VAR - Vereinigte Arabische Emirate
#31
Dazu:
Zitat:25.03.2026 – 13:53 Uhr

Golfstaaten: Iranische Angriffe sind existenzielle Bedrohung
Die arabischen Golfstaaten warnen vor einer existenziellen Bedrohung durch iranische Angriffe auf ihre Infrastruktur. „Es besteht eine existenzielle Bedrohung für die internationale und regionale Sicherheit. Dieses aggressive Vorgehen untergräbt das Völkerrecht und die Souveränität“, sagt Kuwaits Botschafter Naser Abdullah H. M. Alhayen vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Andere Golfstaaten erklären, die Handlungen des Iran zielten darauf ab, Terror zu verbreiten. Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Jamal Jama al Muscharach, verurteilt den „Versuch des Iran, die internationale Ordnung durch rücksichtsloses expansionistisches Vorgehen zu destabilisieren“. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärt, das Vorgehen des Iran könne Kriegsverbrechen darstellen. „Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen ein Ende haben. Sind sie vorsätzlich, können solche Angriffe Kriegsverbrechen darstellen“, erklärt er vor dem Rat.
Etwas sarkastisch:
Soweit man das einschätzen kann, greift der Iran doch nur die US-Stützpunkte in den Golfstaaten an. Dass es dabei zivile Opfer geben könnte ist genauso bedauerlich wie die zivilen Opfer der israelischen Angriffe in den bisherigen Libanon oder Gaza-Feldzügen ... .
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#32
Die Tartaren-Meldungen aus den Emiraten bleiben auf "maximales Gefahrenpotential":
Zitat:Finanzplatz in der Krise – Stoppt der Iran-Krieg Dubais Aufstieg?
Drohnenangriffe, Evakuierungen und Milliardenabflüsse treffen Dubais Finanzwelt spürbar. Lange galt das Emirat als sicherer Hafen im Nahen Osten – doch der Iran-Krieg beschädigt dieses Bild.


25.03.2026 - 19:34 Uhr
...

Internationale Bankhöuser wie Citi und HSBC haben ihre Filialen bis auf Weiteres geschlossen, "Diese Krise wird Dubai für immer verändern", sagte ein Finanzexprte dem Handelsblatt. "Ein Teil des Kapitals wird nicht zurückkehren."

Mehr als drei Wochen nach dem Ausbruch des Irankrieges ... herrscht im Dubai International Finance Eentre ungewwohnte Leere. Das geschäftige Viertel, in dem sonst Banker und Analysten aus aller Welt herumwuseln, ist zu einer der ruhigsten Gegenden der Stadt geworden ...

Jahrelang hatte sich Dubai das Image als sicherer Hafen im Nahen Osten aufgebaut: Es versprach Stabilität in einer instabilen Region. Neben London, New York und Hongkong wollte das Emirat zum viertgrößten Finanzplatz der Welt aufsteigen.

Doch der von Israel und den USA gestartete Irankrieg hat die Region ins Chaos gestürzt. Das Geschäftsmodell des Finanzplatzes steckt plötzlich in der Krise ....
abgesehen davon, dass die regierenden Emire den USA mit Sicherheit unendlich dankbar für diese Auswirkungen sein werden

- ich hab schon wieder ein Déjà-vu:
war nicht der Libanon auch einmal "die Schweiz des Nahen Ostens"? Die Credit Suisse - beispielsweise - eröffnete in der Hauptstadt eine Filiale. 1982 betrugen die Guthaben und Verpflichtungen im Libanon gemäss den Bilanzen der in der Schweiz niedergelassenen Banken und Finanzinstitute 648 bzw. 1'294 Mio. Franken, deren auf Treuhandbasis verwaltete Guthaben und Verpflichtungen beliefen sich auf 108 Mio. bzw. 3'408 Mio. Franken.
Auch dort hat die ständige Kriegsdrohung zu einem Zusammenbruch des Finanzplatzes geführt und die Zedernrepublik durch den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung an den Rand zum „failed state“ gebracht.
Mit diesem "Negativ-Beispiel" vor Augen dürften die Golfstaaten allen Grund haben, auf eine schnelle Beendigung des Krieges und eine dauerhafte und stabile Friedensregelung hinzuarbeiten.
Zitat:Al-Busaidi, Omans Außenminister, hat Washington vorgeworfen, die Kontrolle über seine Außenpolitik verloren zu haben. Diese Woche rief er Amerikas Verbündete dazu auf, zu helfen, die USA aus dem Krieg herauszulösen. „Die größte Fehlkalkulation der amerikanischen Regierung war natürlich, dass sie sich überhaupt erst in diesen Krieg hineinziehen ließ“, sagte er. „Dies ist nicht Amerikas Krieg, und es gibt kein realistisches Szenario, in dem sowohl Israel als auch Amerika bekommen, was sie von ihm wollen.“

Es mag sein, dass Saudi Arabien in alter Rivalität nicht nur den Iran, sondern auch die Golfstaaten schwächen will, und daher auf eine Fortsetzung des Krieges drängt, und sogar selbst in den Krieg gegen den regionalen Dauerrivalen Iran eintritt.
Die Golfstaaten haben aber zumindest mittel- und langfristig massives Interesse an einer dauerhaft prosperierenden Region, und das setzt friedliche Beziehungen mit allen Staaten am Golf voraus. Der erhoffte Sicherheitsschirm durch die US-Stützpunkte hat sich für diese Staaten als extrem brüchig, durchlässig und sogar kontraproduktiv erwiesen.
Die Golfstaaten werden ihre Sicherheitsarchitektur überdenken - und sich andere Partner suchen.
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#33
Für einen Abzug der US-Stützpunkte vom Golf gibt es bereits konkrete Überlegungen:
Israel will US-Stützpunkte aus Golfstaaten ins eigene Land holen
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#34
Ich komme immer mehr zu dem deutlich ausgeprägten "Bauchgefühl", dass sich die Emirate mit Indien und anderen Partnern in der Region enger verbünden - möglicherweise auch mit Israel als "verdecktem Akteur im Hintergrund", denn der Iran macht sich gerade am Golf äußerst unbeliebt. und die US-Stützpunkte haben sich als Sicherheitsrisiko und nicht als Sicherheitsgarantie erwiesen.

Wie also wird sich die politische Situation entwickeln?

Die Emirate und andere Golfstaaten sind auf eine friedliche Entwicklung angewiesen.
Zitat: Vier Wochen nach Kriegsbeginn
Der Unmut am Golf wächst

Stand: 28.03.2026 • 05:30 Uhr

Tausende Drohnen und Raketen hat Iran seit Kriegsbeginn auf die arabischen Golfstaaten abgeschossen. Beschädigt ist vor allem ihr Geschäftsmodell - das auf dem Export von Öl und Gas basiert. ...

Emirate sprechen von ökonomischem Terrorismus
Die Regierungen der Golfstaaten reagieren mit zunehmender Verärgerung auf die anhaltenden Angriffe aus Iran: Katar hat iranische Diplomaten ausgewiesen, Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate bezeichnen es inzwischen als ökonomischen Terrorismus, dass Iran damit droht, Öltanker und andere Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen.Lana Nusseibeh, Staatsministerin im Außenministerium der Emirate, zählt in einem Fernsehinterview auf, wie wichtig die Meerenge für die Weltwirtschaft ist: Nicht nur ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte geht üblicherweise durch die Straße von Hormus - auch 30 Prozent der Düngemittel für die weltweite Landwirtschaft. "Im Grunde versucht Iran, der Weltwirtschaft einen Herzinfarkt zu verpassen. Wir dürfen Iran, einem staatlichen Förderer von Terrorismus, nicht erlauben, die Weltmarktpreise für Lebensmittel und Benzin zu bestimmen."
und weiter:
Zitat:...
Und in Katar betont das Außenministerium immer wieder, dass es notwendig sei, diesen Konflikt mit friedlichen Mitteln zu beenden: "Totale Vernichtung ist keine Option. Kein Volk und kein Land wird verschwinden, durch den Willen irgendeines politischen Akteurs", so Majid al-Ansari, der Sprecher des Außenministeriums auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz in Doha.
(Quelle) - eine klare Ansage gegen die Verbalattacken eines politischen Akteurs in Washington - genauso aber auch gegen Netanjahu und Irans verbale "Auslöschungsphantasien" gegenüber Israel.

Das wird also alles nicht dazu führen, dass Israel die US-Stützpunkte am Golf übernehmen könnte - da würde man vom Regen in die Traufe kommen.
Aber Indien hat bereits gezeigt, dass es die Passage seiner Schiffe mit dem Iran vereinbaren kann. Und den Indern traue ich als aufstrebende Regionalmacht weitergehende Ambitionen zu.
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