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G36 vs Neue Sturmgewehre für die BW - Druckversion

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Re: G36 vs. G3 - WideMasta - 15.04.2015

Mondgesicht schrieb:Schöner Artikel von T. Wiegold bei den Krautreportern:

Der letzte Absatz beginnt folgerndermaßen

Ansehensverlust - nicht nur des Waffenlieferanten

Zitat:Allerdings: Auch der technische Abschlussbericht wird den Streit kaum entschärfen. Denn nach wie vor ist es eine offene Frage, ob die Truppe zwar nicht das Gewehr bekommen hat, das sie in Einsätzen wie in Afghanistan brauchte – wohl aber die Waffe, die die Bundeswehr vor 20 Jahren für eine Wehrpflichtarmee in Mitteleuropa bestellt hatte.

Das ist ziemlich genau das, was ich auf Quintus wütende Beiträge geantwortet hatte. :wink:
Im Endeffekt ist die BW selbst Schuld.

Auch das zu kleine NATO-Standard-Kaliber .223 wird angesprochen.

Tja das Kaliber. Ein leidiges Thema! Nach Afg sollte man seine Lehren daraus gezogen haben. So wie hier bereits geschrieben wäre eine Waffe mit hoher Mannstoppwirkung gut. Sprich 7,62! Mit dem HK-417 liegt eine sehr gute Waffe in diesem Kal. vor. Bei einer möglichen Beschaffung würde ich einen Mix zwischen HK416A6 und HK417 anstreben.
Letzten Endes wird es aber höchst wahrscheinlich auf eine KWS des G36 hinauslaufen. Vorschläge von Seiten HKs gibt es ja. Nur die BW muss hier noch reagieren. Auch wäre eine Entwicklung einer eigenen Hochleistungsmun. in dem Kal. wie HK es fordert von Interesse.


Re: G36 vs. G3 - Quintus Fabius - 16.04.2015

Die Mannstopwirkung hängt von sehr vielen Faktoren ab. Das Kaliber selbst ist nur einer der geringeren von ihnen. Gelände/Deckung, Entfernung, Bewegung, Lauflänge, Treibladung, Geschossaufbau, selbst die körperliche Verfassung des Gegenüber (dünne unterernährte Menschen in der Dritten Welt bieten weniger Widerstand für das Geschoss weshalb dieses weniger Energie an den Körper abgibt) usw usw

ca 80% der Mannstoppwirkung hängen im weiteren von der genauen Trefferlage des Geschosses ab, wo exakt also der Körper getroffen wird.

Daher kann ein einzelner Schuß 5,56mm mehr Mannstoppwirkung haben als fünf Treffer mit 7,62mm. Es kommt eben darauf an!

Kugelwaffen verursachen heute ohnehin nur noch einen geringen Anteil der Verluste beim Gegner in einem Infanteriegefecht. Ein primärer Grund ist, dass nicht getroffen wird. Und gerade Kaliber wie die 7,62mm NATO in Kombination mit dem Wahn vom gezielten Einzelschuss führen dazu, dass noch weniger getroffen wird. Und nein, dass ist kein Plädoyer für Spray and Pray ala Vietnam.

In einem echten Gefecht sucht der Gegner Deckung, bewegt sich, springt auf und wirft sich hinter eine Deckung usw oder er kann zunächst gar nicht ausgemacht werden was weitgehend üblich ist. Mit gezielten Einzelschüssen kommt man hier nicht weiter. Wie schon anderswo geschrieben: 10 Schuß 7,62mm daneben sind keine Feuerkraft. Nur 4 Schuß 5,56mm die treffen sind demgegenüber Feuerkraft.

Dann ist noch die Frage zu stellen, ob das HK417 überhaupt eine gute Waffe ist?! Und wenn ja wofür? Als DMR? Als SSG? Vielleicht, aber sicher nicht als Sturmgewehr bzw Maschinenkarabiner. Und selbst als DMR ist es bei der BW durchgefallen und wurde über die Hintertüre der Zivilversion (des MR308) beschafft weil diese sich als präziser heraus stellte.

Und wozu ein Mix aus HK416 und HK417 (am besten noch in einer Gruppe....). Damit erhöht man das Problem der mangelnden Kompatibilität noch viel weiter. Man hat dann auf 8 Mann beispielsweise 1 MG5, 1 MG4, 3 HK417 und 3 HK416. Nichts passt mehr zum anderen, weder die Magazine noch die Gurte noch die Kaliber.

Zudem ist das auch dem HK417 zugrunde liegende AR-15 System gerade im Kaliber 7,62mm NATO deutlich eingeschränkter als andere hierfür verfügbare Lösungen auch wenn Waffen auf dieser Plattform im Schnitt präziser sind. Das HK417 würde sich daher primär für die Doktrin des gezielten Einzelschusses eignen. Warum dafür aber überhaupt eine vollautomatische Waffe? Warum dann nicht die Waffe einfach halbautomatisch belassen wenn sie primär ohnehin so wirken soll?

Denkbar wäre dann beispielsweise eine Gruppe mit 8 Mann mit 1 MG5 und 7 HK417. Das wäre bereits viel sinnvoller und ausgeglichener. Dennoch bin ich der Überzeugung dass eine Gruppe die stattdessen mit 8 M27 ausgerüstet ist sich gegenüber der hier genannten HK417/MG Kombi durchsetzen würde. Nicht in jedem konstruierbaren Fall, aber in der Mehrheit der Fälle.

Eine wesentliche Änderung wäre hier nur durch moderne Zielsysteme wie beispielsweise Tracking Point erreichbar. Bei Verwendung solcher Systeme ist es durchaus denkbar dass die Trefferrate auch einer 7,62mm Kaliber Waffe so ansteigt, dass sich dieses Kaliber wieder als überlegen erweisen würde. Aber da verbleiben immer noch Fragen wie man die Batterieversorgung sicher stellt, die Systeme härtet, gegen Stoß, Verschmutzung usw schützt etc


Re: G36 vs. G3 - Sieghard - 16.04.2015

Ich habe mir gerade mal das M27 IAR angesehen http://de.wikipedia.org/wiki/M27_Infantry_Automatic_Rifle. Technik G36 mit Optik und Handhabung M16/AR15. Auch hier Patrane 5,56x45. Das M27 ist also (mehr oder weniger) ein KWS G36. Zudem ist es anscheinend auch nicht schwerer als ein G36??
Wobei ich auch sagen muss, dass die ganzen M16 Derivate mir nicht wirklich gefallen. Aber anderes gibt es ja heute fast nicht mehr. Drehkopfverschluss mit direkter oder indirekter Gaszufuhr und mit oder ohne Piston.
Beim Sturmabwehrschießen habe ich damals mein G3 auch auf halbautomatisch stehen gelassen mit Visierung 200m und wurde anschließend für das saubere Abräumen der Klappfallscheiben gelobt. Trotzdem denke ich, dass eine militärische Infanteriewaffe dauerfeuerfähig sein sollte, da es Situationen gibt in denen dieses nützlich ist. Aber dann nicht in 7,62x51. Auch nicht in 5,56x45. Sondern in einem vernünftigen Mittelkaliber wie 8x33, 7,62x39, 7x43, 6,5x39 Grendel, 6,5x47 Lapua (Reihenfolge der Entwicklung).


Re: G36 vs. G3 - Quintus Fabius - 17.04.2015

Der primäre Unterschied zwischen einer Klappfallscheibe auf einer Schießbahn und einem echten Gegner in einem Gefecht ist, dass die Klappfallscheibe sich nicht seitlich bewegt (wenn überhaupt), nicht aktiv Deckung nutzt und nicht selbst schießt. Zudem ist sie viel leichter ausmachbar als ein echter Gegner und man bewegt sich selbst meist nicht bzw ist relativ entspannt und unangestrengt.

Wir haben mal Ziele auf einer Waldkampfbahn bewusst getarnt. Bevor man auf die Bahn ging hieß es 3 Minuten mit Waffe volle Kanne rennen und dann auf die Bahn. Immer wenn man ein Ziel übersehen hat waren sofort wenn man vorbei war 30 Liegestütze fällig und dann sofort weiter. Ergebnis: schon nach kurzer Zeit konnten selbst die aufgeklärten Ziele so gut wie nicht mehr getroffen werden, insbesondere wenn man versuchte gezielte Einzelschüsse zu setzen. Und das ist nun auf kurze Distanz.

In Bezug auf konventionelle Patronen gibt es natürlich jede Menge Kaliber die in ihrer Leistung besser sind als das was das Militär verwendet, aber sie sind auch wesentlich teurer. Hier muss man halt die Frage aufwerfen, ob die Mehrleistung die Mehrkosten rechtfertigt.

Bezüglich der 6,5mm Grendel kann man dies beispielsweise im Vergleich mit der 5,56mm NATO verneinen. Die Mehrleistung der 6,5mm Grendel ist bei genauerem Blick nicht groß genug um die Mehrkosten zu rechtfertigen. Von älteren "Mittelkalibern" die von der Leistung her sogar noch unter den neuesten Patronen der 5,56mm NATO liegt noch ganz zu schweigen. Sehr oft stimmen die Angaben der Hersteller bezüglich der Leistung nur für sehr spezielle Ladungen und bei einer Massenherstellung der Patrone mit einer Standard-Treibladung erreicht das Kaliber dann nicht im Ansatz die Werte welche man sich davon erhofft hat.

Eine primäre Frage in Bezug auf die Zukunft wird die Frage der Durchschlagskraft gegen Schutzwesten/Platten/Helme usw sein. Es gibt sehr leistungsfähige AP Munition im Bereich 5,56mm NATO aber selbst dies stoßen zunehmend an ihre Grenzen gegenüber der Schutzbewaffnung.

Was also primär gegen das Kaliber 5,56mm NATO spricht ist nicht die Reichweite, nicht die Mannstoppwirkung, sondern einzig und allein die Durchschlagskraft gegenüber Westen/Helmen.

Die Frage ist allerdings, ob ein sogenanntes "Mittelkaliber" hier überhaupt besser abschneidet. Für eine höhere Durchschlagskraft braucht man eher eine stärkere Treibladung im Verhältnis zu einem Geschoss mit einem kleineren Durchmesser.

Ein ideales Kaliber sollte daher im Bereich 6,5mm liegen und ein entsprechend längeres Geschoss haben. Zudem sollte das Kaliber so beschaffen sein, dass entweder die auf 5,56mm oder auf 7,62mm
ausgelegten Waffen mit möglichst geringem Aufwand dafür umgebaut werden können.

Und hier bleibt am Schluß eigentlich nur die 6,5mm Lapua übrig die ich als ideal sehen würde. Eine entsprechende AP Munition könnte de facto alles durchschlagen was an Westen und Helmen verfügbar ist und die effektive Reichweite wäre sogar noch höher als bei einer 7,62mm NATO. Trotzdem ist
die Patrone noch leichter und hat geringere Abmessungen.

In Bezug auf derzeit verfügbare Kaliber wäre daher die 6,5mm Lapua meiner Ansicht nach die beste
sofort einkaufbare Lösung.

Ein echtes IAR in diesem Kaliber für jeden Soldaten wäre daher eine erhebliche Steigerung der Kampfkraft.

Für das M27 spricht nun vor allem anderen die hohe Präzision der Waffe mit ca 2 MOA. Gerade bei Verwendung der 6,5mm Lapua mit ihrer ebenfalls hohen Präzision und gestreckten Flugbahn könnte man hier einen sehr großen durchgehenden Visierbereich schaffen und jedes IAR auch als DMR verwenden womit keine gesonderte Waffe dafür mehr notwendig wäre.

Aber auch das M27 könnte man durchaus noch deutlich von der Leistung her steigern. HK hat mal der BW eine Sonderwaffe geliefert, dass sogenannte HK416Bw dass explizit als lMG konzipiert wurde. Dieses hat im Vergleich zum M27 einen noch etwas dickeren stärkeren Lauf und kann noch eher im
Dauerfeuer über längere Zeit eingesetzt werden. Zudem könnte man noch einiges in Bezug auf die
Magazine, die Sicherung etc unternehmen und den Metallanteil der Waffe noch mehr erhöhen.

Ein normales HK416, wie beispielsweise das als Karabiner konzipierte HK416A5 wäre gegenüber einem G36 kein wesentlicher Fortschritt. Wir bräuchten definitv eine IAR/lMG Version dieser Waffe,
also zumindest ein M27.

Zudem kaufen wir mit einem M27 keine Katze im Sack, da dass USMC diese Waffe bereits seit Jahren im Gefecht eingesetzt hat. Zwar gäbe es andere, noch wesentlich bessere Lösungen, aber keine davon ist realistisch machbar.

Von daher könnte man das M27 durchaus als Standard-Sturmgewehr für die BW und Nachfolger des G36 beschaffen. Man bräuchte dann nicht mal spezialisierte DMR mehr.


Re: G36 vs. G3 - Mondgesicht - 18.04.2015

Leider wird man die 6,5 Lapua nicht einführen.
So würde man dann das M27, letztenendes basierend auf dem G36, einführen im Kaliber .223. Da sind wir wieder am Anfang.

Günstiger dürfte es werden, das G36 zu überholen, zu modernisieren. Und vielleicht darüber nachzudenken, mehr DMR in Gruppen / Zügen einzusetzen. Dann hätten viele Soldaten ein Gewehr, welches besser trifft und einige wenige Soldaten (die mit dem DMR - logischerweise dann das G28) eine Waffe, die wirklich gut trifft und ein Kaliber hat, welches Schutz durchschlagen kann.


Re: G36 vs. G3 - Quintus Fabius - 18.04.2015

Genau genommen basiert das M27 nicht auf dem G36 und man stünde eben nicht wieder am Anfang sondern hätte eine wesentlich bessere Waffe. Noch besser wäre der auf dem M27 aufbauende Prototyp des Hk416Bw.

Ob es günstiger wäre das G36 kampfwertzusteigern ist eine Frage die man genau durchrechnen müsste. Das teuerste ist der Lauf und der ist bei vielen G36 abgenutzt. Man könnte daher durchaus auch eine Neubeschaffung andenken zumal man auch ein kampfwertgesteigertes G36 neu einkaufen müsste, also neue Waffen beschaffen müsste.

Vom DMR Konzept an sich halte ich gar nichts und ich würde jederzeit ein M27 einem G28 vorziehen. Zudem ist die Präzision gar nicht so unterschiedlich und rein praktisch in der Anwendung gibt es in Bezug auf die Präzision eigentlich keinen Unterschied. Ein G28 kommt auf maximal 1,5 MOA, ein M27 kommt immer locker auf 2 MOA. Das sind aber Werte die in einem echten Gefecht so gar nicht erreichbar sind weil der menschliche Faktor hier viel entscheidender ist.

Und gerade das G28 ist eine Krankheit aber keine sinnvolle Waffe. Für das gleiche Gewicht könnte ich bereits ein gurtgefüttertes MG in 7,62mm NATO dabei haben und nun schätze mal welche von beiden Waffen wesentlich nützlicher ist.

Man braucht schlicht und einfach keine DMR wenn die echten Sturmgewehre bereits eine vergleichbare Präzision haben. Zwar ist die Durchschlagskraft größer, dafür aber ist das Feuervolumen, die Ausdauer im Feuer und der Nahkampfwert viel geringer. Beliebig viele Schüsse daneben aber sind keine Feuerkraft selbst wenn der eine Schuß der trifft eine geringere Durchschlagskraft hat.

Der einzige echte Vorteil von DMR ist die verbesserte Aufklärung aufgrund der leistungsfähigeren Optiken aber solche kann man auch auf einige der IAR setzen.

Selbst wenn man das M27 als Standard-Sturmgewehr in 5,56mm NATO einführen würde wäre das viel besser als jede DMR Lösung und dies obwohl die Durchschlagskraft dann geringer wäre. Das ist halt auch eine Frage der Doktrin und der daraus resultierenden Taktik: Infanterie soll mit Kugelwaffen eigentlich gar nicht auf große Distanzen wirken. Auf diese Distanzen nimmt man Flächenwaffen und gurtgefütterte MG/SMG. Letztgenannte sollten aber nicht in der Gruppe vorhanden sein, sondern auf Kompanieebene (evtl auf Zugebene) konzentriert werden. Da die Kugelwaffen der Infanteriegruppe primär dem Nahkampf dienen, sollten sie auf diesen spezialisiert sein. Angesichts der ständig steigenden Bedeutung des OHK gilt das in Zukunft noch um so mehr:

Infanteriekampf ist Nahkampf.


Re: G36 vs. G3 - Quintus Fabius - 18.04.2015

<!-- m --><a class="postlink" href="https://twitter.com/ThielsChristian/status/589142970517041152">https://twitter.com/ThielsChristian/sta ... 0517041152</a><!-- m -->

Der Bericht zum G36.


Re: G36 vs. G3 - Nelson - 18.04.2015

Zur Abnutzung der Läufe bei den G36:
Wie lange hält so ein Lauf eigentlich? Sooo furchtbar viel kann mit den G36 doch noch gar nicht geschossen worden sein, schließlich ist die BW mit Schießübungen recht sparsam und ins Gefecht dürften kaum 2000 Waffen gekommen sein?!?

Ich würde übrigens die 7,92x57 der 6,5mm Lapua oder der 7,62 NATO vorziehen. Der Durchmesser des Hülsenbodens ist bei allen drei Patronen in etwa gleich - ein Magazin, in welches 20 7,62 Patronen fassen, fasst also auch nur 20 6,5 mm Lapua. Die 7,92x57 ist demgegenüber "nur" einen Zentimeter länger, was in meiner laienhaften Vorstellung recht einfach durch ein entsprechend breiteres Magazin zu lösen wäre - dieser Abmessungsvorteil der beiden moderneren Kaliber wiegt hier in meinen Augen die größere kinetische Energie (gegenüber beiden Patronen) bzw. die größere Mündungsgeschwindigkeit (gegenüber der 7,62 und wenigstens gleichwertig zur 6,5 mm Lapua) nicht unbedingt auf. Und wenn das Ziel der BW ohnehin der gezielte Einzelschuss ist wüsste ich keine Patrone, die sich für diese Aufgabe besser bewährt hätte... zumal mit dem HCAR- System bereits gezeigt werden konnte, das eine Waffe mit vergleichbar starker Munition einen beherrschbaren Dauerfeuer-Modus durchaus erhalten kann, ohne die Waffe schwerer zu machen als z.B. ein G28

Zum G36-Bericht:
Das Temperaturänderungen durch schießen ( :lol: ) oder Sonneneinstrahlung ( :twisted: ) dem Trefferbild zusetzen habe ich jetzt langsam verdaut, aber wie zur Hölle schafft das die Änderung des Feuchtigkeitszustandes? Sollen die Kampfschwimmer und die (spanische) Marineinfanterie ihre Waffen zukünftig immer in wasserdichten Beuteln mitnehmen und alle Infanterieeinheiten den Kampf bei Regen einstellen, oder was ist darunter zu verstehen?


Re: G36 vs. G3 - phantom - 18.04.2015

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sturmgewehr-g36-heckler-und-koch-kopierte-amtliches-pruefsiegel-a-1029243.html#js-article-comments-box-pager">http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... -box-pager</a><!-- m -->
Zitat:Im Dezember 2006 meldete nach SPIEGEL-Informationen ein Ingenieur des BWB-Bereichs "Qualitätssicherung Waffen" der BWB-Spitze, Heckler & Koch verfüge im Werk - gegen alle Vorschriften - über eine Lasersoftware mit dem amtlichen Prüfsiegel, mit dem das Unternehmen seine Waffen selbst als amtlich geprüft markieren könne. Die Firma führe somit "diese ,hoheitliche Maßnahme' mit eigenen nachgemachten Siegeln" aus. Die permanente Anwesenheit eines BWB-Mitarbeiters sei "nach den Ausführungen" der Güteprüfstelle Oberndorf "aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit" mit Heckler & Koch "entbehrlich".
Schon erstaunlich welches Niveau die Verflechtung von Politik und Industrie in Deutschland erreicht hat. Der Hersteller darf hier selber prüfen, ob er gute Arbeit abgeliefert hat. In Italien würde man das als mafiöse Zustände bezeichnen.


Re: G36 vs. G3 - Nightwatch - 18.04.2015

Zitat:Pannen-Gewehr G36: Es wird eng für von der Leyen

In der Affäre um das Bundeswehr-Gewehr G36 gerät Ministerin von der Leyen unter Druck. Hat sich die Oberbefehlshaberin zu viel um Flachbildschirme und Kindergärten statt um die Standardwaffe ihrer Soldaten gekümmert?
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-aerger-mit-bundeswehr-gewehr-g36-a-1029287.html">http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 29287.html</a><!-- m -->

Das Gewehr in oder her, wenn man der Ministerin dadurch was ans Bein hängen kann lohnt es sich allemal.


Re: G36 vs. G3 - WideMasta - 18.04.2015

Nightwatch schrieb:
Zitat:Pannen-Gewehr G36: Es wird eng für von der Leyen

In der Affäre um das Bundeswehr-Gewehr G36 gerät Ministerin von der Leyen unter Druck. Hat sich die Oberbefehlshaberin zu viel um Flachbildschirme und Kindergärten statt um die Standardwaffe ihrer Soldaten gekümmert?
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ursula-von-der-leyen-aerger-mit-bundeswehr-gewehr-g36-a-1029287.html">http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 29287.html</a><!-- m -->

Das Gewehr in oder her, wenn man der Ministerin dadurch was ans Bein hängen kann lohnt es sich allemal.

Was für ein Unfug. Die Probleme sind seit TdM und schon davor bekannt. Altlasten der anderen Idioten. So wie die anderen vermurksten 100% auch. Mitleid kann man mittlerweile eher mit ihr haben bei der Anzahl an Baustellen die sie und ihr Staab bewältigen müssen.
Viel interessanter ist der nun veröffentlichte Bericht! Sieht schwer nach einer Neuentwicklung Eines Sturmgewehres für die Truppe aus. Es wird dringend zu einer Neubeschaffung geraten, doch werde diese noch einige Jahre dauern.
Mit anderen Worten........HK wird so wie ich schrieb die G36 kampfwertsteigern und daneben wird ein neues Sturmgewehr höchst wahrscheinlich entwickelt, oder es findet so wie bei AG steht eine ordentliche Ausschreibung statt mit Vergleich der entsprechenden Modelle. Fakt ist das dies wieder bis zu 10 Jahr dauert.
Da man von einer Übergangslösung mit in der Truppe verfügbaren Modellen gesprochen wird, würde mich interessieren ob man im Rahmen dessen dem guten G3 noch einmal eine KWS zuführen wird?

<!-- m --><a class="postlink" href="http://augengeradeaus.net/2015/04/der-bericht-zum-g36-nur-eingeschraenkt-einsatztauglich-aber-ohne-alternative/">http://augengeradeaus.net/2015/04/der-b ... ternative/</a><!-- m -->


Re: G36 vs. G3 - Nightwatch - 18.04.2015

WideMasta schrieb:Was für ein Unfug. Die Probleme sind seit TdM und schon davor bekannt. Altlasten der anderen Idioten. So wie die anderen vermurksten 100% auch. Mitleid kann man mittlerweile eher mit ihr haben bei der Anzahl an Baustellen die sie und ihr Staab bewältigen müssen.
Das mag sicher so sein, nur was interessiert das wenn uns die Frau deswegen im Kanzleramt erspart bleibt?


Re: G36 vs. G3 - Quintus Fabius - 18.04.2015

Nelson:

Zitat:zumal mit dem HCAR- System bereits gezeigt werden konnte, das eine Waffe mit vergleichbar starker Munition einen beherrschbaren Dauerfeuer-Modus durchaus erhalten kann

Das HCAR ist kein Vollautomat. Und die beim HCAR verwendete 30-06 ist viel näher an einer 7,62mm NATO als an dem von dir angedachten Kaliber welches für Dauerfeuer in leichteren Waffen kaum geeignet ist.

Zitat:. Und wenn das Ziel der BW ohnehin der gezielte Einzelschuss ist wüsste ich keine Patrone, die sich für diese Aufgabe besser bewährt hätte...

Da fallen mir gleich eine ganze Menge Kaliber ein. Zur Zeit werden Wettbewerbe im präzisen Einzelschuss beispielsweise von 6,5mm Kalibern dominiert, in den USA beispielsweise von der 6,5mm Creedmoor.

Und auch bei gezielten Einzelschüssen ist es wesentlich, dass der durchgehende Visierbereich möglichst groß ist, dass der Schuss schnell wiederholt werden kann, die Waffe schnell wieder unter voller Kontrolle ist, die Abzugskontrolle nicht verloren geht usw usw und all dies ist mit dem von dir genannten Kaliber im Vergleich sehr stark erschwert. Du schießt dann viel langsamer, hast eine deutlich gekrümmtere Flugbahn und die Wirkung im Ziel ist in Wahrheit trotz der größeren E0 auch nicht sehr viel besser, insbesondere auf größere Entfernungen nicht.

Zitat:Zur Abnutzung der Läufe bei den G36:
Wie lange hält so ein Lauf eigentlich? Sooo furchtbar viel kann mit den G36 doch noch gar nicht geschossen worden sein, schließlich ist die BW mit Schießübungen recht sparsam

Das G36 gibt es seit ca 20 Jahren. Auch wenn einige der neueren Lose noch nicht vollständig abgenutzt sein sollten, so dürfte doch ein Gros der Gewehre so oder so in der nächsten Zeit am Ende sein.

Phantom:

Zitat:Schon erstaunlich welches Niveau die Verflechtung von Politik und Industrie in Deutschland erreicht hat. Der Hersteller darf hier selber prüfen, ob er gute Arbeit abgeliefert hat.

Dieser Hersteller darf sogar Personalentscheidungen für die BW treffen....


Re: G36 vs. G3 - WideMasta - 18.04.2015

@QF:

Hier für Dich QF ein interessanter Artikel aus dem Strategie und Technik Blog mit dem Titel," Von der Wirkung her denken!"

<!-- m --><a class="postlink" href="http://strategie-technik.blogspot.de/2011/03/von-der-wirkung-her-denken.html">http://strategie-technik.blogspot.de/20 ... enken.html</a><!-- m -->

Im groben und ganzen geht es hier um den infanteristischen Kampf. Hier wird auch die Kaliberfrage aufgegriffen. Ganz besonders das Kal. 7,62 welches nicht so dein Ding zu sein scheint!
Dies wird im Absatz," Reichweite und Wirkung im Ziel," erläutert.


Re: G36 vs. G3 - Quintus Fabius - 18.04.2015

Rein persönlich, also für mich alleine ist die 7,62mm NATO durchaus ein Ding. Aber ich kann auch ein komplettes Magazin aus einem G3 im durchgehenden Dauerfeuer raushauen und alle Schüsse landen in einer Scheibe (auf 25 m).

In Bezug auf ein Sturmgewehr sollte man aber nicht von bestimmten einzelnen Soldaten ausgehen, sondern von dem was für möglichst viele Soldaten das beste wäre. Daher beispielsweise auch mein Einknicken bezüglich der AR-15 Plattform und meine Befürwortung des M27 zur Zeit.

Für ein Sturmgewehr ist die 7,62mm NATO meiner Überzeugung nach ungeeignet.

Den von dir vernetzten Artikel finde ich in vielen Punkten falsch. Wenn ich mal Zeit habe nehme ich mal gerne in einem anderen Strang komplett auseinander.