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RE: Palästina - Kongo Erich - 05.07.2026

Sind einige Gegenthesen erlaubt?
Zitat:Es ist Israel welches sowohl vor als auch nach dem 7 Oktober den Gros aller Palästinenser in Gaza mit Wasser und Essen versorgt hat.

Hätte man Gaza einfach "frei" gelassen (vor dem 7) wäre der Gros der Bevölkerung dort einfach rasant zugrunde gegangen und erneut hätte jeder herumgeheult dass Israel auch daran Schuld sei. Denn die sind einfach immer an allem Schuld und glaubst du es nicht, sind sie auch daran Schuld.
Gaza liegt am Meer, und hatte einen von der EU gebauten internationalen Flughafen (der von Israel zerstört wurde). Dazu kommt die Landgrenze zu Ägypten, die in Absprache mit Israel faktisch geschlossen ist.
Ohne die israelische Blockade wäre Gaza nicht auf diese "Gnadenlieferungen zur Versorgung" aus Israel angewiesen.

Zitat:Fakt ist, der Krieg war notwendig, er wurde verhältnismässig geführt
Fakt ist, der Krieg war durch die Blockade und die harte Haltung Israels herausgefordert und
er ist ein totaler Krieg gegen die Zivilbevölkerung, was weder verhältnismäßig noch mit dem Völkerrecht in Einklang steht.
Wie man die Zerstörung von Infrastruktur wie Abwasserbeseitigung oder Wasserversorgung oder von Krankenhäusern auch internationaler Hilfsorganisationen als "Verhhältnismäßig" bezeichnen kann ist für mich nicht nachvollziehbar. Aus einem lesenswerten Interview mit dem langjährigen Nahost-Korrespondent des ORF

Zitat:Das Problem sind weder die Toten (es gibt heute in Gaza mehr Araber als bei Kriegsbeginn) noch die Zerstörungen, sondern dass Israrel über seinen taktischen Sieg hinaus keinerlei strategische langfristige Strategie hat.
das Problem ist, dass die israelische Regierung (bitte auf die Differenzierung achten) außer massiver Gewaltausübung und Terror gegenüber Zivilisten überhaupt keinen Plan hat, und sich ein Großteil der israelischen Gesellschaft damit abfindet.


RE: Palästina - Kongo Erich - 06.07.2026

Zitat:Hamas im Gazastreifen:
Hamas löst ihre Regierung im Gazastreifen auf
Die Hamas herrscht seit fast 20 Jahren im Gazastreifen, nun hat sie die Regierung dort aufgelöst. Einen vollständigen Machtverzicht der Terrorgruppe bedeutet das nicht.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, hell
Aktualisiert am 6. Juli 2026, 15:48 Uhr
...



RE: Palästina - Schneemann - 06.07.2026

@Kongo Erich
Zitat:Sind einige Gegenthesen erlaubt?
Natürlich, davon "leben" wir hier alle. Wink
Zitat:Gaza liegt am Meer, und hatte einen von der EU gebauten internationalen Flughafen (der von Israel zerstört wurde). Dazu kommt die Landgrenze zu Ägypten, die in Absprache mit Israel faktisch geschlossen ist.
Ohne die israelische Blockade wäre Gaza nicht auf diese "Gnadenlieferungen zur Versorgung" aus Israel angewiesen.
Gaza würde keine Blockade erfahren, wenn sich die radikalislamische Hamas nicht 2007 dort bürgerkriegsähnlich durchgesetzt hätte. Es ist doch keinem Land weltweit zuzumuten, eine solche Organisation quasi "nebenan" zu dulden und v. a. noch zu unterstützen, wenn sich eben jene die Vernichtung des eigenen Staatswesens auf die Flaggen geschrieben hat.

Würde in Gaza noch die Fatah herrschen, dann wäre es zwar ein korrupter Sumpf (wo findet man einen solchen nicht in Nahost?), aber das Gebiet wäre nicht zerbombt, würde weiter internationale Hilfen empfangen, der Flughafen wären noch nutzbar und vielleicht hätte man sogar mittlerweile einige Abkommen mit den Israelis hinbekommen, die die Lage weiter zum Positiven verändern. Damit meine ich nicht die vielbesungene Zwei-Staaten-Lösung, aber es wäre für die Menschen in Gaza deutlich angenehmer als jetzt.

Schneemann


RE: Palästina - Kongo Erich - 07.07.2026

(06.07.2026, 19:07)Schneemann schrieb: ...
Gaza würde keine Blockade erfahren, wenn sich die radikalislamische Hamas nicht 2007 dort bürgerkriegsähnlich durchgesetzt hätte. Es ist doch keinem Land weltweit zuzumuten, eine solche Organisation quasi "nebenan" zu dulden und v. a. noch zu unterstützen, wenn sich eben jene die Vernichtung des eigenen Staatswesens auf die Flaggen geschrieben hat.

Würde in Gaza noch die Fatah herrschen, dann wäre es zwar ein korrupter Sumpf (wo findet man einen solchen nicht in Nahost?), aber das Gebiet wäre nicht zerbombt, würde weiter internationale Hilfen empfangen, der Flughafen wären noch nutzbar und vielleicht hätte man sogar mittlerweile einige Abkommen mit den Israelis hinbekommen, die die Lage weiter zum Positiven verändern. Damit meine ich nicht die vielbesungene Zwei-Staaten-Lösung, aber es wäre für die Menschen in Gaza deutlich angenehmer als jetzt.

Schneemann

dazu:

a)
Netanjahu hat selbst bestätigt, dass die Machtübernahme der Hamas durch Israel aktiv unterstützt wurde, um die Zweistaaten-Lösung zu verhindern
SPIEGEL: Jahrelang hat Benjamin Netanyahu die Hamas gepäppelt, um die Palästinenser zu spalten. 10.11.2023, 10.00 Uhr
Tagesanzeiger (Schweiz): «Zur Wahrheit gehört auch, dass Netanyahu die Hamas jahrelang unterstützt hat» Publiziert: 20.11.2023, 17:33
DW: 21.01.2024 Israels Premier Benjamin Netanjahu wollte die Hamas am Leben erhalten, um einen palästinensischen Staat zu verhindern.
SRF: Netanjahu und Sinwar – eine unheilige Allianz 05.12.2024, 08:37 Uhr

b)
auch eine Hamas hätte keinen Zulauf, wenn nicht ständiger Druck aus Israel (um nicht den Begriff "Terror" zu verwenden) die fortwährende Radikalisierung der Palästinenser zur Folge hätte
Politologe Jäger: "Ausweitung des Krieges ist Revitalisierung für Hamas"


RE: Palästina - Schneemann - 08.07.2026

Zitat:a)
Netanjahu hat selbst bestätigt, dass die Machtübernahme der Hamas durch Israel aktiv unterstützt wurde, um die Zweistaaten-Lösung zu verhindern
SPIEGEL: Jahrelang hat Benjamin Netanyahu die Hamas gepäppelt, um die Palästinenser zu spalten. 10.11.2023, 10.00 Uhr
Tagesanzeiger (Schweiz): «Zur Wahrheit gehört auch, dass Netanyahu die Hamas jahrelang unterstützt hat» Publiziert: 20.11.2023, 17:33
DW: 21.01.2024 Israels Premier Benjamin Netanjahu wollte die Hamas am Leben erhalten, um einen palästinensischen Staat zu verhindern.
SRF: Netanjahu und Sinwar – eine unheilige Allianz 05.12.2024, 08:37 Uhr
Die Legende, dass Israel die Hamas großgezogen habe, ist leider nicht neu. Gleichwohl ist sie dennoch falsch, zumindest so, wie es dargestellt wird.

In Joseph Croitorus Buch Hamas findet sich dazu einiges. Im Kern hoffte man tatsächlich, dass man einen Gegenpol zur Fatah um Arafat aufbauen könne bzw. dass die Hinwendung zur religiösen Frömmigkeit der säkularen Fatah und ihren Fanatikern das Wasser abgraben würde. Die Inszenierung des Anschlages auf Meschaal in Amman 1997 und der nachfolgende, öffentlichkeitswirksame "Tausch" der verhafteten Mossad-Agenten gegen Yassin und dessen Verbringung per Helikopter nach Gaza war eine dieser Aktionen. Es gab darüber zwischen Netanjahu und Scharon, der ein Intimfeind von Arafat war, jedoch einigen Zoff im Hintergrund und man sah danach von weiteren spaltenden Maßnahmen ab, zumal erkennbar war, dass die Hamas alles andere als ein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner war.

Das Problem hierbei ist, dass die Details dazu sehr oberflächlich dargestellt werden, das ist leider nicht neu, und dass in der Berichterstattung mehr oder minder ein Journalist vom anderen abschreibt und es so darstellt, als habe Israel die Hamas finanziert etc. Das ist aber eben nicht korrekt.
Zitat:b)
auch eine Hamas hätte keinen Zulauf, wenn nicht ständiger Druck aus Israel (um nicht den Begriff "Terror" zu verwenden) die fortwährende Radikalisierung der Palästinenser zur Folge hätte
Die Hamas wäre so oder so entstanden. Und bzgl. "ständigen Drucks" sei erinnert, dass die Israelis aus Gaza abgezogen sind, übrigens unter dem als Hardliner angesehenen Scharon ("Scharon-Plan"), weil man hoffte, dass es so irgendwie Ruhe geben wird. (Zumal es auch die IDF war, die mehrmals in Jerusalem monierte, dass es keinen Sinn mache und dass man es auch niemanden erklären könne, dass man zigtausende Soldaten einsetzen muss, nur um 4.000 oder 5.000 Siedler in Gaza zu schützen.) In der Folge gab es aber keine friedliche Entwicklung, sondern die Hamas putschte sich in Gaza an die Macht 2007 und führte auch gegenüber der eigenen arabischen Bevölkerung ein islamistisches Terrorregime ein. Der Rest mit Blockade etc. pp. ist bekannt.

Kurzum: Kein Staat kann es sich erlauben, eine solche Gruppierung direkt an den eigenen Grenzen agieren zu lassen. Das könnte kein Staat den eigenen Bürgern verständlich machen. Man hat es aber leider aussitzen wollen, einerseits gab es häufig wechselnde Regierungen in Israel und man hatte andere Sorgen, andererseits gab es wohl auch die Hoffnung, dass es möglicherweise schon "irgendwie" gutgehen wird. Levantinisches Herumgewurschtele eben. Es ging nicht gut, wie wir am 07. Oktober gesehen haben.

Schneemann


RE: Palästina - Kongo Erich - 08.07.2026

(08.07.2026, 05:51)Schneemann schrieb: Die Legende, dass Israel die Hamas großgezogen habe, ist leider nicht neu. Gleichwohl ist sie dennoch falsch, zumindest so, wie es dargestellt wird.

In Joseph Croitorus Buch Hamas findet sich dazu einiges. Im Kern hoffte man tatsächlich, dass man einen Gegenpol zur Fatah um Arafat aufbauen könne bzw. dass die Hinwendung zur religiösen Frömmigkeit der säkularen Fatah und ihren Fanatikern das Wasser abgraben würde. Die Inszenierung des Anschlages auf Meschaal in Amman 1997 und der nachfolgende, öffentlichkeitswirksame "Tausch" der verhafteten Mossad-Agenten gegen Yassin und dessen Verbringung per Helikopter nach Gaza war eine dieser Aktionen. Es gab darüber zwischen Netanjahu und Scharon, der ein Intimfeind von Arafat war, jedoch einigen Zoff im Hintergrund und man sah danach von weiteren spaltenden Maßnahmen ab, zumal erkennbar war, dass die Hamas alles andere als ein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner war.

Das Problem hierbei ist, dass die Details dazu sehr oberflächlich dargestellt werden, das ist leider nicht neu, und dass in der Berichterstattung mehr oder minder ein Journalist vom anderen abschreibt und es so darstellt, als habe Israel die Hamas finanziert etc. Das ist aber eben nicht korrekt.
...

Die Hamas wäre so oder so entstanden. Und bzgl. "ständigen Drucks" sei erinnert, dass die Israelis aus Gaza abgezogen sind, übrigens unter dem als Hardliner angesehenen Scharon ("Scharon-Plan"), weil man hoffte, dass es so irgendwie Ruhe geben wird. (Zumal es auch die IDF war, die mehrmals in Jerusalem monierte, dass es keinen Sinn mache und dass man es auch niemanden erklären könne, dass man zigtausende Soldaten einsetzen muss, nur um 4.000 oder 5.000 Siedler in Gaza zu schützen.) In der Folge gab es aber keine friedliche Entwicklung, sondern die Hamas putschte sich in Gaza an die Macht 2007 und führte auch gegenüber der eigenen arabischen Bevölkerung ein islamistisches Terrorregime ein. Der Rest mit Blockade etc. pp. ist bekannt.
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Schneemann
die Reihenfolge der Geschehnisse - Abzug der IDF am 5. August 2005 ohne politische Übereinkunft aus dem Gaza-Streifen und danach Übernahme der Macht 2007 durch die Hamas (bei den palästinensischen Wahlen 2006 errang die islamistische Hamas, die Israels Existenz bekämpft, einen Wahlsieg) ist unstreitig.
Sharon ordnete den Rückzug aus Gaza aus drei Gründen an
1. In dem Gebiet von gerade 360 Quadratkilometer lebten damals 1,5 Millionen Araber. Diese Situation ließ sie zunehmend politisch radikalisieren. Der Streifen war für die israelische Armee nicht beherrschbar.
2. In dem er den Rückzug Israels befahl, empfahl sich Sharon den westlichen Staaten als Partner für ein umfassendes Friedensabkommen ohne Beteiligung seines Erzfeindes Arafat.
3. Die überwiegende Mehrheit der Israelis wollte einen Rückzug aus Gaza. Man war nicht länger bereit, für einige Tausend Siedler ständig Opfer zu bringen.
Allerdings gab es unter Israels Rechten, vor allem in Sharons eigener Likud-Partei, und bei den Siedlern im Westjordanland starke Widerstände gegen einen Abzug aus Gaza. Selbst Mitglieder des Kabinetts wie der damalige Finanzminister Netanyahu, sprachen sich vehement dagegen aus.

Inwiefern und inwieweit Netanjahu aktiv oder durch die Duldung entsprechender "Schmiermittel-Lieferungen" die Hamas (auch maßgeblich?) unterstützt hat, wissen nur die Beteiligten selbst. Und ich unterstelle nicht, dass irgend ein User des Forums dazu gehört. Insofern müssen wir uns auf das verlassen, was mehr oder weniger (und sicher subjektiv gefärbt) aus dem Dunstkreis der Beteiligten selbst nach aussen dringt.
Und dazu gehört auch diese Äusserung von Bibi himselbst in der NYT
Zitat:‘Buying Quiet’: Inside the Israeli Plan That Propped Up Hamas
Prime Minister Benjamin Netanyahu gambled that a strong Hamas (but not too strong) would keep the peace and reduce pressure for a Palestinian state.
.
WIKIPEDIA widmet dieser ganzen Unterstützung und formuliert mit entsprechenden Quellenangaben: sogar einen eigenen Absatz
Zitat:Gleichzeitig verfolgte Netanjahu eine Politik, die darauf ausgerichtet war, das palästinensische Lager durch Stärkung der Hamas im Gazastreifen zu spalten.[116][117][118] 2019 sagte Netanjahu auf einer Likud-Fraktionssitzung:[116] „Jeder, der die Gründung eines palästinensischen Staates verhindern will, muss die Stärkung der Hamas unterstützen. Eine Spaltung zwischen den Palästinensern in Gaza und denen in Judäa und Samaria [israelische Bezeichnung für das Westjordanland] zu erzielen, ist Teil unserer Strategie.“[117][119][120] Katar schickte auf Bitten der israelischen Regierung über Jahre hinweg Milliarden Dollar nach Gaza.[121][122][123] Laut Spiegel wurden mit Netanjahus Erlaubnis und Unterstützung Millionen in Geldkoffern nach Gaza getragen und der Hamas übergeben.[116]
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Wie der Ruf von Hilfswerken durch interessierte Kreise ruiniert wird, ist im Übrigen gerade aktuell in der FAZ zu lesen:
Zitat:Studie zu UNRWA:
Eine Kampagne gegen das Palästinenser-Hilfswerk?
Von Christian Meier, Amman / Berlin / Tel Aviv
06.07.2026, 07:31

In Deutschland gibt es Forderungen, die Unterstützung für UNRWA einzustellen. Eine neue Studie erläutert, wie mehrere Organisationen seit Jahren an der Schwächung des Palästinenser-Hilfswerks arbeiten.

António Guterres zeigte sich alarmiert, als er um finanzielle Zusagen für das Palästinenser-Hilfswerk UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) bat. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen könnte zusammenbrechen, wenn das Budget noch weiter schrumpfe, warnte der UN-Generalsekretär vergangene Woche auf einer Geberkonferenz in New York.
...



RE: Palästina - Kongo Erich - 10.07.2026

Das ist nicht die einzige Meldung dieser Art; zur Zeit erreichen mich täglich entsprechende Meldungen über Übergriffe der "diszipliniertesten Streitkräfte der Welt", die z.T. mit Videoaufnahmen belegt sind.
Zitat:"Plötzlich schossen sie auf ihn"
Zeugen werfen israelischem Militär "Hinrichtung" eines Hilfslieferanten vor

10.07.2026, 19:20 Uhr

Ein israelischer Soldat tötet einen Lkw-Fahrer, der für eine renommierte Hilfsorganisation Lebensmittel in den Gazastreifen bringt. Die israelische Armee spricht von einer bedrohlichen Situation, doch mehrere Kollegen des Getöteten schildern eine ganz andere Szene. Sie sprechen von einer "Hinrichtung".

Mehrere Augenzeugen sprechen nach der Tötung eines palästinensischen Lkw-Fahrers, der für die internationale Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) Lebensmittel in den Gazastreifen brachte, von einer "Hinrichtung" durch einen israelischen Soldaten. Wie der "Guardian" unter Berufung auf die Zeugen und Angaben des örtlichen Lkw-Fahrer-Verbands berichtet, wurde dem Mann namens Ahmad Esleem am Mittwoch in den Kopf geschossen, als ein Hilfskonvoi kurz nach der Einfahrt in den Gazastreifen wegen einer Panne an einem Lkw anhalten musste.
....



RE: Palästina - Kongo Erich - 15.07.2026

Zitat:Israel: Millionen für neue Siedlungen im Westjordanland
Für die Errichtung von 34 neuen Siedlungen im besetzten Westjordanland hat das israelische Sicherheitskabinett ein Budget von 1,3 Milliarden Schekel (434 Millionen Dollar) bewilligt. Dies teilte der rechtsgerichtete Finanzminister Bezalel Smotrich an diesem Dienstag mit. Dadurch spitzen sich die Konflikte um das als zentral für einen möglichen palästinensischen Staat angesehene Gebiet weiter zu.

Die Siedlungen werden von UN-Gremien, Palästinensern und vielen Ländern als gemäß internationalen Konventionen als illegal angesehen. Ein Haupthindernis für den Frieden, denn Israel bestreitet diese Haltung. Die biblische Bezeichnung für das Westjordanland verwendend, teilte Smotrich in seiner Erklärung mit: „Wir stärken die Sicherheit des Staates Israel, machen die Idee der Errichtung eines Terrorstaates im Herzen des Landes zunichte und festigen unseren Halt im Heimatland in Judäa und Samaria“.
...

Mit dem Budget für die geplanten Siedlungen würde sich die Gesamtzahl der errichteten Siedlungen auf 103 erhöhen. Nach Smotrich würden weitere 1,075 Milliarden Schekel zum Straßenbau der neuen Siedlungen bewilligt werden. Der Finanzierungsplan der neuen Siedlungen wurde durch Regierungsminister im vergangenen Monat an das Sicherheitskabinett weitergeleitet.

Zunehmende Gewalt gegen Palästinenser
Die Gewalt von Siedlern gegenüber Palästinenser und deren Eigentum hat in den letzten Monaten zugenommen. Unter 2,7 Millionen Palästinensern im Westjordanland und Ostjerusalem leben circa 700.000 israelische Siedler. Internationale Kritik gegen die Siedlungen im besetzten Westjordanland weist Israel zurück. Es handele sich um eine umstrittenes Gebiet in dem Juden seit Jahrtausenden leben würden.
Nach meiner Kenntnis betrug der Anteil von Menschen jüdischen Glaubens zur Zeit der Osmanen - als alle Religionsgemeinschaften noch friedlich miteinander auskamen - etwa 10 %.
Die heutigen Siedler sind also Menschen mit Migrationshintergrund ...


RE: Palästina - Kongo Erich - 16.07.2026

Zitat:Gaza: Oxfam warnt vor Epidemien und wachsender Not
Im Gazastreifen leben nach Angaben von Oxfam mehr als zwei Millionen Menschen unter Bedingungen, die das Risiko lebensbedrohlicher Epidemien deutlich erhöhen. Wir sprachen mit einem Verantwortlichen.
...



RE: Palästina - Kongo Erich - 17.07.2026

Zitat:20:12 Uhr
Israelische Siedler attackieren Ort im Westjordanland
Israels Siedlungspolitik ist höchst umstritten, jetzt kommt es im Westjordanland zu einem neuen Ausbruch von Gewalt. Radikale Siedler attackieren Palästinenser mit Steinen und zünden mutmaßlich Büsche an:
...
weiterer Link: https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Radikale-Siedler-attackieren-Ort-Sinjil-im-Westjordanland-Gewaltbereite-werfen-Steine-auf-Palaestinenser-id31099061.html


RE: Palästina - Schneemann - 17.07.2026

@Kongo Erich
Zitat:Die heutigen Siedler sind also Menschen mit Migrationshintergrund ...
Ich denke, dass dieser kolportierte Migrationshintergrund hierbei nicht zielführend ist. Man mag darüber diskutieren können, wie die Siedlungen entstehen. Und man mag und muss auch die Siedlergewalt verurteilen, aber vor dem historischen Hintergrund wird es schwer, mit einem Migrationshintergrund zu argumentieren, auch dann, wenn die jetzigen Siedler in weiten Teilen nur ferne Nachfahren der einstmals in die Diaspora gegangenen (besser: gezwungenen) Juden sind.

Zumal: Hier schlummert ein gefährlicher argumentativer Bumerang. Denn: Was soll denn die Lösung des Migrationshintergrundes sein? Abschieben? Rauswerfen? Solche Töne kenne ich - aber nicht von dir...

Schneemann


RE: Palästina - Kongo Erich - 18.07.2026

@Schneemann:
Danke für den Hinweis
mit geht es darum, deutlich zu machen, dass in Palästina Menschen mit völlig anderen Lebenswirklichkeiten aufeinander treffen -> das führt zu Konflikten, vor allem, wenn die Gruppe, die die Macht innehat, nicht integrationswillig oder integrationsfähig sondern sogar von Intoleranz und ungezügelter Aggression geprägt ist.


RE: Palästina - Schneemann - 18.07.2026

Das Problem dürfte dabei auch sein, dass wir nie alles mitbekommen bzw. eben nur die negativen Meldungen sehen und vorgesetzt bekommen, d. h. wir bekommen es medial mit, wenn radikale Siedler - die allenfalls wenige Prozent von allen Siedlern ausmachen - irgendwo Olivenbäume von arabischen Familien fällen oder CNN-Reporter mit Steinen bewerfen, aber dass die große Masse der Siedler eigentlich recht friedlich ist und beim arabischen Nachbarn auch Orangen einkauft, geht halt leider unter.

Schneemann


RE: Palästina - Kongo Erich - 18.07.2026

Es stimmt, Meldungen über Gewalt lassen sich deutlich besser "verkaufen" als die über den Orangeneinkauf beim Nachbarn. Und wir sind noch dazu in einer Situation, in der die beteiligten Seiten mit medialen PR-Kampagnen versuchen, Stimmung zu erzeugen.
Ich werde derzeit anderswo mit entsprechenden Meldungen regelrecht überflutet.

Deshalb gebe ich hier grundsätzlich nur die Meldungen weiter, die entweder von Dritten stammen und/oder nach meiner (subjektiven) Überzeugung einen halbwegs wahren Sachverhalt darstellen.
Das hier als Beispiel:
Zitat:Shomali: Bevölkerung in Gaza lebt unter prekären Bedingungen
Der am 10. Oktober 2025 in Kraft getretene Waffenstillstand im Gazastreifen hat die militärischen Auseinandersetzungen nicht vollständig beendet. Weihbischof William Shomali, Generalvikar und patriarchaler Vikar für Jerusalem und Palästina, äußert sich im Gespräch mit Radio Vatikan zur aktuellen Lage der Bevölkerung.

In den vergangenen neun Monaten setzten sich die Luftangriffe im gesamten Gebiet fort. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza, die von den Vereinten Nationen in einem Bericht Anfang Juli als verlässlich eingestuft wurden, wurden in diesem Zeitraum der Waffenruhe mehr als 1.000 Personen getötet, darunter 265 Kinder, während 3.400 Menschen Verletzungen erlitten.
Zitat:Ein Jahr nach Angriff auf Pfarrei in Gaza: Gedenken und anhaltende Krise
Ein Jahr nach dem Militärschlag gegen die katholische Pfarrei der Heiligen Familie in Gaza-Stadt erinnert Pfarrer Gabriel Romanelli im Gespräch mit Radio Vatikan an die Folgen des Ereignisses. Am 17. Juli 2025 wurden bei dem Angriff drei Personen getötet.

...
Bei dem Angriff im vergangenen Jahr starben der 60-jährige Pförtner der Gemeinde sowie zwei Frauen, darunter eine Bewohnerin in einem Zelt der Caritas. Der Pfarrer selbst erlitt leichte Verletzungen. Gegenwärtig bleibt die Lage im Gazastreifen von anhaltenden militärischen Operationen geprägt; Berichten zufolge führten Drohnen- und Artillerieangriffe im Bereich von Khan Younis und Gaza-Stadt erneut zu Todesopfern. Zudem belasten sommerliche Temperaturen die Lebensbedingungen der rund eine Million Binnenflüchtlinge, die in provisorischen Unterkünften leben. Internationale Wiederaufbaupläne verzögern sich laut Medienberichten.
...



RE: Palästina - Kongo Erich - 19.07.2026

Zitat:Gazastreifen:
Zehn Tote bei israelischen Angriffen

18.07.2026, 23:04

Bei Luftangriffen der israelischen Armee im Gazastreifen werden zehn Menschen getötet, darunter drei Kinder. Die israelische Armee verweist auf einen Hamas-Terroristen als Ziel.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der örtlichen Behörden zehn Menschen getötet worden, unter ihnen drei Kinder. Die drei Kinder und ihre Eltern seien am Samstag bei einem Luftangriff auf ihre Wohnung in der Stadt Gaza getötet worden, teilte der von der islamistischen Hamas kontrollierte Zivilschutz mit. Ein Kind, das sich zum Zeitpunkt der Attacke nicht in der Wohnung aufhielt, habe als einziges Familienmitglied überlebt.

Die israelische Armee erklärte, sie habe einen Angriff in der Stadt Gaza ausgeführt, um „einen Hamas-Terroristen ins Visier zu nehmen“. Die Ergebnisse des Einsatzes würden noch ausgewertet, sagte eine Armee-Sprecherin.
irgendwer hat das mit dem Orangeneinkauf nicht verstanden