Möglichkeiten der USA zur Gestaltung ihrer Macht
#31
Zumindest ist Trump "eine akute Gefahr für die US-Amerikaner".
Aktuell:
Zitat:Dutzende US-Soldaten wohl schwer verletzt
Ein iranischer Drohnenangriff auf eine US-Militärbasis in Kuwait traf die USA offenbar härter als bisher angenommen. Bekannt war, dass bei dem Angriff am 1. März sechs US-Soldaten ums Leben gekommen sind. Jetzt berichtet der US-amerikanische Sender CBS News, dass dabei dutzende weitere US-Soldaten schwer verletzt wurden. Dem Bericht zufolge erlitten sie Verbrennungen, Schädel-Hirn-Traumata und Splitterwunden. Mehr als 30 Militärangehörige hätten sich am Dienstagabend noch in Krankenhäusern befunden.

Insgesamt sind während des Krieges im Nahen Osten inzwischen sieben US-Soldaten ums Leben gekommen. Etwa 140 Militärangehörige seien innerhalb von zehn Tagen verwundet worden, teilte das Pentagon am Dienstag mit. Mit dieser Mitteilung reagierte das US-Ministerium auf einen kurz zuvor veröffentlichten Reuters-Bericht, in dem von bis zu 150 verletzten Mitgliedern der US-Truppen die Rede war.

US-Kriegskosten steigen
Beamte aus der Regierung von Präsident Donald Trump haben Insidern zufolge die Kosten der USA für die ersten sechs Tage des Krieges gegen den Iran auf mindestens 11,3 (rund 9,78 Milliarden Euro) Milliarden Dollar geschätzt. Das sind durchschnittlich 1,88 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) pro Tag. In der vergangenen Woche hatte eine Denkfabrik in Washington laut CNN die Kosten noch auf etwa 890 Millionen Dollar (rund 771 Millionen Euro) pro Tag geschätzt.

Die Zahl von 11,3 Milliarden sei in einer Sitzung hinter verschlossenen Türen für Senatoren am Dienstag genannt worden. Die umfasse aber nicht die gesamten Kosten des Krieges. Aus dem Umfeld des Kongresses hieß es, man gehe davon aus, dass das Weiße Haus dem Kongress bald einen Antrag auf zusätzliches Geld für den Krieg vorlegen werde. Einige Beamte sagten, der Antrag könnte sich auf 50 Milliarden Dollar (rund 43,3 Milliarden Euro) belaufen, während andere diese Schätzung für zu niedrig hielten.
...
von den Eskapaden der ICE rede ich jetzt noch nicht mal, die ja bekanntlich mit höchster Rückendeckung eigene US-Bürger erschießen und Kinder (auch hier) oder Ureinwohner der Oglala Sioux Tribe und anderer indigener Stämme zur Abschiebung verhaften.

Aber diese internen Auswirkungen eines verhaltensgestörten Egomanen betreffen ja nicht unmittelbar die Möglichkeiten der USA, ihre Macht gegenüber anderen Staaten zu gestalten.
Sie wirken sich indirekt aus. Denn mit diesem inneren Druck gegenüber der demokratischen Opposition wird möglicherweise zugleich dafür gesorgt, dass der Widerstand gegen die Abenteuer des Präsidenten und seines Kriegsministers verhalten bleiben könnte. Das zumindest könnte ein Kalkül sein - freie Handlungsmöglichkeit nach Außen unter Niederhaltung innerer Widerstände.
Andererseits sollte die Demokratie in den USA noch stark genug sein, den derzeit Regierenden bei den nächsten Wahlen wieder Zügel anzulegen. Und damit die willkürlichen Exzesse gegenüber anderen Staaten zu begrenzen.

Daher stellt sich die Frage:
wie abgehoben und von der Faktenlage isoliert ist der verhaltensgestörte Egomane wirklich?
Je mehr er sich verrennt - und nicht nur andere Staaten und die USA selbst ins Unglück stürzt - desto schneller werden die Widerstände der Wähler wachsen. Und desto mehr werden die Möglichkeiten der USA beschränkt.
Die USA haben sich jetzt schon am Iran überhoben.
Gewaltanwendung als "Möglichkeit zur Gestaltung der Macht" scheidet auch für die USA zunehmend aus. Sie ist nicht erfolgreich und auch für die USA immer weniger finanzierbar.
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#32
(12.03.2026, 19:11)Kongo Erich schrieb: ...
Die USA haben sich jetzt schon am Iran überhoben.
Gewaltanwendung als "Möglichkeit zur Gestaltung der Macht" scheidet auch für die USA zunehmend aus. Sie ist nicht erfolgreich und auch für die USA immer weniger finanzierbar.
Diese Folgerung hätte man eigentlich schon nach dem Vietnam-Krieg und den vielen seither vergeigten Einsätzen (von Afghanistan bis Somalia) ziehen können.
Aber:
Anscheinend ist zumindest der jetzige GröPaZ nicht lernfähig:
Zitat:Nichts gelernt: Vietnam-Verweigerer Trump erschafft sich im Iran sein eigenes Kriegs-Debakel
Stand:14.03.2026, 04:46 Uhr

... Und heute, im März 2026, führt ausgerechnet dieser Mann die Vereinigten Staaten in einen Krieg, der auf erschreckende Weise an genau jenen Konflikt erinnert, dem er sich einst so geschickt entzog.

Trumps Iran-Krieg: Operation Rolling Thunder 2.0
Am 28. Februar 2026 begannen die USA gemeinsam mit Israel Luftangriffe auf den Iran. Präsident Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärten offen, einen Regimewechsel herbeiführen zu wollen – ausschließlich durch Bombardement, ohne Bodentruppen. Über 5.000 Ziele wurden innerhalb von elf Tagen angegriffen. Hegseth kündigte am 10. März den „intensivsten Tag der Luftangriffe“ an und versicherte, die USA hätten keine Munitionsengpässe.

Die Parallele zu Vietnam drängt sich auf. Zwischen 1965 und 1968 flogen die USA in der “Operation Rolling Thunder” eine systematische Bombenkampagne gegen Nordvietnam. Die Überzeugung damals: Man könne den Feind durch schiere Feuerkraft in die Knie zwingen. Es funktionierte nicht. Und es funktioniert auch jetzt nicht.
...

In Vietnam geschah etwas Vorhersehbares: Als die militärischen Ziele erschöpft waren, bombardierten die Amerikaner Infrastruktur und Wohngebiete. Die antiamerikanische Stimmung explodierte – im Land selbst und weltweit. Der Widerstandswille der Bevölkerung wuchs mit jeder Bombe.

Was in Vietnam Jahre dauerte, wiederholt sich im Iran in atemberaubender Geschwindigkeit. Trump selbst lieferte am 11. März gegenüber Axios den Beweis: „Es gibt praktisch nichts mehr, worauf ich abzielen könnte. Nur noch Kleinigkeiten hier und da...“ Elf Tage Krieg und dem US-Präsidenten gehen die Ziele aus.
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#33
Man kann Trump einerseits sicherlich dafür kritisieren, dass er sich um den Vietnameinsatz herumgedrückt hatte (wobei er da aber kein Einzelfall war) und nun gegen den Iran zu Felde zieht. Meinetwegen.

Andererseits jedoch ist dieser Artikel wirklich blanker Unfug. Es ist wirklich völliger Mist, und da muss ich mich wirklich zusammenreißen, um den Artikel nicht zu grob zu zerreißen, wenn man die jetzige Luftkampagne mit Rolling Thunder vergleicht.

1.) ging diese Operation über Jahre hinweg, 2.) wurden Bombenmengen über Vietnam und Laos abgeladen, dass den Persern Hören und Sehen vergehen würde, wenn diese auf sie herunterregnen würden, 3.) waren tausende von US-Flugzeugen und vier, fünf oder teils sogar mehr Flugzeugträger überlappend im Einsatz, 4.) waren die technischen Befähigungen noch ganz andere (im eingeschränkten, d. h. weniger leistungsstarken Sinne), 5.) wurden z. B. Marschflugkörper und Drohnen über Vietnam quasi nicht eingesetzt (davon hätte man nur träumen können), sondern man flog mit vollbeladenen B-52 quasi direkt das Zielgebiet an, 6.) bombte man gegen unübersichtliche Dschungelgebiete an, während man in den kargen Landschaften des Iran quasi freies Schussfeld hat und 7.) verfügten die Nordvietnamesen noch über so etwas wie eine durchaus ernst zu nehmende Luftabwehr und fügten der US-Luftarmada manchen empfindlichen Verlust zu.

Übrigens würde ich mir von dir wünschen, Erich, und die Kenntnisse hast du, dass du solche Artikel auch etwas kritischer betrachtest und nicht einfach ungefiltert als vermeintliche Tatsache(n) einsteuerst.

Schneemann
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#34
Ohne Bodeneinsatz lässt sich ein Krieg nicht gewinnen - das ist, kurz gefasst, die Aussage aus dem Artikel sowohl zu Vietnam wie auch jetzt zum Iran. Und das ist beileibe kein Mist.
Dass es trotz Einsatz von Bodentruppen nicht klappen muss, zeigt im Übrigen Vietnam genauso wie nahezu jeder andere Krieg der letzten Jahrzehnte.

Die Schlussfolgerung lautet also:
Wenn Du nicht selbst Bodentruppen einsetzen willst, kannst Du Dir jedes andere Feuerwerk auch sparen.
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#35
Chef der US-Terrorabwehr tritt aus Protest zurück +++ Der Newsblog.
Zitat: ...
17.03.2026 – 15:00 Uhr
Alisa Swoboda

Chef der US-Terrorabwehr tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück
Der Leiter des US-Terrorabwehrzentrums, Joseph Kent, tritt aus Protest gegen den Krieg im Iran zurück. Der Iran habe keine unmittelbare Bedrohung für die USA dargestellt, schreibt Kent in einem auf der Plattform X veröffentlichten Brief an Präsident Donald Trump. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht. Kent war früher beim Militär und arbeitete für den Geheimdienst CIA, bevor er zweimal erfolglos für den Kongress im Bundesstaat Washington kandidierte. Er hat enge Verbindungen in rechtsextreme Kreise. ...
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#36
Warum in diesem Thread?
Der Typ hat noch vor Monaten das Gegenteil erzählt (zB https://x.com/EYakoby/status/2034095632516882711) und bespielt und fährt jetzt die Woke-Reich/Groyper Schiene. Nächste Woche kann man ihn und seine tiefgründigen Einsichten zu Israel undden Zionisten bei Tucker Carlson oder Candace Owens bestaunen.
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#37
Der Brief ist tatsächlich interessant in der Form wie er persönlich an Trump gerichtet ist. Joseph Kent gehört klar in die Fraktion von Vance & Thiel.
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#38
Irgendwo im Forum hatten wir uns über die Kosten der aktuellen Schießereien um den Iran unterhalten.
Ich hatte auf die irren Kriegskosten hingewiesen.
Mir wurde entgegen gehalten, dass die verschossene Munition ja schon beschafft ist (und für deren nicht mehr notwendige Bewachung sogar Gelder gespart werden könnten) und Ersatzbeschaffungen ja nach dem Krieg gestreckt werden könnten.
Trotzdem - wir sollten uns schon im Klaren sein, was das Feuerwerk so kostet, das seit Wochen um den Iran herum verpulvert wird. Denn letztendlich - auch von der Finanzierbarkeit hängt es ab, ob die USA auf diesem Weg ihre Macht gestalten können:
Zitat: (Video)
So viel kostet der Iran-Krieg die USA wirklich
Aktualisiert am 20.03.2026, 12:18 Uhr

Der Iran-Krieg kostet alleine die USA eine Milliarde Dollar pro Tag. Nun will das Pentagon weitere 200 Milliarden Dollar vom Kongress. Ein "kleiner Preis", so Donald Trump.

Und da viele US-Amerikaner ihre Rente über die Börse finanzieren hat das Börsengeschehen auch Einfluss auf die Stimmung drüben - und den Widerstand, den die US-Wähler einem Kriegsabenteuer entgegen bringen:
Zitat:US-Börse fällt wegen Krieg: Dow Jones auf Tief seit Oktober

Wegen der Kämpfe im Nahen Osten stehen die Aktienmärkte in den USA unter Druck. Der Leitindex sinkt zeitweise auf ein mehrmonatiges Tief. Unter Anlegern herrscht Ernüchterung.

New York - Angesichts einer fehlenden Deeskalation im Iran-Krieg und hoher Ölpreise ist der US-Leitindex Dow Jones Industrial zeitweise auf ein Tief seit Oktober gefallen. Wegen weiterer Angriffe des Irans auf Öl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten mieden Anleger vor dem Wochenende das Risiko.
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#39
Jetzt einmal konträre Positionen über die Auswirkungen der DT-Politik:
Zitat:Trumps Einfluss auf die Welt wird deutlich: Risiko-Karte für Urlaub 2026 außerplanmäßig aktualisiert
Stand:23.03.2026, 06:20 Uhr
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Auffällig: Bei allen Entwicklungen, die die Aktualisierung der Risiko-Karte notwendig machen, hat die Politik von US-Präsident Donald Trump einen Einfluss.
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vrs.
Zitat:+++ 19:09 Nato-Chef Rutte: Trump macht ganze Welt sicherer +++
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- und das hat auch mit den Möglichkeiten der USA zu tun; DT-überreizt und beschränkt damit die Möglichkeiten der USA, bzw. zeigt deren Grenzen auf
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#40
(20.03.2026, 23:17)Kongo Erich schrieb: Irgendwo im Forum hatten wir uns über die Kosten der aktuellen Schießereien um den Iran unterhalten.
Ich hatte auf die irren Kriegskosten hingewiesen.
,,,
aktuell dazu:
Zitat:Kriegsfinanzierung
Der Iran-Krieg kostet 1,3 Millionen Dollar pro Minute – und Trump will mehr
Trump macht den „Taco“ in Teheran und verschiebt sein Ultimatum gegen den Iran. Doch das Chaos bleibt – auch mit Blick auf die weitere Finanzierung des Kriegs.

Sonja Álvarez
23.03.2026 - 13:59 Uhr
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#41
Nach Auffassung des Historikers Quinn Slobodian, geb. 1978, Professor für Internationale Geschichte an der Boston University gilt aktuell
Zitat:über den Iran-Krieg: „Vereinigte Staaten schaufeln sich hier ihr eigenes Grab“
Stand:27.03.2026, 10:59 Uhr
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