24.03.2025, 12:20
Sechster Nahostkrieg
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24.03.2025, 15:39
KheibarShekan:
Wer sagt den, dass mich die Russen stören ? Und die unselige Formulierung Untermensch findet man zwar häufiger in deinen Beiträgen, aber ich verwende diesen Begriff nicht. Es gibt wenig was ferner von meiner Einstellung gegenüber anderen Völkern sein könnte. Im weiteren glaubst du nur es anders zu sehen als ich. Deshalb schrieb ich ja, dass du meine Ausführungen anscheinend nicht wirklich verstehst. Und nein, deine Haltung dazu ist keine Schwäche.
25.03.2025, 06:56
@Quintus
Zitat:Denn Krieg an sich ist immer organisierter brutaler Massenmord...Ich denke nicht, dass man diese Aussage so klar treffen kann. Zudem denke ich auch nicht, dass man die Kriegführung von vor 80 Jahren in die Jetztzeit übertragen kann. Zwar ist es richtig, dass der Krieg eine Art von "grenzenloser Gewaltanwendung" ist, aber man hat versucht ihn durch Verträge und Abkommen einzuhegen. Und das ist - wenigstens zum Teil - auch gelungen. Der Umstand, wonach du teils uns als kriegsunfähig darstellst (in anderen Strängen), rührt nicht alleine aus gesellschaftlichen Veränderungen her, sondern hat auch den Hintergrund, dass man versucht hat über Jahrzehnte hinweg den Krieg rechtlich und soziopolitisch zu erklären und einzugrenzen. (D. h. nun nicht, dass es keine Kriege mehr gebe, die nicht im weitgehend rechtlosen Raum das Morden sanktionieren, man denke an den Sudan oder den Tigray.) Im Ergebnis wäre eine Kriegsführung durch westliche Staaten so wie vor 80 Jahren (oder vorher) aber nicht mehr denkbar. Und das ist im Grunde auch gut so. Und genau genommen halten sich auch die Israelis daran. Wäre es ein vollkommen rechtloser Raum, wo es nur um die Vernichtung des Gegners geht, dann könnten sie in Gaza mit Fug und Recht ähnlich vorgehen wie die Kreuzritter unter Arnaud de Amaury beim Albigenser-Feldzug (Tötet sie. Der Herr wird die Seinen schon erkennen.) Aber genau das wäre nicht zu vertreten und auch der eigenen, israelischen Bevölkerung nie zu verkaufen. Und das wiederum ist das Ergebnis der Einhegung der "Hunde des Krieges" seit mehr als 80 Jahren. Schneemann
25.03.2025, 08:11
Diese de facto Ritualisierung des Krieges ist nichts anderes als das, was Menschen schon die ganze Kriegsgeschichte hindurch getrieben haben, nämlich durch die Ritualisierung das brutale Gewaltverbrechen welches Krieg darstellt überhaupt irgendwie für die Mehrheit der Menschen möglich zu machen.
Denn die Mehrheit der Menschen sind keine Psychopathen, kriminelle Gewaltverbrecher usw. und entsprechend löst der Krieg bei ihnen Entsetzen und Ablehnung aus und zwar umso mehr, je mehr in seiner wahren Form auftritt. Also schafft man solche künstlichen Rituale um den Krieg überhaupt irgendwie gegenüber der Mehrheit der Menschen rechtfertigen zu können. Man rechtfertigt damit aber trotzdem nichts anderes als ein brutales Gewaltverbrechen, völlig gleich was für Regeln und Einschränkungen man hier einführt. Je zivilisierter, friedlicher usw. eine Gesellschaft ist, und je überlegener sie militärisch gegenüber dem Feind ist, desto ritualisierter wird der Krieg. Was das interessante Paradoxon auslöst, dass die Ritualisierung so weit getrieben wird, dass der Krieg praktisch nicht mehr so geführt werden kann, wie er eigentlich geführt werden muss, weil man das Verbrechen welches er darstellt dermaßen nicht erträgt, dass man es durch die entsprechenden Regulierungen praktisch ausschließen will. Gerade die westliche Kriegsführung dreht sich nun um exakt dieses ständige Spiel von Grenzen und Ritualisierung. Und dann versucht man so wie Israel in diesem irgendwie so geschickt zu agieren, dass man trotzdem noch Krieg führen kann. Wie man es aber dreht und wendet: es bleibt nichts anderes als organisierter Massenmord. Auch mit allen Regeln, Grenzen, Verträgen, Abkommen. Man kann sich das schönreden (was ja wesentlich ist damit normal veranlagte Menschen überhaupt in den Krieg getrieben werden können), aber es ändert nichts an der Natur des Krieges selbst. Und deshalb kann man diese Aussage nicht nur so klar und eindeutig treffen, gerade eben deshalb wird sich daran auch nichts ändern. Alles was du hier relativierend beschreibst ist nichts anderes als die aktuell notwendige Manipulation damit die Mehrheit der normal veranlagten Menschen das irgendwie mitträgt und sich dann auch ins Schlachthaus führen lässt.
31.03.2025, 21:38
Update aus der West Bank:
Zitat:Israeli forces set fire to Nour Shams refugee camp during Eid as West Bank onslaught rageshttps://www.presstv.ir/Detail/2025/03/31...-west-bank
31.03.2025, 23:00
Über das Lager selbst:
https://www.unrwa.org/where-we-work/west...shams-camp https://en.wikipedia.org/wiki/Nur_Shams Mit dem Lager gibt es schon seit 2023 fortwährend Probleme. Die IDF ist dort eigentlich schon seit Monaten aktiv. https://www.anera.org/blog/scenes-of-dev...ugee-camp/ https://www.haaretz.com/israel-news/2024...7fe8730000 https://www.middleeastmonitor.com/202502...ugee-camp/ https://www.haaretz.com/israel-news/twil...6f86b80000 https://www.haaretz.com/israel-news/2025...d709790000 https://www.haaretz.com/israel-news/2025...d769f50000 Wenn ich es richtig verstehe, ist das eine fortwährende Abfolge von Raids der IDF in dieses Lager, welche sich seit September 2024 intensiviert haben. Man kriegt die Flüchtlingslager dort anscheinend trotzdem nicht unter Kontrolle und die Lage eskaliert fortwährend weiter. Entsprechend steigerte man fortwährend Anzahl und Qualität der Operationen bis hin zu systematischen Umsiedlungen. Schlussendlich ist das ein aktuell zunehmend scheiterndes COIN Geschehen. https://www.jpost.com/breaking-news/article-839439 https://www.jpost.com/breaking-news/article-827131 Es gibt in diesen Lagern auch rasant wachsenden bewaffneten Widerstand: https://www.jpost.com/breaking-news/article-797934 https://www.jpost.com/breaking-news/article-780563 https://www.jpost.com/breaking-news/article-792983 Hier die Times of Israel zu der schon im Februar angelaufenen Operation: https://www.timesofisrael.com/west-bank-...ince-1967/ Zitat:West Bank terror crackdown sees largest displacement of Palestinians since 1967 Schlussendlich kann man natürlich die feindlichen Guerilla in so einem Flüchtlingslager nicht sinnvoll bekämpfen, solange sich dort die Zivilisten dermaßen stapeln. Entsprechend und aufgrund der immer weiteren Eskalation hat die IDF nun damit begonnen, dass ganze dort von den Menschen her zu entzerren um weitere Operationen durchführen zu können. Ein schönes Lehrstück für COIN im guten wie im schlechten. Kann man etliches von lernen. Schlussendlich gibt es dort keine Lösung für niemanden. Alles wird die dafür vorgesehene Hose gehen.
31.03.2025, 23:06
https://www.timesofisrael.com/gazan-man-..._content=3
Zitat:Gazan man murdered by Hamas after joining protests against terror group Kein Einzelfall ! Aktuell hält sich die Hamas in Gaza mit extremer Gewalt, Folter und systematischen Verschwinden lassen und Mord an der Macht. Und niemand schreitet dagegen ein. Insbesondere die Israelis nicht.
01.04.2025, 17:02
Zitat:Palestinian Red Crescent Society (PRCS) and Civil Defense teams recovered the bodies of 8 PRCS medics, 6 Civil Defense workers, and 1 UN staff member from a mass grave in Rafah, Gaza—marked only by the emergency light of a crushed ambulance.https://x.com/SuppressedNws/status/1906642380742336901
Gestern, 00:34
(25.03.2025, 08:11)Quintus Fabius schrieb: Diese de facto Ritualisierung des Krieges ist nichts anderes als das, was Menschen schon die ganze Kriegsgeschichte hindurch getrieben haben, nämlich durch die Ritualisierung das brutale Gewaltverbrechen welches Krieg darstellt überhaupt irgendwie für die Mehrheit der Menschen möglich zu machen. Bewaffnete Feinde zu töten, dürfte man wohl nicht als bestialisches Verbrechen bezeichnen. Das ist schlichtes Handwerk. Aber lässt es sich als Naturgesetz eines Krieges verstehen, dass die Gewaltverbrechen sich gezielt auf die Vernichtung von zivilem Leben in all seinen Ausprägungen fokussiert? Ist das wirklich so? Aus meiner Sicht ist das kein Naturgesetz, sondern hängt von den Akteuren und den Mitteln ab. Es ist aber keine natürliche Gesetzmäßigkeit aus meiner Sicht, dass Kriege gezielt immer automatisch auch oder gar vorrangig gegen Zivilisten geführt werden müssen. Warum verbieten wir dann Chemiewaffen? Um Soldaten zu schonen? Und wir verbieten Atomwaffen um Material zu schonen? ..damit die eigenen Soldaten und das betreffende Material für die ritualisierte Kriegsführung gegen Zivilisten des Südens im Krieg, was naturgegeben ist, nutzbar sind?
Gestern, 08:23
Es geht um die Legitimisierung, um das psychologische Erträglich-machen und dein Eintrag zeigt sehr schön auf wie das funktioniert und warum. Bewaffnete Feinde töten ist in Ordnung, weil: die sind ja bewaffnet und sie sind Feinde. Dass dieser "Feind" genau wie du selbst vielleicht einfach nur ein durch ein Zwangssystem gegen seinen Willen in den Dienst gepresster Wehrpflichtiger ist, dass er zudem gar nicht DEIN Feind ist, sondern dass er von den Feinden deiner Herren auf dich gehetzt wird so wie du umgekehrt, dass ihr beide also nur manipuliertes Material seid, wird dabei einfach außen vor gelassen. Aber Zivilisten töten, dass wäre ja unehrenhaft, böse etc. Warum eigentlich ?!
Worin besteht der Unterschied einen am Boden kriechenden Soldaten mit einer Branddrohne lebendig zu verbrennen oder eine Bombe auf Zivilisten zu werfen ? Produzieren diese nicht für den Krieg und sind sie nicht etwaig auch Träger des Kriegswillens und haben überhaupt erst die Soldaten in den Krieg geschickt ? Wo endet die Verantwortung der zivilen Gesellschaft für den Krieg mit welchem sie ja scheinbar nichts zu tun hat ? Und warum ist das Leben des zwangsgepressten Wehrpflichtigen im Vergleich nichts wert ? Staaten sind nichts anderes als institutionalisierte Räuber-Beute Verhältnisse, schlussendlich in Symbiose übergangene Räuber-Beute Beziehungen, und daher am engsten mit der organisierten Kriminalität verwandt wobei hier die Grenzen natürlich immer auch fließend sind. Und entsprechend ist Politik nichts anderes als die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Damit man aber normal sozialisierte Menschen, psychisch gesunde normale Menschen in den Krieg hetzen kann um daraus selbst für sich Vorteile zu generieren (und selbst bei sogenannten Verteidigungskriegen geht es um nichts anderes) ist es erforderlich diese entsprechend im Rahmen und im Kontext dieser Institutionalisierung entsprechend zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Also legt man ihnen künstliche Regeln auf, damit sie dann gerade eben durch diese dazu befähigt werden Verbrechen zu begehen, zu morden und sich selbst töten und verstümmeln zu lassen, immer in der Annahme, dies sei ja kein Verbrechen, sondern weil es ja Regeln gibt absolut in Ordnung. Und dies nicht einmal für sich selbst, sondern zum Nutzen anderer. Die Zahl der Psychopathen und Berufsverbrecher ist insgesamt gesehen zu gering um wirklich damit größere Kriege führen zu können. Darüber hinaus sind diese Kreise in den Führungsebenen häufiger vertreten und wollen oft in der Erkenntnis der tatsächlichen Umstände auch gar nicht selbst kämpfen und sterben, denn sie wissen ja um die Illusion. Und die Zahl derjenigen welche dann aus bloßem Sadismus und Freude am Töten in den Krieg ziehen ist ebenfalls für moderne große Kriege zu gering, sie ist unzureichend. Also müssen sehr viel mehr Menschen dazu gebracht werden das gleiche zu tun und das geht nur über Ritualisierung weil die Mehrheit der Menschen dies eigentlich nämlich gar nicht will und einfach so auch gar nicht kann. Demgegenüber steht die "Natur des Krieges". Schlussendlich ist Krieg ein System welches eine gewisse ihm eigene systeminhärente Mechanik hat (wie viele andere Systeme auch bis hin zur Entropie als physikalischem Gesetz usw.). Der Krieg hat also Mechanismen welche sich aus dem System Krieg selbst ergeben. Diese Mechanismen laufen der normalen psychisch gesunden menschlichen Natur völlig zuwieder, denn sie laufen immer in Richtung des totalen Krieges. Der Krieg selbst entwickelt sich also immer, schneller oder langsamer, in Richtung des totalen Krieges. Und schlussendlich immer in Richtung Genozid, Chemiewaffen, Atomwaffen usw. Und aus diesem Widerspruch: menschliche Natur welche für die Nutzbarmachung im Krieg Rituale benötigt - vs. systeminhärente Mechanismen des Krieges als System entsteht dieses ganze Regelwerk in welchem die Menschen dann Krieg führen. Dein letzter Satz fängt also durchaus an es zu greifen: wir habegn Regeln damit die Mehrheit der Soldaten nutzbar ist. Das hat nichts mit Material schonen oder Soldaten schonen zu tun, sondern es geht darum, normale Menschen dazu zu bringen andere Menschen heimtückisch zu ermorden und dies in großer Stückzahl obwohl diese anderen Menschen genau so nur Opfer sind wie man selbst auch. Diese Regeln aber erodieren im Krieg und der Krieg selbst als System hat Mechanismen welche diese Regeln automatisch erodieren. Und diesem Widerspruch / Wechselfeld von Regeln welche das Morden ermöglichen sollen und dem Zustand zu welchem der Krieg von selbst strebt findet dieser statt. Mit der Tendenz mit der Zeit immer regelloser zu werden.
Gestern, 14:44
Die Sache mit den erschossenen und dann durch die Israelis vergrabenen Santitätern ist wirklich recht interessant. Die israelische Armee gibt dazu an, die Sanitäter hätten sich in dem Gelände ohne Absprache mit der israelischen Armee bewegt. Der Rote Halbmond erklärte jedoch dazu, die Israelis hätten direkt davor erst Tel al-Sultan als gesicherten Bezirk bewertet in dem den Einsatzrichtlinien zufolge keine Absprache notwendig ist. Daher sei keine Koordination erfolgt, weil ja nicht erforderlich.
Aktuell aber ist dieser Bereich wieder zum Kampfgebiet erklärt worden und die israelische Armee hat die Bevölkerung aufgefordert sofort von dort zu fliehen. Während die Sanitäter erschossen wurden, sei dem auch schon so gewesen. Gibt übrigens auch Filmaufnahmen von UN Mitarbeitern, beispielsweise von Jonathan Whittall, auf welchem man sieht, wie die Israelis fliehende eindeutig unbewaffnete Zivilisten erschießen. Einer der vergrabenen Sanitäter hatte übrigens auf den Rücken gefesselte Hände, auch bemerkenswert. |