Falli75:
Zitat:Einen breiten Streifen um die Grenze ziehen, in dem niemand wohnen darf und taktische , artillerieverbrachte atomare sehr kleine Waffen einzusetzen, auf jeden Russen der sich in diesen Streifen wagt.
Ich werde dich in Zukunft einfach Jumpin Jim nennen. Die Pentomic Era und d Zeitalter der Davy Crocket wären vermutlich genau deine Zeit gewesen - da war man auch sehr kreativ und reform-versessen. (und meine Zeit wäre das durchaus auch gewesen). Das ist keine Kritik und
nicht ironisch gemeint !
Pmichael:
Zitat:Welche Möglichkeiten hat Russland, dass jegliche Ansammlung von Kräfte an den baltischen Grenzen nicht innerhalb weniger Stunden in Grund und Boden gebombt werden?
Aktuell hat Russland nicht mal die Möglichkeit überhaupt Kräfte an der baltischen Grenze anzusammeln.
Wir sprechen hier von rein hypothetischen Szenarien.
Deine Kritik ist jedoch trotzdem absolut wesentlich, denn sie zeigt (wie ich es ja schon mehrfach versuchte zu beschreiben) den Denkfehler in der aktuellen Strategie der NATO auf:
Die NATO will die Russen mit konventionellen Streitkräften abschrecken, mit einer Vorneverteidigung die Schaffung von Tatsachen und politischer Verhandlungsmasse verhindern und mit konventionellen mechanisierten Großkampfverbänden und extrem starker Luftwaffe in einer Konterkonzentration auf russische Ansammlungen reagieren.
Nur: der Russen ist viel zu schwach um überhaupt in einem solchen Szenario bestehen zu können. Der konventionelle Krieg wird daher (wenn die Russen nicht vollständig irrational jenseits von allem agieren) so gar nicht stattfinden, weil er von russischer Seite gar nicht stattfinden kann.
Entsprechend wird der Krieg jeweils niedriger oder höher skaliert stattfinden, also entweder als indirekter, unkonventioneller hybrider Konflikt der kaum über der militärischen Horizont kommt - oder mit einem von Beginn an massiven Einsatz strategischer Mittel, spezifisch von Atombomben.
Und hier ist nun der zweite wesentliche Denkfehler in der Strategie der NATO, dass die Drohung mit dem eigenen Nuklearschlag jeden Atomkrieg sicher verhindern kann. Wie ich es aber versucht habe darzulegen führt diese Strategie zu einer größeren Kriseninstabilität und befördert damit noch die Wahrscheinlichkeit des Atomkrieges.
Während die konventionelle Abschreckung unzureichend ist, wegen der Nuklearen Option, weil sie durch diese zu leicht schlagbar ist. Und umgekehrt die massive konventionelle mechanisierte Präsenz den Präventivschlag geradezu herausfodert, also ebenfalls die Kriseninstabilität befördert.
nicht innerhalb weniger Stunden in Grund und Boden gebombt
Wenn wir zuerst zuschlagen, natürlich. Dann wird jeder russische Bereitstellungsraum zerschlagen sein, noch bevor ein Russe seinen Fuß ins Baltikum setzt. Aber wie wahrscheinlich und wie glaubhft ist ein Präventivangriff durch die NATO? Und wie glaubhaft ist eine Abschreckung durch die Androhung des kollektiven Selbstmordes ?
Was also geschehen wird und nach aktueller NATO Strategie auch geschehen soll wird eine Konterkonzentration sein. Die Russen sammeln also Kräfte an, die NATO sammelt Kräfte an, die Russen konzentrieren weitere Kräfte, die NATO entsendet Kräfte. Das ist der wahrscheinlichste Ablauf. Es kommt aber nun nicht zum konventionellen Schlag der NATO Luftwaffen gegen die russischen Kräfte. Und umgekehrt werden die NATO Kräfte gleich im ersten Schlag weitgehend vernichtet.
Was man also benötigen würde wäre eine Möglichkeit, dass Baltikum konventionell nicht eroberbar zu machen,
welche zugleich gegen einen Angriff mit taktischen Nuklearwaffen weitgehend immun ist.
Und dies geht im Baltikum nicht mit Mittleren Kräften und Mechanisierten Großkampfverbänden.