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Finanzkrieg / Finanzterrorismus - Druckversion

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Finanzkrieg / Finanzterrorismus - Cluster - 23.04.2010

Hedgefonds und andere witzige Finanzprodukte sind ja im Moment in Verruf. Spekulationen gegen Länder usw. von der Finanzkrise mal ganz abgesehen.

Wie sieht es denn mit Instrumenten der Gegenwehr aus? Können Landesbanken oder Zentralbanken gezielt genutzt werden, um in einem Finanzkrieg Hedgefonds, Investmentgesellschaften usw. gezielt zu ruinieren?


- Nightwatch - 23.04.2010

Wohl eine Frage des Geldes.
Mit einer erheblich größeren Liquidität als das Zielobjekt wäre es wohl möglich einem eigentlich sicheren Investment den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Vor allem wenn mehrere Häuser im Verbund agieren kann man schon Schaden anrichten.
Nur würde man dabei wohl selbst ziemliche Verluste erleiden und so wirklich legal wirds es auch nicht sein.


- Mondgesicht - 23.04.2010

Als ein extrem großes Problem, welches aber erst in den nächsten 10 Jahren auftreten wird, sehe ich die kommende Inflation an:

Es wurde soviel Geld in die Märkte gepumpt, das wird irgendwann auch in Umlauf gebracht werden.
Beim Yen sieht man das seit Jahren.

Die Großbanken haben Milliarden und Billionen aus dem "normalen" Kreislauf rausgesaugt und an wenige Köpfe verteilt. Jetzt wird neues Geld in Umlauf gebracht das diese gigantischen Vermögen schmilzen lassen wird. Der leidtragende ist der normale Bürger, dessen Lohn/Gehalt wahrscheinlich nicht angemessen angepasst wird.

Man sollte schnell noch ne Immobilie auf Pump kaufen bevor es losgeht. Allerdings mit 15 Jahren Zinsfestschreibung. Big Grin

Heute war ein interessanter Kommentar im Spiegel zur Zunft der Bankiers/Banker/Bankster:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,690361,00.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 61,00.html</a><!-- m -->
Zitat:Wie die Banker den Kapitalismus aushöhlen



- Quintus Fabius - 23.04.2010

Das einzige Hindernis was solchen eigentlich überaus sinnvollen Maßnahmen entgegen steht ist der "Rechts"staat, also dieses lachhafte Konstrukt das primär dem Schutz der Reichen und ihres Reichtums dient.

Noch einen Schritt weiter gedacht haben diese Hedgefonds und anderen Verbrecher einfach zu viel Einfluss auf die Politik selbst. Maßnahmen eines Staates gegen diese Privatorganisationen würden deshalb zumindest den Widerstand anderer mächtiger Staaten nach sich ziehen.

Aus dem gleichen Grund wird auch keiner der westlichen Industriestaaten solche Maßnahmen ergreifen. Die Wirtschaftsoligarchie die beispielsweise Deutschland beherrscht, würde jeden Politiker der solche Maßnahmen anstrebt kalt stellen.


- Erich - 24.04.2010

es ist nicht alles schwarz oder weiß.
Hedge-Fonds haben durchaus eine Existenzberechtigung. Es geht mir dabei um die Absicherung von Währungsrisiken.
Wer heute etwa in GB investiert, hat ein mehr oder weniger großes Risiko der Kursentwicklung. Dieses "Kursriskio" kann man absichern, indem man auf steigende oder fallene Pfund-Kurse "wettet", also seine Investitionen durch entsprechende "Gegenwetten" absichert.
Insoweit ist die Sache ok.

Problematisch wird der shit, wenn der Hedge-Fonds aktiv in die Kursentwicklung eingreift - und selbst entsprechende Wetten etwa zur Kursentwicklung des Euro (GriechenlandI) macht, umd mit diesen Wetten den Währungskurs zu manipulieren und damit sogar noch Spekulationsgewinnne zu erzielen.


- Cluster - 24.04.2010

http://www.ecb.int/ecb/html/mission.en.html

Zitat:The European Central Bank and the national central banks together constitute the Eurosystem, the central banking system of the euro area. The main objective of the Eurosystem is to maintain price stability: safeguarding the value of the euro.

Tja dann ist die Mission wohl ein wenig gescheitert. Letztlich war es ein gezielter Angriff, was gegen Griechenland gelaufen ist. Um den entgegen zu wirken, sollten Zentralbanken entsprechende Werkzeuge einsetzem können und dürfen, um den Angreifer bekämpfen zu können.



Guideline of the ECB of 31 August 2000 on monetary policy instruments and procedures of the Eurosystem

Falls da schon mal jemand ein Auge drauf werfen will.


- Kosmos - 24.04.2010

Zitat:Wer heute etwa in GB investiert, hat ein mehr oder weniger großes Risiko der Kursentwicklung. Dieses "Kursriskio" kann man absichern, indem man auf steigende oder fallene Pfund-Kurse "wettet", also seine Investitionen durch entsprechende "Gegenwetten" absichert.
Insoweit ist die Sache ok.
ne, solche Sicherheit aus der Luft ist nicht ok.

Quintus Fabius hat es trefflich formuliert, politische Eliten sind korrumpiert, von Finanzwelt abhängig, sind schwächer.


- Cluster - 24.04.2010

Ich habe das Motto des Threads ein wenig angepasst. Ein paar weitere Überlegungen zu diesem Thema warfen bei mir die Frage auf, ob man die gezielte finanzielle Destabilisierung eines Staats als eine Form des Terrorismus einstufen kann.

http://de.wikipedia.org/wiki/Terrorismus

Zitat:Unter Terrorismus (lat. terror „Furcht“, „Schrecken“) sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B.: Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten oder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen. (...) Der Begriff Staatsterrorismus bezeichnet staatlich organisierte oder geförderte Gewaltakte, die nicht auf gesetzlicher Grundlage beruhen.

Die bei Wikipedia gefundenen Definitionen legen nahe, dass es sich nicht um Terrorismus handelt. Aber evtl. ist die Einstufung dort zu sehr mit Formen der physikalischen Gewalt verbandelt.

Was zeichnet dann Finanzterrorismus aus? Letztlich eine gezielte Manipulation von Informationen oder Finanzstörmen, um die Finanzkraft eines Staatsgebildes zu schwächen oder zusammenbrechen zu lassen. Dies kann dem Gewinnstreben einzelner Finanzakteure dienen oder soll den betroffen Staat destabilisieren und ins Chaos stürzen.

Die gezielte Destabilisierung eines Staats oder dessen Finanzkraft ist aus meiner Sicht ein gezielter Angriff auf den Staat, da dies gravierende Auswirkungen auf die Staatsmacht und das Staatsvolk hat. Das wären 2 von 3 Bereichen, nachdem im internationalen Recht ein Staat definiert werden kann (Staatsgebiet, Staatsvolk, Staatsmacht).

Die aufgeführten Punkte lassen es in meinen Augen zu anstatt von Finanzkrieg, von Finanzterrorismus zu sprechen.

Was versteht der Gloablisierungsgegner unter Finanzterrorismus? Antwort:
http://szenesprachenwiki.de/definition/finanzterrorismus/
_____

Die Diskussion ist insgesamt als abstrakt zu bewerten. Das die politischen Eliten den Finanzeliten mehr oder weniger hörig sind, ist bekannt und sollte bei der Untersuchung möglicher Gegenmittel bzw. der Definitionsphase nicht betrachtet werden. Es ist halt ein eher akademischer Ansatz.


- Erich - 24.04.2010

dazu passt einfach mal diese Sendung:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.cornwalltube.com/index.php?key=teleakademie">http://www.cornwalltube.com/index.php?key=teleakademie</a><!-- m -->
Zitat:Ausschnitt aus der Sendung SWR - Teleakademie 7. MÃrz 2010

Prof. Dr. Wilhelm Hankel - Spekulationsblasen in Geschichte und Gegenwart Seit es die moderne Geldwirtschaft gibt, bedrohen immer wieder....
und dieser Artikel <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bwl-bote.de/20021001.htm">http://www.bwl-bote.de/20021001.htm</a><!-- m -->
Zitat:Zur Geschichte des Spekulationswahns, ...

Nun zum Thema "Finanzterrorismus":
Das spekulieren mit Währungen, das so genannte Forex Trading ist tatsächlich ein Börsen- und Marktsegment, welches in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung und auch Attraktivität bekommen hat. Das ist aber noch nicht "Finanzterrorismus".
Und wenn man sagt, dass ganze Staaten (Volkswirtschaften) durch gezielte Finanz- und Währungsspekulationen ruiniert werden (können) - dann muss man sich die Gegenthese gefallen lassen, dass diese Finanz- und Währungsspekulationen vielfach auf einem "realen Kern" aufbauen. Dass also - umgekehrt - die Finanzspekulation die Folge einer bereits ruinierten Volkswirtschaft ist und nicht umgekehrt.
Dass dieses Faktum "ruinierte Wirtschaft" in den Augen vieler zunächst einmal verborgen ist, nicht aufscheint, und diese "vielen" dann von einer "Spekulationslawine" überrollt werden, die irgendjemand losgetreten hat, macht das "Faktum" nicht falsch.

Dennoch wird im Zuge von heftigen Kursbewegungen immer wieder von "Währungsspekulationen" gesprochen:
In der zweiten Hälfte des Jahres 1997 waren Währungen asiatischer Staaten das Ziel spekulativer Transaktionen.. Vorher und nachher wars das britische Pfund, jetzt aktuell der Euro ...
Zitat:"Es ist eine massive Spekulation auf die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands im Gang", ...Die angelsächsischen Investoren hätten die Krise künstlich herbei geführt. "Wir verzeichnen eine völlige Überreaktion der Märkte", die auch angesichts der geringen wirtschaftlichen Bedeutung Griechenlands nicht zu rechtfertigen sei.
Hier - das konzidiere ich - ist tatsächlich sehr viel "spekulativ".
Nur: wer hat denn wirklich einen Überblick über währungspolitische Zusammenhänge?
Ist es nicht oft so, dass eine Horde von (halb) blinden Investoren einem "bewährten Leithammel" nacheilt? Wo viel Geld fließt, hängen sich doch viele einfach "drann" - nach dem Motto: "wir wissen nicht, was den Zug in Bewegung gebracht hat, aber wir springen mal auf".....
Handelt der Leithammel nun spekulativ oder aufgrund einer folgerichtigen Analyse der makroökonomischen Daten?

Allerdings ist der Übergang zwischen spekulativen und begründet ausgelösten Währungsschwankungen fließend.

Ich nehme dazu das Beispiel Großbritannien - die Briten haben schon seit längerem strukturelle Probleme.
Schon 1967 wurde das Pfund Sterling abgewertet. 1969 wars schon wieder soweit: Wie vorher nur im November 1967 setzte eine Massenflucht aus dem englischen Geld ein. In der Hoffnung, wie damals vor zwei "Jahren auch an einem neuen Währungsschnitt klotzig zu verdienen.
1992 erfolgte dann der endgültig Zusammenbruch des britischen Pfund Sterling. Ob Geoge Soros damals, mit dem Verkauf von 10 Mrd. britische Pfund, nur ein etwas schlauerer Kopf war, der die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannte - oder ob er mit einer überzogenen Aktion das Pfund an die Wand spekuliert hat - darüber lässt sich treffend streiten.
Die britische Wirtschaft stand vor einem Jahr vor ihrem schwersten Einbruch seit 1946. Es wurde prognostiziert, dass die britische Wirtschaft die schlimmste Rezession von allen europäischen Volkswirtschaften erleben wird.Jetzt ist es tatsächlich wieder soweit: unsolide Staatsfinanzen haben das Pfund Sterling auf den tiefsten Stand seit Monaten rutschen lassen. Und wieder ist Soros dabei, gegen die Bank von England zu wetten.

Aber - ist das Wetten auf sinkende Pfundkurse tatsächlich ein Spiegelbild der realen Wirtschaft? Wer die Kursbewegungen sieht, der kann zunächst einmal auch behaupten, das "Zwischenhoch" vom Oktober letzten Jahres würde dem realen Wirtschaftswert entsprechen.
Tatsächlich handelt es sich bei diesem "Zwischenhoch" (und auch dem vom März dieses Jahres) um die Auswirkung der Spekluation gegen den Euro. Da hatten sich manche in den "vermeintlich sicheren Hafen" Pfund gerettet.
Wenn man aber die makroökonomischen Daten anschaut - und das predige ich ja hier andauernd im € und $ - Thread - dann muss man unabhängig von aktuellen, spekulativen Tagesschwankungen einen langfristigen Schluss ziehen. Und der lautet für mich, dass die Probleme in GB (wie auch den USA) deutlich größer sind als im Euro-Raum.

Versuch einer Zwischenanalyse:

Die ganzen "Spekulationskrisen" haben eines gemeinsam: ein äusserer Anlass, der mit der unerwarteten Bewegung von sehr viel Geld ausgelöst wird, löst eine ganze Lawine aus. Plötzlich springen alle auf einen anfahrenden Zug. Dass - um im Bild der Lawine zu bleiben - der Schnee schon vorher auf einer sehr rutschigen Unterlage lag, bleibt (und blieb) denjenigen verborgen, die sich in der mikroökonomischen Bilanzanalyse einzelner Unternehmen verrennen. Wer immer nur die einzelne Schneeflocke anschaut, kann nicht den Untergrund beurteilen.

Viel wichtiger ist es aber, den makroökonoischen Überblick zu behalten, und die makroökonomischen Daten zueinander in Relation zu setzen. Dann - und nur dann - kann man zwischen spekulativen Lawinen (wie zuletzt der Wette gegen den Euro) und strukturellen Schwächen (wie bei US-Dollar und Pfund) diferenzieren. Die langfristige Währungsentwicklung ist aufgrund der strukturellen Wirtschaftsdaten wesentlich leichter zu prognostizieren. Und ich behaupte auch: wenn s um nachhaltige Investitionen geht - und nicht um den kurzfristigen Gewinn - dann kommt es auf tagesaktuelle Schwankungen im Währungsgefüge nicht an.

Diese "makroökonomischen Zeichen der Zeit" zu erkennen und vorsichtig zu investieren (vielleicht sogar nur so weit, wie es unvermeidbar ist) wäre solide Handlungsweise eines vorsichtigen Kaufmanns (und nur ergänzend: viele Firmen, die in Fremdwährugnen geschäftlich tätig sind, sichern sich durch entsprechende Sicherungsgeschäfte ab).
Das kann bei anderen, die diese Information nicht haben (oder sie anders bewerten) als spekulativ aufgefasst werden.

Was hat das jetzt mit "Finanzterrorismus" zu tun?
Vieles - oder auch wieder nichts.
Ich behaupte:
1. Man muss zwischen dem langfristigen Trend (der auf solider Analyse der makroökonomischen Daten aufbauend erkennbar ist) und kurzfristigen spekulativen Ausschlägen unterscheiden.
2. Die tagesaktuellen Ausschläge sind vielfach durch spekulative Entwicklungen überzeichnet - lassen sich aber in einen langfristigen Trend einordnen.
3. Die Entwicklung des langfristigen Trends erfolgt nicht kontinuierlich sondern in Schritten oder Stufen, mit dazwischen liegenden Beharrungsphasen.
4. Wenn das Ungleichgewicht zwischen der Beharrugnsphase und dem langfristigen Trend zu groß wird, kann durch (vermeintliche oder reale) Spekulationshandlungen der nächste Stufenschritt ausgelöst werden.
5. Ein solcher Stufenschritt kann auch "zu weit gehen", über den langfristigen Trend hinaus schießen.
6. Dann kommt es entweder zu kurzfristigen Kurskorrekturen oder aber zu einer längeren Beharrungsphase.
7. Es ist die eigentliche Kunst, ein Ungleichgewicht zwischen tagesaktuellen Schwankungen und den langfristigen Trends zu erkennen, und daraus durch entsprechende Investitionen - oder durch das Unterlassen von Investitionen - einen langfristigen Ertrag zu schöpfen oder aber einen langfristigen Verlust zu vermeiden.


- Cluster - 24.04.2010

Ja ein interessanter Vortrag von dem Professor.

Sicher hatten viele Staaten schon strukturelle Schwächen, als die Spekulation gegen deren Währung einsetzte.
Es ist aber ebenfalls ein Fakt, dass Spekulanten exorbinate Summen einsetzen können, um Prozesse in ihrem Sinne zu beeinflussen, wobei hier der ebenfalls exoribtante Gewinn einer personenmäßig stark beschränkten Schicht im Vordergrund steht. Die Kosten hierfür werden auf dem Rücken der breiten Masse realisiert und können diese in ihrer wirtschaftlichen Sicherheit bedrohen.

Unter diesem Aspketen gesehen, ist das handeln dieser Gruppe nicht weniger verwerflich, als Aktionen von Al-Qaida.
Wenn so kleine und beschränkte Privatgruppen sich das Recht herausnehmen, diesen Finanzterrorismus auszuüben, sind Staatgebilde ebenfalls berechtigt, gegen solche Gruppierungen vorzugehen.

In vielen Verfassungen finden sich Artikel wie im GG:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_2.html">http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_2.html</a><!-- m -->
Zitat:Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html">http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html</a><!-- m -->
Zitat:Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_18.html">http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_18.html</a><!-- m -->
Zitat:Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.

Aus meiner Sicht bieten derartige Formulierungen die Grundlage eines handelns gegen Finanzterroristen. Der Kampf gegen die demokratische Grundordnung mag dabei nicht das Ziel der Finanzterroristen sein, kann aber zum Zusammenbruch eben jener führen.


- Erich - 24.04.2010

warum hast Du den berühmten Art. 15 GG nicht zitiert?
Zitat:Artikel 15

Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. ...

Übrigends - ein netter Aufsatz dazu ist auch verlinkt:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.jurakopf.de/uberblick-sozialisierung-art15-gg/">http://www.jurakopf.de/uberblick-sozial ... -art15-gg/</a><!-- m -->
Zitat:Feb 24th, 2009 | By Jens Ferner | Category: Lead-Artikel, Rausgepickt: Öffentliches Recht | Kurzlink

Seit Jahrzehnten dümpelt der Art.15 GG in unserem Grundgesetz vor sich hin – um nun plötzlich jedenfalls in den Medien von großem Interesse zu sein. ....

Fallen unter die Produktionsmittel nun Banken (und sonstige Finanzdienstleister) oder nicht?
....
und ein Interview der Tagesschau bring ich noch dazu: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/verstaatlichung100.html">http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ver ... ng100.html</a><!-- m -->

Zitat:Enteignung von Bankaktionären
Dürfen die das?

In der Finanzkrise scheint sogar die Zwangsverstaatlichung von Banken möglich. Der Gesetzentwurf sieht als letztes Mittel eine Enteignung von Bank-Aktionären vor. Konkret geht es um den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE), der bereits mehr als 100 Milliarden Euro an Garantien und Kredithilfen erhalten hat. Doch lässt die Verfassung eine Enteignung überhaupt zu?
...

edit 1:
So, jetzt hab ich ausser den vorher verlinkten MEdien noch zwei aktuelle Meldungen - über das Thema "Spekulation" und "Griechenland":
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-die-griechische-zeitbombe/50104616.html">http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anle ... 04616.html</a><!-- m -->
Zitat:23.04.2010, 11:54
Schuldenkrise
Die griechische Zeitbombe
Unbarmherzig trieben Spekulanten die Hellenen vor sich her, ...
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:infografik-so-spekuliert-man-gegen-griechenland/50099692.html">http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:inf ... 99692.html</a><!-- m -->
Zitat:23.04.2010, 15:33
Infografik
So spekuliert man gegen Griechenland
...
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland520.html">http://www.tagesschau.de/wirtschaft/gri ... nd520.html</a><!-- m -->
Zitat:Hilferuf in der Schuldenkrise
Wer Athen in die Knie zwang - und wer bezahlt

...Nicht nur die zerrütteten Staatsfinanzen haben das Land so weit gebracht, auch [b]Spekulanten haben die Krise verschärft.
Bezahlen muss das auch der deutsche Steuerzahler.

Von Klaus-Rainer Jackisch, HR Frankfurt

In New York feiern sich einige Hedge-Fonds-Manager derzeit in Sektlaune: Kürzlich trafen sie sich an einer noblen Adresse der US-Metropole zum Defilee - um zu debattieren, wie man den Euro durch die Griechenland-Krise am besten in die Knie zwingt. Das hat sich ausgezahlt: Binnen weniger Wochen ist es ihnen gelungen, durch immer neue Gerüchte und Spekulationen über die ohnehin marode Lage in Griechenland Athen sturmreif zu schießen.
...
Damit haben die Spekulanten das geschafft, was sie wollten - die Situation so zuzuspitzen, dass die Europäische Union nun Staatshilfen zahlen muss und der Euro kräftig an Wert verliert.
...

Stand: 23.04.2010 18:07 Uhr[/b]

edit 2:
Und jetzt etwas, wie Banken schon gegen die eigene Kundschaft zocken:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,691006,00.html">http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1 ... 06,00.html</a><!-- m -->
Zitat: 24.04.2010

Deutsche Bank wettete gegen IKB

Die Deutsche Bank hat zusammen mit Hedgefonds gegen die Düsseldorfer IKB gewettet. Mitglieder eines internen Hedgefonds paktierten 2006 mit dem Hedgefonds Magnetar, um besonders riskante Immobilienpapiere für ein strukturiertes Wertpapier namens Orion auszuwählen. Dann spekulierten beide mit großem Erfolg auf hohe Wertverluste bei Orion, ....

Einer der Investoren, die auf eine positive Wertentwicklung bei Orion gesetzt hatte und deshalb viel Geld verlor, war der Deutsche Bank-Kunde IKB.

... Bei anderen Finanzkonstrukten ... trat die Deutsche Bank eigene US-Immobilienrisiken ab und verkaufte sie dann an ihre Kundschaft.
....



- Quintus Fabius - 25.04.2010

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.youtube.com/watch?v=ATMNDZtsx-A">http://www.youtube.com/watch?v=ATMNDZtsx-A</a><!-- m -->

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.youtube.com/watch?v=w7d7WeBlZ1o">http://www.youtube.com/watch?v=w7d7WeBlZ1o</a><!-- m -->

Ich würde nicht so sehr von Terrorismus sprechen, sondern von Verrat.

Große Teile der Finanzwirtschaft haben sich völlig aus dem nationalen Rahmen gelöst, und dienen keinem nationalen Zweck mehr.

Es ist daher völlig gleich ob man diese Verräter als Terroristen einstuft oder nicht, sie sind Feinde. Und wenn Teile der Finanzwirtschaft anderen Nationen dienen, sind sie ebenso Feinde.

Indem man sie als Feinde unserer Nation erkennt, erübrigt sich jede weitere Definition. Feinde sind Feinde.


- Erich - 25.04.2010

@Quintus Fabius
ich wusste gar nicht, dass Du zu Gruppierungen wie attactendierst, das globalisierungskritische Netzwerk, das sich für eine sozial und ökologisch gestaltete Globalisierung einsetzt .

Aussagen wie in dem zweiten Film (3 % für Afrika, 90 % für den Westen) oder der Filmteil "Let's make Money - Die systematische Versklavung Afrika's - Dokumentation von Erwin Wagenhöfer" sind da ja sehr eindeutig.
Die "Emergence Market Fonds" sind also diejenigen, die Afrika (und andere Länder) versklaven - sie sind die Feinde der Entwicklungsländer?
Oder sind unsere Sparer, deren Geld "die Banken verlassen hat" und über Lebensversicherungen, Pensionsfonds usw. in solche "Emergency Market Fonds" läuft, die Feinde der Entwicklungsländer?
Die Mitglieder dieser Nationen hätten also alles Recht der Welt, gegen den Westen entsprechende Kriege zu führen .... *grübel* ....

Ich möchte Dir aber ein anderes Beispiel nennen:
Brasilien ist mit einer jährlichen Produk-tion von etwa 12 Mio. Tonnen neben Asien der weltweit größte Reisproduzent. Etwa 20 % der Reisernte entfallen auf das Abfallprodukt Reishülsen, welches bei Deponierung das äußerst klimaschädliche Methan frei setzt. Knapp zwei Drittel der brasilianischen Reisernte werden im Bundesstaat Rio Grande do Sul eingefahren,
Der im letzten Jahr gegründete MPC Bioenergie-Fonds setzt auf eine umweltschonende und zugleich marktwirtschaftliche Energiegewinnung in Brasilien. Die prognostizierte Ausschüttung wird mit 9 % (2012) - 20 % bei einer überschaubaren Laufzeit von 17 Jahren angegeben. Der Gesamtmittelrückfluss nach Steuern (incl. EK) wird mit „ca. 225 % ohne Agio“ beworben.
Kern des Investments ist das vom renommierten Hersteller Areva errichtete Biomasse-Kraftwerk in São Borja im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Im Einzugsgebiet der Anlage stehen 20 Reismühlen, so dass reichlich Biomasse für die Verarbeitung zur Verfügung steht. Das "Abfallprodukt" dieser Anlagen sind Energie und wertvoller Dünger - und damit profitieren sowohl die örtlichen Reisbauern (Landbevölkerung) wie auch die Kapitalgeber aus Europa.

Übrigends auch der Teil "Let's make Money - Die Wahrheit über US Army Weltbank und Al Qaida Saddam Hussein Deutsch/English"ist erstaunlich. Das klingt so, als ob "das Reiche Amerika" (das sich ja z.B. gegen Obamas Gesundheitsreform wehrt) einen großen Teil der armen US-Bürger absichtlich in Armut gefangen hält, um diesen Armen über den einzigen Ausweg "US-Army" eine "Aufstiegschance" zu geben - als Söldner für die Eroberung anderer (an Rohstoffen reicher) Länder wie z.B. den Irak. Diese Kriege kommen wieder der Profitmehrung der wenigen Reichen zu Gute - während die Armen mit ihrem Leben für den Wohlstand der Reichen eintreten.

Nur am Rande: im Teil "Let's make Money - Die Finanzkrise / Weltwirtschafts-Krise ist geplant - Immobilienblasen 2/2 " wird in den letzten Minuten an einer These angeknüpft, die der Professor Hankel in dem am 24.04. verlinkten Referat ähnlich vorträgt.


- Quintus Fabius - 29.04.2010

Werter Erich:

Zitat:sie sind die Feinde der Entwicklungsländer?

Sie sind nicht im speziellen Feinde der Entwicklungsländer sondern sie sind allgemein Feinde jeder Nation. Des Nationalen an sich. Sie sind daher genau so Feinde der Deutschen Nation wie anderer Nationen.

Zitat:Die Mitglieder dieser Nationen hätten also alles Recht der Welt, gegen den Westen entsprechende Kriege zu führen ....

Jede Nation hat das Recht gegen diese Verräter in jeder möglichen Weise vorzugehen.

Deine Ausführungen lassen es so erscheinen, als seien der Westen und diese Verbrecher wesensgleich, ein und dasselbe. Dem ist aber nicht so.

Diese Verbrecher sind ebenso die Feinde des Nationalen im Westen wie in jedem Entwicklungsland. Sie haben keinen Nationalen Bezug mehr, und handeln unabhängig von staatlichen/nationalen Interessen, deshalb allein schon sind sie Feinde der Nation.

Der globale Finanzkapitalismus ist eine dem Nationalismus diametral entgegen stehende Ideologie. Er zerstört allein schon durch seine Existenz mit der Zeit jedwede Nation.


"Finanzpiraten" träfe es besser - PKr - 30.04.2010

Schließlich sind die früher auch nur auf hoher See mit ihrer Totenkopfflagge rumgesegelt. Wenn es drum ging, die Beute an Land zu bringen und zu genießen, waren sie auf einmal wieder brave Kaufleute. Genauso machen es doch die Spekulanten jetzt.

Daher wäre es m.E. am wirksamsten, den Rückfluß der Spekulationsmilliarden in die reale Wirtschaft in den Griff zu kriegen. Wenn man das schaffen würden, hätten die Spekulationsgewinne nur noch den Wert von Monopoly-Geld.