzten Jahre haben die Russen so viele Verteidigungslinien in ihrem Rücken das wenn sie diese schnell genug besetzen können die Ukrainer spätestens an der zweiten Linie hängen bleiben .
Die Ukrainer vergeben solche Aufträge an Firmen in rückwärtigen Gebiet Stellungen vorzubereiten , da aber keiner kommt es kontrollieren versickert das Geld meist in irgendwelchen Kanälen. Das führte Schon mehrfach dazu das ganze frontabschnitte sich weiter absetzen mussten als geplant. Dazu kommt das die Ukrainern auch nicht erlaubt ist einfach mal so alle Bäume zu fällen zum stellungsbau, man hat sich selber wahnwitzige Umweltbedingungen aufgelegt.
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Aegrotare:

Zitat:Kannst du das noch etwas ausführen? Weil für mich ist das keine zwingende Logik.

Natürlich, sehr gerne.

Zitat: Ich hätte gedacht das man dann zum Beispiel eine Art von Vorhängen in Gräben einbaut durch die eine FPV-Drohen einfach nicht durchfliegen kann, und das mit den Netzen zur Tarnung und zum Schutz gegen bomber Drohnen habe ich ja auch schon geschrieben.

Zum einen gibt es nicht nur FPV Drohnen. Beide Seiten setzen inzwischen Flammenwerferdrohnen ein und regelrechte Anti-Material-Drohnen welche Hindernisse für andere Drohnen beseitigen sollen, Drohnen mit teilweise erstaunlich starken Sprengladungen und bei aller Dominanz darf man in diesem Kontext auch die Artillerie nicht vergessen, welche gerade eben wegen der Drohnen sehr viel besser trifft und viel leichter und besser aufklärt und nicht zuletzt auch die Gleitbomben, welche sogar primär gegen ukrainische Grabensysteme zum Einsatz kommen. Oft ist es dann aber so, dass die Gleitbomben schlussendlich nur das Gabensystem beschädigen, aber kaum Ukrainer dadurch umkommen (weil die Gräben ohnehin in erstaunlich weiten Teilen leer sind), man dann aber die durch die Gleitbomben geschaffenen Schäden für präzisere Drohnenangriffe in die Gräben hinein nutzt. Denn warum sollte man mit Infanterie Gräben stürmen, wenn dies auch mit einer Kombination anderer Wirkmittel aus der Distanz geht ?! usw.

Darüber hinaus - und diesen Punkt hattest du ja auch schon vermutet bzw. hast ihn hier nochmal angesprochen, ist - wie ich es ja explizit geschrieben habe - einfach die Mannstärke vorne zu gering. Die Menge der ukrainischen Infanterie reicht nicht, um ein Grabensystem wie es notwendig wäre zu besetzen, geschweige denn es zu bauen. Der Druck ist an der Front auch zu groß, um Gräben ruhig ausbauen zu können. Noch bevor die Gräben überhaupt richtig errichtet sind, hagelt es bereits dermaßen und derart durchgehend, dass man einfach nicht mehr dazu kommt die Gräben noch selbst zu verbessern.

Auf der Gegenseite natürlich das gleiche. Das Problem hierbei - im Kontext der Drohnen (!) - ist die Frage der Aufklärung durch Drohnen und die Tiefe des Raumes der mit ihnen bestrichen werden kann. Man hat praktisch statt einer Front mit einem Niemandsland dazwischen wie es im 1WK war auf beiden Seiten Stellungssysteme, mit einem Niemandsland dazwischen, aber zugleich einem Niemandsland dahinter (!) Das ist der entscheidende Unterschied zum 1WK. Die Drohnen beherrschen den Raum teilweise 20 km tief, teilweise 30 km tief und in sehr hoher Dichte und mit einer Unzahl von FPV Drohnen teilweise bis zu 10 km hinter den Stellungssystemen. Damit hat man das Problem, dass man neue Gräben sehr viel weiter hinten ausheben müsste, um diese überhaupt einsatzfähig zu kriegen. Weiter vorne aber kriegt man weder Material noch genug Mannkraft bewegt um die Gräben auszubauen.

Deshalb steigen russische Soldaten hier und heute bei einer Distanz von 20 km zu den Ukrainern von ihren Fahrzeugen ab und bringen inzwischen in manchen Frontabschnitten fast alles nur noch zur Fuß in kleinen Trupps irgendwie nach vorne. Einschließlich des Mannersatz und neuer Sturmtruppen. Dabei erleiden sie bereits signifikante Verluste vor allem durch Drohnen bevor sie überhaupt vorne in den Gräben angekommen sind. Das gleiche gilt für die Ukrainer, wobei diese dank westlicher Panzer da öfter mal näher ran können.

Dazu kommt die psychologische und körperliche Überlastung der Soldaten durch die Drohnenkriegsführung. Die ständige Drohnengefahr, der erhebliche Dauerstress (beide Seiten setzen auch Drohnen ein deren Zweck es allein ist laute Drohnengeräusche zu verursachen damit die Gegenseite dadurch in Angst versetzt wird usw usw), dieses ständige nach oben ausgeliefert sein, führen dazu, dass beide Seiten am Boden rasant erschöpfen (analog zu einer fortwährenden massiven Scharfschützenbedrohung nur noch viel krasser). Entsprechend sind die Soldaten teilweise nach kurzer Zeit kaum noch in der Lage irgend etwas zu tun als sich zu verstecken. Die schaffen es körperlich wie geistig gar nicht mehr unter diesen Bedingungen die Feldbefestigungen ständig auszubauen.

Man unterschätzt auch den Aufwand dafür. Beispielsweise benötigt ein Grabenabschnitt in einem gut ausgebauten Zustand der einen Zug fassen soll wenn dieser Zug ihn selbst errichten soll ungefähr eine Woche durchgehende harte Arbeit. Und entsprechendes Material. Das ist alles so nicht mehr gegeben. Man gräbt sich nur noch notdürftig ein und errichtet die Gräben nur noch so weit wie möglich, und kann dann schon nicht mehr weiter.

Da die Gräben aber wie schon geschrieben immer mehr zu bloßen Ausfallwegen von den Verstecken werden, ist das auch nicht weiter relevant und so greift eins ins andere: gerade weil die Gräben in ihrer Bedeutung nachlassen, werden sie nicht mehr so stark ausgebaut wie es möglich wäre, wodurch sich ihre Bedeutung von einem Stellungssystem von dem aus gekämpft wird zu einem Bewegungssystem für Ausfälle ändert. Eine solche Form benötigt aber eben keinen klassisch ausgebauten Graben.

Man sieht das übrigens als Kontrapunkt sehr gut an der weißrussischen Grenze, wo tiefe und sehr gut ausgebaute Grabensysteme vorhanden sind und viele tief gelegene Bunkeranlagen usw. Die ukrainischen Grabensysteme im Norden der Ukraine sind daher völlig andere als an der Front im Osten, die Unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Der Grund ist höchst einfach: dass die Ukrainer es dort aufgrund von Zeit, Abwesenheit von Kämpfen und weitgehender Abwesenheit von Drohnen geschafft haben, diese Grabensysteme sehr weitgehend auszubauen.

Zitat:Am Ende ist es warscheinlich echt die geringe Mannstärke die zu diesen schlecht ausgebauten Stellungen führt.

Eben nicht nur. Die Mannzahl ist unzureichend - aber die Männer sind auch viel erschöpfter als früher, sie kommen nicht mehr zur Ruhe und man hat wie gesagt ein Niemandsland von 10 bis 25 km Tiefe auch hinter sich. Also nicht nur zwischen den eigenen Gräben und denen des Feindes, sondern auch hinter sich. Man kriegt weder genug Material nach vorne noch können die Soldaten das überhaupt leisten und selbst wo sie es schaffen, werden die stärker befestigten Gräben auch schlicht und einfach dann wieder durch den Drohnenhagel, Artilleriehagel und Gleitbomben degradiert, aufgebrochen und zerstört so dass die kleineren präziseren Drohnen schon wieder in sie hinein wirken können.

Entsprechend ist das primäre Stellungssystem eigentlich die Vielzahl der verstreut liegenden Verstecke, von denen aus man operiert (wenn möglich).

Zitat:Und das die Ukraine ein Problem mit Korruption und inkompetenz im Festungsbau ein paar Kilometer hinter der gehaltenen Front hat ist ja auch bekannt.

Ein paar Kilometer reichen da gar nicht. Neue Stellungssysteme muss man eigentlich so um die mindestens 30 km hinter der Front bauen. Das Problem ist aber, dass die ukrainische Führung zunehmend nicht umsetzbare Haltebefehle raushaut, weil man aus politischen Gründen nicht so weit zurück gehen will und es daher den Truppen verbietet. Entsprechend baut man neue Stellungssysteme oft zu nah an der Front und kriegt diese dann gar nicht mehr richtig fertig. Besser wäre es sogar, in ungefähr 50 km Tiefe neue Stellungen zu bauen, aber das kann und will die ukrainische politische Führung nicht verantworten. Also versuchen die Truppen selbst an der Front irgendwie neue Stellungen zu bauen.

Wie alphall es so richtig anführt, ist das Problem auf russischer Seite geringer, weil die ja nur ständig in (sehr langsamer) Vorwärtsbewegung sind, und erbeutete ukrainische Gräben hinter sich haben welche sie ausbauen. Die Russen verschleißen auch dabei zudem nach belieben Menschenmaterial, dass ist ihnen egal und sie haben einfach auch viel mehr davon. Entsprechend werden die russischen Gräbensysteme hinter der Front immer stärker, weitreichender und besser, einfach weil sie schon aufgreifen und ausnützen können, was die Ukrainer bereits vorgelegt haben.

Die Korruption würde ich im weiteren zwar auch als ein Problem einschätzen, aber nicht als das wesentlichste, zumal die Korruption auf russischer Seite noch mal viel extremer ist. Ein Problem ist hier sicherlich der Mangel an Können (Inkompetenz) - welcher aber auch aus den immensen Verlusten her rührt. Zudem setzt man erfahrene Soldaten woanders ein und lässt daher oft Zivilisten das bauen, teilweise sogar ohne genauere Anleitungen wie sie das machen sollen. Der Druck ist einfach zu hoch, die Möglichkeiten das zu lenken zu gering. Entsprechend werden manche dieser Grabensysteme nicht einmal verwendet, sondern einfach nur beim zurück gehen für die eigene Ari und Mörser eingemessen und vermint.

Zitat:Noch eine andere Frage. Ich sehe auch recht viele Angriffe an Tag und nur wenige in der Nacht. Haben Wärmebildoptiken den Angriff in der Nacht überflüssig gemacht oder haben die Sachen die ich sehen einfach einen Bias?

Meiner Meinung nach Bias, dahingehend, dass die Kämpfe dort eben nicht ganz so ablaufen wie das die Bilder so implizieren.

Thermalsichtgeräte sind im weiteren auf russischer Seite nicht so häufig. Die haben meist eher normale Restlichtverstärker. Das wird von russischen Soldaten als ständiger Mangel seit Kriegsbeginn massiv kritisiert, dass Thermalsichtgeräte fehlen. Und auch die Ukrainer haben nicht so viele davon wie man meinen möchte.

Interessante Randnotiz: die Russen warnen davor, sich Nachts zu sehr auf Nachtsichgeräte zu verlassen, weil man damit zwar gut aufklären könne, aber nicht gut treffen könne. Die Nachtsicht-Zieloptiken der Russen taugen anscheinend nicht, sie treffen damit nicht.

Beide Seiten kämpfen Nachts sehr weitgehend mit Granaten. Da wird sehr oft mehr Granaten geworfen als geschossen. Teilweise werden sogar nur Granaten geworfen und gar nicht geschossen. Und die Ukrainer haben auch schon mal öfter den Befehl rausgegeben möglichst nicht zu schießen bei Nacht, weil stärkeres Mündungsfeuer sehr schnell russische Artillerie anzieht. Sobald die Russen irgendwo mehr Mündungsfeuer sehen in der Nacht, wird alles kreuz und quer mit Artillerie beschossen. Umgekehrt fahren die Russen auf schallgedämpfte Waffen ab welche das Mündungsfeuer schlucken. Aber es gibt kaum Schalldämpfer bzw. schallgedämpfte Spezialwaffen, obwohl gerade die Russen hier für den Grabenkrieg und den Nachteinsatz herorragend geeignete Systeme hätten (Kaliber 9x39mm).

Noch eine spaßige Randnotiz in diesem Kontext: die Russen feuern Nachts mal gerne mit ROP Flammenwerfern (eigentlich Raketenwerfer mit einem Flammsatz) vor ukrainische Gräben bevor sie versuchen diese zu stürmen oder sie entzünden vor ihren eigenen Stellungen größere Feuer in der Nacht. Das soll alles ukrainische Nachtsicht / Thermalsicht behindern.

Aber auch sonst ist die Tarnung vor Thermalsicht ein großes Thema, aber man hat kaum irgendwelche Mittel dafür. Die Russen kriegen teilweise am Boden und halten einfach einen mit Dreck und Blättern beklebten Pappkarton vor sich oder schmieren Fahrzeuge und sich selbst mit Schlamm ein und was sonst noch alles. Das meiste davon funktioniert nicht oder nur kaum. Auch Ponchos mit innen eingenähten Rettungsdecken u.ä. werden als Schutz gegen Thermalsicht getragen, ebenfalls mit bescheidenem Erfolg.

Der Umstand dass die Tarnung gegen Thermalsicht bei den Russen so ein Dauerthema ist, bei den Ukrainern aber weniger zeigt auf, dass die Russen hier einen deutlichen Mangel bei Thermalsichtgeräten haben. Entsprechend ist der Nachtkampf nicht so von Thermalsichtgeräten geprägt wie man das meinen könnte. Im übrigen sind Thermalsichtgeräte nicht nur Nachtsüber ein Problem - auch Tagsüber ist Thermalsicht hochproblematisch, insbesondere beim Kampf in und um Gräben. Weil man auch Tagsüber mit seiner Wärmesignatur im Gegensatz zum Boden / Grabenrand sofort heraus sticht:

https://www.youtube.com/shorts/xKZb4xHaxdE

Beide Seiten kontern das manchmal mit Glasscheiben, welche sie wie Fenster in Sichtlöcher verbauen. Sie blicken dann durch die Glasscheibe mit einigem Abstand dahinter und sind damit für Thermalsicht dann hinter der Glasscheibe nicht zu sehen. Die Russen verwenden stattdessen oft einfach erneut Kartons welche sie im inneren mit Rettungsdecken bekleben oder auch Isomatten in welche sie Schlitze reinschneiden. Das schränkt aber dann natürlich auch wiederum das eigene Sichtfeld ein.

Und man verwendet wieder stark Periskope und heute vor allem auch Smartphones als Ersatz für Grabenperiskope. Extrem gefragt sind deshalb auch alte russische Scharfschützen-Periskope weil diese eine eingebaute Vergrößerung haben, extrem robust und zuverlässig sind und man mit der Optik darin die Entfernung messen kann. Aber weil es so wenige davon gibt, spähen die meisten stattdessen mit dem Smartphone um Ecken oder über den Grabenrand. Die Smartphones haben natürlich keine SIM Karte und sind so eingestellt, dass sie nichts senden. Oder man verbindet zwei Smartphones auf kurze Distanz (ich hab sowas sogar schon mit Kabel gesehen) und verwendet dann ein Smartphone außerhalb der Deckung zum aufklären indem man durch das andere Gerät über dieses schaut. Und viele weitere solche Varianten.

Auch viele Drohnen haben immer noch keine Thermalsicht ! Das befördert eigentlich den Nachtkampf. Aber auch hier gilt erneut, dass beide Seiten oft zu erschöpft sind um überhaupt noch groß agieren zu können. Und Nachtkampf ist anstrengender.

Noch ein amüsanter Aspekt in diesem Kontext: russische Truppen haben oft Nachts Sehprobleme wegen Mangelernährung / Vitaminmangel. Auch sind etliche Einheiten inzwischen derart fertig, dass sie kaum noch aus ihren Verstecken heraus kriechen um nicht einer Vampire / Baba Yaga zum Opfer zu fallen. Aktuell grassiert zudem rasant zunehmend Tuberkulose unter den russischen Truppen.

Ich hoffe ich konnte das Bild welches ich hier aufzeigen will durch diese Ausführungen etwas vervollständigen.
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alphall31:

Zitat:Dazu kommt das die Ukrainern auch nicht erlaubt ist einfach mal so alle Bäume zu fällen zum stellungsbau, man hat sich selber wahnwitzige Umweltbedingungen aufgelegt.

Das habe ich jetzt schon mehrfach so gehört. Gibt es aber auch eine verlässliche Quelle dafür ?

Die Bäume werden laut Azov übrigens meist so viel wie möglich stehen gelassen, weil sie Hindernisse für Drohnen sind, Sichtschutz bieten und sogar an vielen Stellen ein gutes Hinderniss für feindliche Fahrzeuge sind. Teilweise fällt man sie aber auch deswwegen Kreuz und Quer damit sie alle ineiner verhakt herumliegen und sich aufstapeln.
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Als wir das stellungsthema zu Jahresbeginn schon mal hatten hatte ich glaub ich schon mal einen link dazu gepostet.

Zitat:Das meiste davon funktioniert nicht oder nur kaum. Auch Ponchos mit innen eingenähten Rettungsdecken u.ä. werden als Schutz gegen Thermalsicht getragen, ebenfalls mit bescheidenem Erfolg.

Das ist uns in afghanistan schon zum Verhängnis geworden . So lächerlich das vielleicht klingt so effektiv ist das ganze aber .
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Amerikaner im Grabenkampf in der Ukraine

https://youtu.be/5ljYl-AZWUU?si=Xtx6xuRZuETO0R6N

Es wirkt stellenweise wie ein Computerspiel
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Zitat: So lächerlich das vielleicht klingt so effektiv ist das ganze aber .

Es klingt absolut nicht lächerlich, die Effektivität hat aber ebenfalls enge Grenzen die man gut kennen sollte.

Westliche Kunststoffponchos heizen indem sie Wärme zurück halten (genau darauf basiert der erste Tarneffekt, welcher aber genau dadurch zeitlich begrenzt ist). Isoliert man die Ponchos nun im Inneren (Poncholiner - Alurettungsdecke - Beschichtung) verbessert dies den anfänglichen Tarneffekt. Dieser verliert sich aber mit der Zeit, und zwar schon nach recht kurzer Zeit (je nach Modell und genauen Umständen). Darüber hinaus ist durchgehend weiter das Gesicht als leuchtender Punkt zu sehen und darunter oft auch Stiefel und Waden.

Der Poncho erwärmt sich dann durch den Körperkontakt und dann wird man wieder genau so sichtbar wie vorher. Das kann also nur ein vorübergehendes Substitut mit begrenztem Effekt sein.

Jede Tarnung gegen Thermalsicht funktioniert eigentlich nur dann, wenn sie nicht am Körper anliegt, sondern Abstand zur Wärmequelle hat.

Spannt man so einen Poncho also auf, und begibt sich hinter ihn, dann deckt er die Thermalsignatur des eigenen Körpers sehr gut ab. Trägt man ihn am Körper, ist dieser Effekt nur vorübergehend und begrenzt.

Die Russen haben übrigens oft alte Plash Palatkas. Bei denen ist die Imprägmierung weg, die sind also nicht mehr wasserdicht / wasserabweisend. Die machen sie nass und tragen sie dann. Darunter noch eine Rettungsdecke welche die Nässe vom eigenen Körper weghält und nochmals die Wärme zurück hält. Durch die Verdunstungskälte tarnt dies besser und länger als ein westlicher Kunststoff-Poncho.

Grundsätzlich gilt: jedwede Tarnung gegen Thermalsicht die direkt am Körper getragen wird, wärmt sich auf und wird dann über kurz oder länger sichtbar.

Deshalb verwenden beide Seiten in der Ukraine nun wieder klassische Scharfschützenschirme - wie sie früher schon zur allgemeinen Tarnung verwendet wurden. Ich beschrieb ja schon Kartons auf russischer Seite, dass reicht aber natürlich viel weiter. Jede Art von wärmeverdeckender Barriere welche man vor sich hinstellen kann ist immer besser als wenn man diese am Körper trägt.

Heute gegen Drohnen sind zudem klassische abgespannte Tarps wesentlich die man mit Abstand zum eigenen Körper über sich spannt um die Thermalsignatur gegen die Drohne oben zu verdecken. Dazu verwendet man am besten einfache Gepäckspanner an den Ecken / Ösen. Damit kann man dann so ein Tarp sehr schnell befestigen indem die Gepäckspanner einfach einhängt. Darüber hinaus haben diese ja eine Flexibilität so dass Windstöße und ähnliches nicht so problematisch sind und man ist sehr viel flexibler mit dem aufstellen.

Die Ukrainer verwenden übrigens auch gerne mal ganz normale Regenschirme, und auch die werden dann ausgebaut und modifiziert. Das sind aber auch nur ganz primitive Notbehelfe.

Was für Schlussfolgerungen kann man daraus ziehen ?!

1. Thermalsicht negiert nicht einfach nur den Nachtkampf ! Sie ist inbesondere auch am Tag immens wirkungsvoll und verheerend. Denn auch und gerade Tagsüber kann man mit Thermalsicht sehr leicht Gegner aufklären. Thermalsicht macht daher nicht den Nachtkampf überflüssig, sondern stellt auch am Tag ein Problem dar.

2. Die Unzahl primitiver Notbehelfe ist zwar ganz nett, aber es fehlt eine wirkliche Ausrüstung welche gegen Thermalsicht tarnt, obwohl es solche Systeme von mehreren Firmen gibt. Vor allem bräuchte man sehr leicht und extrem schnell aufstellbare Tarnungen welche nicht direkt am Körper getragen werden, und welche zugleich sehr leicht transportierbar sind, sowohl aufgespannt, als auch zusammen gelegt (und bei letztgenanntem dürfen sie nicht viel Platz wegnehmen, sie dürfen nicht sperrig sein und sie müssen ultraleicht sein).

3. Thermalsicht ist ein derart großer Vorteil, dass man so viele Thermalsichtgeräte und vor allem Zieloptiken mit dieser Option beschaffen muss wie möglich. Vor Kriegsbeginn. Da diese Technologie wenn der Krieg erst angefangen hat sich nicht so einfach mehr in großer Stückzahl wird beschaffen lassen. Es wäre sogar besser man hätte hier eine gewisse Reserve - also mehr Geräte als man Bedarf hat, womit man dann im Kriegsfall etwaig auch noch Verbündete mit versorgen kann.
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Das es rettungsdecken mit einer Seite oliv ( oder anderen Farbe der Wahl) und die andere Seite nach Wahl Silber oder Gold gibt ist aber bekannt?
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Und was hat die Farbe jetzt mit Thermalsicht zu tun ?

Im übrigen tarnt ein Rettungsdecke in Gold / Silber genau so gut gegen Thermalsicht wie eine welche auf einer Seite Oliv wäre. Die Frage der Farbe ist nur eine welche im Bereich des sichtbaren Lichtes, IR usw. relevant ist.
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Um die drei primären Lehren im Kontext von Thermalsicht noch einmal klar aufzureihen:

1. Wir benötigen so viele Thermalsichtgeräte wie möglich, so schnell wie möglich. Diese auf Vorrat vorzuhalten ist ein immenser Vorteil, und kann die Bundeswehr eine so hohe Zahl gar nicht selbst nutzen, dann können wir sie immer noch Verbünderten zur Verfügung stellen. Um es mal mit einer Zahl zu konkretisieren: die Bundeswehr sollte sofort 200.000 Thermalsichtgeräte ordern - die so schnell wie möglich zulaufen sollten. Davon wird ein Gros eingelagert.

Diese Thermalsichtgeräte müssen über kurze Distanzen direkt mit Smartphones usw. verbunden werden können, auf Sichtlinie und ohne dass diese Verbindung aufgedeckt werden kann. Das muss per Kabel gehen ! Als auch eventuell durch so etwas wie Bluetooth, Infrarot etc.

https://www.youtube.com/shorts/_ML-O6dVOJM

2. Diese Thermalsichtgeräte müssen zugleich Zieloptiken sein. Also Wärmebild-Zieloptiken. Sie müssen wie ein Zielfernrohr auf einer Waffe benutzbar sein.

3. Jeder Soldat benötigt Thermal-Tarnkleidung. Auch diese sollte entsprechend weit über den Bedarf beschafft werden. Um es mit einer Zahl zu konkretisieren: die Bundeswehr sollte 600.000 Sätze Thermal-Tarnung beschaffen. Auch davon wird ein Gros eingelagert.

Das Saab Barracuda System ist geeignet und funktioniert.

https://www.youtube.com/watch?v=0_K8elnlBLw

Es gibt aber auch andere Hersteller, und die Ukrainer haben es anscheinend vor kurzem kopiert (es gibt zumindest eine ukrainische Firma welche ein verdächtig gleiches System anbietet). Fibro Tex ist auch ein Anbieter:

https://www.youtube.com/shorts/33HlHsyHv_g

3-D Elemente auf der Thermaltarnung sind wesentlich. Und natürlich muss das ganze Chest-Rigg / Body Armour Konzept überarbeitet werden. Ganz allgemein müssen die Soldaten sehr viel leichter ausgerüstet werden. Sehr sehr viel leichter.

Denn das zweite neben der Tarnung gegen Thermalsicht ist die Befähigung von Infanterie in sehr kurzer Zeit sehr weite Strecken die Stellung zu wechseln. Dass ist gegen Artillerie in der Ukraine oft immens wichtig. Aber es funktioniert bedingt auch gegen Drohnen, bevor diese zu stark verdichten. Man muss Lücken in der Präsenz von Drohnen (welche es immer gibt) nutzen um die Stellung weitreichend zu wechseln.

Hier noch ein recht ausführlicher Film zu dieser Thematik:

https://www.youtube.com/watch?v=jLZjbnhhvgQ
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